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Open-Access-Veröffentlichungen in der Physik nehmen zu

Als ob die Erfindung des World Wide Web nicht revolutionär genug gewesen wäre, leitet die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) derzeit einen Paradigmenwechsel in Bezug auf akademische Veröffentlichungen ein.

Erstmals untersucht ein ganzer Wissenschaftsbereich di...

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Als ob die Erfindung des World Wide Web nicht revolutionär genug gewesen wäre, leitet die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) derzeit einen Paradigmenwechsel in Bezug auf akademische Veröffentlichungen ein.

Erstmals untersucht ein ganzer Wissenschaftsbereich die Möglichkeit, seine vom Leser bezahlten Zeitschriften in ein Open Access Format auf Kosten des Verfassers umzuwandeln.

Der Paradigmenwechsel würde dazu führen, dass das traditionelle Modell der Finanzierung von Veröffentlichungen durch Leserabonnements abgeschafft würde und Veröffentlichungen stattdessen von Finanzierungseinrichtungen über Labors und die Verfasser selbst finanziert würden und somit für Leser kostenlos wären.

Neben der Revolutionierung im Bereich akademische Veröffentlichungen könnte Open Access außerdem große Auswirkungen auf die Forschung selbst haben, da die uneingeschränkte Verbreitung ihrer öffentlich finanzierten Forschungsergebnisse Forschern und Finanzierungseinrichtungen ungeahnte Möglichkeiten eröffnen würde.

Die Finanzierungseinrichtungen haben die Leitung in diesem Projekt übernommen und befassen sich derzeit mit der Einrichtung eines Sponsorenkonsortiums für Open-Access-Veröffentlichungen in der Teilchenphysik, SCOAP3. Es gab bereits Unterstützungsbekundungen von vielen europäischen Ländern, Finanzierungseinrichtungen, Labors, dem Europäischen Komitee für zukünftige Beschleuniger (European Committee for Future Accelerators - ECFA) sowie von nationalen und internationalen Bibliothekskonsortien.

"Es weht ein frischer Wind, der die Möglichkeit bietet, mit neuen Modellen zu experimentieren. In diesem Zusammenhang gilt CERN als Pionier für ein neues Veröffentlichungsparadigma und die SCOAP-Initiative als Pilotprojekt für künftige Entwicklungen im Bereich wissenschaftliche Veröffentlichungen", so Peteris Zilgalvis, Leiter des Referats Ethik und Wissenschaft der GD Forschung der Europäischen Kommission.

Die Verleger passen sich ebenfalls an die durch Open-Access-Veröffentlichungen gebotenen Möglichkeiten an. Vom American Institute of Physics, der American Physical Society, Elsevier und Springer veröffentlichte Zeitschriften bieten den Verfassern bereits die Möglichkeit, den Lesern ihre Artikel kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Das Veröffentlichungskonsortium des European Physical Journal hat den Preis für eine Open-Access-Option gesenkt und einen verfasserfreundlichen Urheberrechtsansatz angekündigt.

Gleichzeitig haben sich die Verleger des Journal of High Energy Physics (JHEP) zu einer Sponsorpolitik bereiterklärt, in der sie uneingeschränkten Zugang zu ihren Artikeln gewähren würden. Bezüglich der Kosten für eine solche Politik stellte das JHEP fest: "Es ist uns gelungen zu beweisen, dass die Kosten gesenkt werden können und gleichzeitig eine strenge Peer Review sichergestellt werden kann."

Wenn das Open-Access-Format erfolgreich ist, könnte es einen Quantensprung für die Veröffentlichungslandschaft der Hochenergiephysik und der wissenschaftlichen Forschung im Allgemeinen darstellen.

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