CORDIS
Forschungsergebnisse der EU

CORDIS

Deutsch DE

Nachrichten

Deutsch DE

EU und IAEA feiern 25 Jahre Zusammenarbeit im Bereich nukleare Sicherheitsüberwachung

In diesem Jahr feiern die Europäische Kommission und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) 25 Jahre Zusammenarbeit im Bereich nukleare Sicherheitsüberwachung. Das Jubiläum wurde mit einem Festakt in Karlsruhe begangen, bei dem beide Parteien eine weitere Zusammenarbeit ...

Andere

In diesem Jahr feiern die Europäische Kommission und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) 25 Jahre Zusammenarbeit im Bereich nukleare Sicherheitsüberwachung. Das Jubiläum wurde mit einem Festakt in Karlsruhe begangen, bei dem beide Parteien eine weitere Zusammenarbeit versprachen.

Die IAEA muss als weltweite Überwachungsbehörde sicherstellen, dass die Länder den internationalen Atomwaffensperrvertrag einhalten. Das bedeutet, die Inspektoren müssen untersuchen, ob ein Land Nuklearmaterial zur Entwicklung von Atomwaffen "abzweigt" bzw. seine Kernenergieeinrichtungen zu diesem Zweck einsetzt. Die IAEA hat jedoch keine eigenen Forschungs- und Entwicklungskapazitäten und muss daher auf die Unterstützung ihrer Mitglieder zurückgreifen. Die EU bietet diese Unterstützung über ihre Gemeinsame Forschungsstelle (GFS).

"Die GD Gemeinsame Forschungsstelle hat uns überragende wissenschaftliche und technische Unterstützung zur Verfügung gestellt, mit Hilfe derer wir unsere Aufgaben erfüllen konnten", erklärte Olli Heinonen, stellvertretender Generaldirektor der IAEA. "Dadurch hat sich die Sicherheit der Menschen in der Europäischen Union und weltweit erhöht."

Der Bereich der nuklearen Sicherheitsüberwachung hat sich stark gewandelt, seit die IAEA im Jahr 1981 ihre Zusammenarbeit mit der EU aufgenommen hat. Damals bestand die zentrale Aufgabe der IAEA darin zu prüfen, ob die Berichte der Länder über ihre nuklearen Aktivitäten der Wahrheit entsprachen. Heute geht es verstärkt um die Entdeckung nicht deklarierter, heimlicher Aktivitäten und um die Verfolgung des illegalen Handels mit Nuklearmaterial.

Im Laufe des letzten Vierteljahrhunderts hat die Gemeinsame Forschungsstelle der EU stetig modernste Instrumente und Techniken entwickelt, die es den 250 IAEA-Inspektoren ermöglichen sollen, ihre neuen Aufgaben auszuführen.

Zu den Leistungen, die die GFS bietet, gehören Techniken zur Entnahme von Umweltproben. Der erste Schritt in diesem Verfahren ist erstaunlich gering technisiert: Ein Inspektor wischt mit einem Tuch über eine Oberfläche in einer Nuklearanlage. Im Labor wird dann der Staub auf diesem Tuch nach radioaktiven Partikeln untersucht, die dann wiederum in einem Massenspektrometer analysiert werden. Das daraus generierte Profil zeigt dem Inspektor, welche Produktionsprozesse in der Einrichtung, in der das Material entnommen wurde, durchgeführt werden.

Eine weitere spektakuläre Entwicklung der GFS ist die Erstellung von 3D-Lasermodellen von Räumen. Das Gerät funktioniert wie eine Art elektronisches Maßband. Auf der Grundlage von Messungen, die aus verschiedenen Positionen gemacht wurden, wird ein 3D-Modell des Raums erstellt. Die Inspektoren können das Verfahren bei aufeinander folgenden Besuchen anwenden und die Ergebnisse miteinander vergleichen. Das System zeigt direkt Unterschiede auf, zum Beispiel zusätzliche Rohre oder sogar kleine Veränderungen in den Durchmessern der Rohre, die darauf hinweisen könnten, dass der Raum jetzt für andere - vielleicht illegale - Zwecke genutzt wird.

Auch die Informationsanalyse ist ein Instrument, das für die Nuklear-Inspektoren zunehmend von Bedeutung ist. Die GFS hat eine Software entwickelt, die eine Vielzahl von allgemein zugänglichen Quellen (so genannten Open Source-Quellen) analysiert, zum Beispiel Nachrichten, Forschungsartikel, Berichte und Satellitenfotos. So kann das System zum Beispiel Unterschiede zwischen dem erkennen, was Vertreter eines Landes zu unterschiedlichen Zeitpunkten und an unterschiedlichen Orten sagen.

Mit Blick auf die Zukunft kündigte Roland Schenkel, der Generaldirektor der GFS, an, dass das Budget für die Zusammenarbeit mit der IAEA unter dem Siebten Rahmenprogramm steigen werde. "Wir feiern heute nicht nur", erklärte er. "Wir geben auch ein Versprechen für die Zukunft."

In den nächsten Jahren wird die GFS die IAEA weiterhin in unterschiedlichster Art und Weise unterstützen. Mit den immer komplexer werdenden Erkennungstechniken will die GFS den IAEA-Inspektoren Schulungen zur Nutzung der Instrumente und der Analyseergebnisse bieten. Sie wird auch die Open Source-Analysetechniken verfeinern und weiterhin daran arbeiten, eine schnelle und präzise Analyse von verdächtigem Material zu erstellen.

Im Rahmen der Feier sagte Olli Heinonen: "Durch die Zusammenarbeit sind wir wesentlich stärker, als wenn jeder von uns alleine arbeiten würde. Wie die neuesten Nachrichten aus dem Iran und aus Nordkorea zeigen, braucht die Welt immer noch dringend Möglichkeiten, heimliche Nuklearaktivitäten zu erkennen, und der Beitrag der GFS in diesem Bereich ist so wichtig wie eh und je."