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GFS entwickelt Risikoanalysesystem zur Bekämpfung von Unterschlagung und Betrug im Seehandel

Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission hat ein Software-Tool mit der Bezeichnung ConTraffic zur automatischen Sammlung und Analyse von Daten zur globalen Containerbewegung auf See entwickelt. Ziel des Tools ist die Eindämmung des Transports von gefäl...

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Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission hat ein Software-Tool mit der Bezeichnung ConTraffic zur automatischen Sammlung und Analyse von Daten zur globalen Containerbewegung auf See entwickelt. Ziel des Tools ist die Eindämmung des Transports von gefälschten und anderen illegalen und potenziell gefährlichen Gütern.

Mithilfe einer Reihe komplexer Algorithmen überwacht das ConTraffic-System die Zwischenhäfen eines Containers sowie der Schiffe, auf denen der Container transportiert wird. In den meisten derzeit gebräuchlichen Risikoanalysesystemen wird nur der letzte Anlaufhafen registriert. Bisher hat das System über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren über 220 Millionen Angaben zu über 4,4 Millionen Containern gesammelt. Es umfasst darüber hinaus Informationen zu über 2,6 Millionen Containern, die im Besitz von sieben Leasing-Unternehmen sind.

Diese zusätzlichen Informationen bieten den Zollbeamten ein umfassendes Bild über die Transportwege eines Containers, sodass Routenunregelmäßigkeiten sofort erkannt werden können. Meist sind auffällige Containerbewegungen auf Versuche zurückzuführen, Vorschriften zu umgehen oder Güter zu schmuggeln.

ConTraffic wird voraussichtlich bedeutende Auswirkungen auf die Bekämpfung des Transports von gefälschten oder illegalen Gütern haben. Für viele handelte es sich dabei um einen aussichtslosen Kampf. Ganze 90 Prozent des weltweiten Frachtguts werden in Seecontainern transportiert, doch nur zwei Prozent werden tatsächlich von Zollbeamten kontrolliert.

Die ConTraffic-Datenbank ist zwar nicht vollständig, doch Experten sind der Meinung, dass sie ausreichend Informationen umfasst, um eine routenbasierte Risikoanalyse auf der Grundlage solider statistischer Daten zu ermöglichen.

ConTraffic wird derzeit auf die Überwachung des Transports von Gütern ausgeweitet, die unter dem Gesichtspunkt Sicherheit besonders heikel sind. Es sollte daher möglich sein, neue Indikatoren zur Unterstützung von Kontrollmaßnahmen an Häfen bereitzustellen, insbesondere vor dem Hintergrund der weltweiten Bemühungen, wie z. B. der Initiative zur Containersicherheit und der Initiative zum Schutz vor der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen (Proliferation Security Initiative - PSI). Darüber hinaus wird ConTraffic einen Beitrag zur Ausarbeitung gemeinsamer Vorschriften für Containersicherheit in der EU leisten, mit denen das Risiko auf ein Minimum beschränkt werden kann.