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EUREKA entwickelt neue Behandlungsmethode für Arterienverschluss

Irische und niederländische Forscher eines Eureka-Projekts haben eine neuartige Gefäßstütze entwickelt, mit der enge oder verstopfte Arterien länger offen gehalten werden können, was den gleichmäßigen Blutfluss zum Herzen sicherstellt und die Anzahl der Todesfälle aufgrund von...

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Irische und niederländische Forscher eines Eureka-Projekts haben eine neuartige Gefäßstütze entwickelt, mit der enge oder verstopfte Arterien länger offen gehalten werden können, was den gleichmäßigen Blutfluss zum Herzen sicherstellt und die Anzahl der Todesfälle aufgrund von Arterienverschlüssen reduziert.

Blut fließt durch die Koronararterie, ein Blutgefäß, das leider zur Verengung neigt, zum Herzen. Tritt eine solche Gefäßverengung ein, vermindert sich der Blutfluss zum Herzen, was zu ernsthaften Erkrankungen wie Angina Pectoris oder einem Herzinfarkt führt.

Seit vielen Jahren können Ärzte Gefäßstützen, so genannte Stents, in die verengte Arterie einsetzen. Das geschieht meist mit einem Ballonkatheter, der den zusammengefalteten Stent an die verengte Gefäßstelle transportiert. Ist der Stent an der gewünschten Stelle angekommen, wird der Ballon aufgeblasen, und der Stent erweitert sich, bis er groß genug ist, um die Arterie zu stützen und offen zu halten.

Heute ist dieses Verfahren sehr weit verbreitet. Im Jahr 2005 wurden weltweit 2,5 Millionen dieser Eingriffe vorgenommen, und der internationale Markt für Stents und Ballonkatheter wird auf ca. 1,9 Milliarden EUR geschätzt.

Der Eingriff beschädigt jedoch oft die Arterienwände, wodurch sich Narbengewebe bildet, das dann wiederum die Arterie erneut verschließt. Zur Lösung dieses Problems beschichten die Stent-Hersteller heute die Stents mit einem Polymer, in das ein Medikament eingebettet ist, das dieses unerwünschte Zellwachstum hemmt.

Diese medikamentenbeschichteten Stents, die so genannten "Drug Eluting Stents", sind jedoch noch lange nicht ausgereift. "85 Prozent des Medikaments, das hoch toxisch ist, verbleiben für den Rest des Lebens des Patienten im Koronargefäß, weil es an das Polymer gebunden ist und nicht abgegeben wird", erklärt Ronald Horvers von Blue Medical Devices in den Niederlanden. "Ein weiteres Problem besteht darin, dass das Medikament so toxisch ist, dass es die Zellen um den Stent abtötet und damit die Thrombosegefahr, also die Bildung eines Blutgerinnsels im Gefäß, erhöht."

Um dieses Problem zu umgehen hat Blue Medical Devices eine bioresorbierbare Polymer-Stentbeschichtung entwickelt, die in etwa drei Wochen vollständig vom Körper absorbiert wird. Darüber hinaus wurden zwei Medikamente entwickelt, die unerwünschtes Zellwachstum verhindern und dabei gleichzeitig den Toxizitätsgrad relativ niedrig halten.

Eine gleichmäßige Beschichtung des Stents mit dem Polymer ist extrem schwierig, da das Drahtgeflecht des Stent nur 0,1 mm dick und der gesamte Stent nur 14 mm lang und 1 mm breit ist. Craganna Medical Devices, ein irisches Unternehmen, konnte aufgrund seiner langen Erfahrung mit der Beschichtung von Metallteilen ein Verfahren entwickeln, bei dem eine gleichmäßige Polymerschicht über den Stent gelegt wird.

Sobald der Stent an Ort und Stelle in der Arterie ist, werden die Medikamente in die Umgebung freigesetzt, wo sie die Bildung zu vieler glatter Muskelzellen auf der Arterienwand verhindern. Bis zur vollständigen Zersetzung des Biopolymers wird auch die komplette Medikamentendosis freigesetzt, sodass nichts auf dem Stent zurückbleibt.

Vor einigen Monaten begannen die ersten Versuche an menschlichen Patienten, und die ersten Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Herzchirurgen dieses neue System begeistert aufnehmen werden.

Laut Horvers gehen die Vorteile der Eureka-Initiative weit über die finanziellen Aspekte hinaus. "Die Tatsache, dass das Projekt sozusagen ein Eureka-Gütesiegel trug, hat seinen Status fraglos erhöht", freut er sich und fügt hinzu, dass die Eureka-Beteiligung auch eine stärkere internationale Zusammenarbeit ermöglicht habe.

Herzkrankheiten und Arterienverschlüsse gehören zu den häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt. Zahlen der World Heart Federation zufolge sterben weltweit jedes Jahr 17,5 Millionen Menschen an kardiovaskulären Krankheiten und knapp die Hälfte aller Todesfälle in Europa ist auf diese Krankheiten zurückzuführen.

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Irland, Niederlande