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Französische Chirurgen führen erstmals Operation in Schwerelosigkeit durch

Französischen Chirurgen ist es erstmals gelungen, im Airbus A300 Zero-G, der von der Europäischen Weltraumorganisation für Experimentalflüge eingesetzt wird, eine Operation in Schwerelosigkeit durchzuführen.

Die Operation wurde im Verlauf eines dreistündigen Fluges im eigens...

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Französischen Chirurgen ist es erstmals gelungen, im Airbus A300 Zero-G, der von der Europäischen Weltraumorganisation für Experimentalflüge eingesetzt wird, eine Operation in Schwerelosigkeit durchzuführen.

Die Operation wurde im Verlauf eines dreistündigen Fluges im eigens für dieses Experiment umgestalteten Airbus A300 vorgenommen, der bereits seit 1996 für Parabelflüge eingesetzt wird. Das französische Ärzteteam entfernte dem Extremsportler Philippe Sanchot, der sich freiwillig für das Experiment zur Verfügung gestellt hatte, ein gutartiges Geschwulst am Unterarm.

Die Operation sei genau wie erwartet verlaufen, erklärte Dominique Martin, Chefarzt an der Universitätsklinik Bordeaux, im Anschluss an den Flug. "Auf der Grundlage der von uns gesammelten Daten gehen wir davon aus, dass ein Mensch unter weltraumähnlichen Bedingungen operiert werden kann, ohne dass sich unüberwindbare Schwierigkeiten ergeben."

Obwohl die Operation selbst nur etwa 11 Minuten in Anspruch nahm, dauerte der gesamte Flug rund drei Stunden, da im Airbus A300 nur zeitweise, jeweils für etwa 22 Sekunden, der Zustand der Schwerelosigkeit erreicht werden kann.

Die Flugbahn des Airbus A300 hat die Form einer Parabel, das heißt das Flugzeug steigt steil auf und sinkt nach Erreichen des Gipfelpunktes ebenso abrupt wieder ab. Nach einer kurzen Weile kann der Pilot den nächsten Parabelflug einleiten, und der Airbus steigt aufs Neue. Die Insassen des Flugzeugs erleben den Zustand der Schwerelosigkeit, sobald die Maschine ihren Gipfelpunkt erreicht und der Sinkflug eingeleitet wird. Parabelflüge werden unter anderem eingesetzt, um Astronauten an die Schwerelosigkeit zu gewöhnen, die anfänglich zu Übelkeit führen kann.

Während des Fluges mussten 31 Parabelmanöver durchgeführt werden, bis das Ärzteteam die Operation beendet hatte. Sobald der Zustand der Schwerelosigkeit endete, stellten die Ärzte die Operation ein, um dann beim Erreichen des nächsten Gipfelpunktes erneut ihre Arbeit aufzunehmen. Laut Berichten der BBC waren die Chirurgen während des Fluges an den Wänden festgeschnallt, während der Patient mit einem Plastikzelt an Ort und Stelle gehalten wurde.

"Seit Februar haben wir die Operation am Boden und im Flugzeug immer wieder geprobt. Im Kopf sind wir voll eingespielt", berichtete Martin der Nachrichtenagentur AFP vor dem Flug.

An dem Experiment nahmen drei Chirurgen, zwei Anästhesisten und einige Fallschirmjäger teil. Die Chirurgen verwendeten Operationsbesteck im verkleinerten Maßstab, das mithilfe von Magneten fixiert wurde, damit es während des Fluges nicht durch den Airbus flog.

Der Anästhesist Laurent de Coninck erklärte, das Experiment sei aus rein pragmatischen Gründen notwendig gewesen. "Bislang sind schon über 400 Menschen ins All geflogen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand während einer Mission verletzt, wird immer größer. Einen Patienten zur Behandlung auf die Erde zurückzubringen ist sowohl eine Gefahr für den Patienten als auch eine kostspielige Angelegenheit", berichtete er der AFP.

Das Team hatte sich mit einer Operation an der lediglich 0,5 mm breiten Arterie eines Rattenschwanzes eingehend auf den Versuch vorbereitet. Dieses Experiment soll den Grundstein für die Entwicklung von Robotern legen, die in der Schwerelosigkeit Operationen vornehmen könnten.

Länder

Frankreich