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Gesundheitsversorgung aus der Ferne verbessert Lebensqualität für chronisch Kranke

Im Rahmen eines EU-finanzierten Projekts wurde eine Reihe von Instrumenten zur Erleichterung der Gesundheitsüberwachung aus der Ferne von Menschen mit chronischen Krankheiten und Leiden entwickelt. Frühe Versuche an Patienten mit einer Reihe von Leiden haben den Wert dieser E-...

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Im Rahmen eines EU-finanzierten Projekts wurde eine Reihe von Instrumenten zur Erleichterung der Gesundheitsüberwachung aus der Ferne von Menschen mit chronischen Krankheiten und Leiden entwickelt. Frühe Versuche an Patienten mit einer Reihe von Leiden haben den Wert dieser E-Gesundheitsinstrumente für Patienten, Ärzte und das Gesundheitssystem im Allgemeinen demonstriert.

Schätzungen zufolge wird die Zahl der chronisch kranken Patienten in Europa in den nächsten zehn Jahren auf über 100 Millionen steigen. Viele chronisch kranke Menschen müssen sich regelmäßigen Kontrollen unterziehen, und ihr Leben sowie das des betreuenden Gesundheitspersonals kann schnell durch anscheinend endlose Besuche von Krankenhäusern und Kliniken für Tests zur Überwachung ihres Zustands beeinträchtigt werden. Sehr häufig ergeben die Kontrollen einfach, dass alles in Ordnung ist. Aber viele Patienten sind dennoch besorgt, wenn sie lange nicht bei ihrem Arzt waren.

Die Durchführung dieser Tests beansprucht außerdem viel Zeit der Ärzte und des Pflegepersonals, und während der Patient im Krankenhaus ist, blockiert er unter Umständen ein Bett, das von einem möglicherweise Schwerkranken benötigt wird.

Das Projekt "HealthService 24" (HS24) zielt auf die Entwicklung eines mobilen Gesundheitsdienstes ab, der den Fachleuten des Gesundheitswesens ermöglichen wird, die Fortschritte ihrer Patienten aus der Ferne zu verfolgen. Hierdurch wird der Patient von der Pflicht zu wiederholten Arztbesuchen entbunden und seine Lebensqualität verbessert.

Das System verwendet moderne Technologien wie am Körper befindliche Kommunikationsnetze (Body Area Networks - BANs), drahtlose Breitbandkommunikation und tragbare medizinische Geräte. Die Nutzer werden mit Sensoren ausgestattet, die in einem BAN miteinander verbunden sind und von einem PDA oder Mobiltelefon verwaltet werden. Die Sensoren sind in der Lage, eine Reihe von Vitalfunktionen zu überwachen, einschließlich der Sauerstoffsättigung, EKG, Atmung, Aktivität und Temperatur. Die gesammelten Daten werden kontinuierlich über einen drahtlosen Dienst an das medizinische Zentrum übertragen, wo sie von Ärzten und Pflegepersonal analysiert werden können.

"Die Patienten können aus der Ferne beurteilt und behandelt werden und es kann eine Ferndiagnose gestellt werden", erklärt die Projektkoordinatorin Dr. Jennie Weingartner von Ericsson Deutschland gegenüber IST-Ergebnisse. "Im Falle einer rapiden Verschlechterung des medizinischen Zustands kann das Datenzentrum einen SMS-Alarm senden oder den Patienten direkt medizinisch versorgen."

Neben dem Zeitgewinn sowohl für den Patienten als auch für seinen Arzt bietet das System beträchtliche Kosteneinsparungen, während die einfache Verfügbarkeit von Daten über den Patienten bedeutet, dass die Behandlung genau abgestimmt werden kann, um den Bedürfnissen des Patienten besser zu entsprechen.

Die erste Versuchsrunde zu dem System wurde zu Beginn dieses Jahres abgeschlossen und das Feedback sowohl der Patienten als auch der Ärzte war überwältigend positiv. Inzwischen wurde negatives Feedback genutzt, um das System weiter zu verbessern.

An einem Versuch waren Frauen mit Risikoschwangerschaften beteiligt, die sich üblicherweise regelmäßig vom Gynäkologen untersuchen lassen müssen, um die Vitalfunktionen von Mutter und Kind überwachen zu lassen. Im Rahmen des Versuchs schlossen Frauen, deren Geburtstermin näher rückte, eine Stunde täglich das HS24 Body Area Network an, um ihre Uterusaktivität aufzuzeichnen. Der Gynäkologe überwachte die von dem Gerät gesandten Daten und bestellte die Frauen nur in die Klinik, wenn Komplikationen festgestellt wurden. Dem Feedback zufolge war das System im Allgemeinen bequem zu tragen. Es wurde berichtet, dass Mobiltelefone den Datenaufzeichnungsprozess störten. Dieses Problem wurde für die nächste Generation von Geräten gelöst.

In Zypern wurde das System an Patienten mit Herzproblemen getestet. Auch hier war das Feedback der Anwender größtenteils positiv, und die Patienten hielten das System für ihre Zwecke geeignet. Anfängliche Probleme im Zusammenhang mit der schlechten Verbindung zu dem lokalen drahtlosen Netzwerk wurden von dem Projektteam gelöst. Das Krankenhaus beobachtete, dass es bei Patienten, die das System verwendeten, seltener zu unerwarteten Krankenhauseinweisungen kam. Darüber hinaus konnten Nutzer des Systems früher aus dem Krankenhaus entlassen werden, da sie sich sicherer fühlten. Das Krankenhaus erhöhte die Effizienz des HS24-Systems durch Integration in das allgemeine Krankenhausinformationssystem.

"Experten kamen zu dem Schluss, dass das System leicht auf ihre derzeitigen Arbeitspraktiken angewandt werden könnte", so Dr. Weingartner. Ericsson hat ein kommerzielles Produkt auf der Grundlage des HS24-Konzepts entwickelt, und die niederländische Universität Twente führt weiterhin Forschung zu neuen Anwendungen durch, die in das bestehende System integriert werden könnten.

Länder

Zypern, Spanien, Niederlande, Schweden