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Einmal Kommissarin Reding wie ein Schatten folgen

Als sich Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, einen Weg durch die Menge der Delegierten bahnte, die am 21. November zur offiziellen Eröffnung der Konferenz und Ausstellung "IST 2006" in Helsinki gekommen waren, folgte ihr ein 16-jähriges finn...

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Als sich Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, einen Weg durch die Menge der Delegierten bahnte, die am 21. November zur offiziellen Eröffnung der Konferenz und Ausstellung "IST 2006" in Helsinki gekommen waren, folgte ihr ein 16-jähriges finnisches Mädchen namens Mikaela dicht auf den Fersen.

Mikaela ist eines von mehreren jungen Mädchen aus ganz Europa, die an einer von Viviane Reding angeregten Initiative namens "shadow girls" teilnehmen. Im Rahmen der Initiative folgen die Mädchen Geschäftsführerinnen oder hochrangigen Politikerinnen aus nationalen Regierungen für kurze Zeit sozusagen wie ein Schatten. Die Initiative hat das Ziel, bei den Mädchen ein Interesse für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu wecken. Die Initiatoren hoffen, dass es nicht nur bei einem Interesse für IKT bleibt, sondern dass die Mädchen den Wunsch entwickeln, später die Berufslaufbahn einer Forscherin oder Unternehmensleiterin einzuschlagen. Für einen oder mehrere Tage folgen die Mädchen ihrer persönlichen Mentorin, um mehr über die Arbeit im Bereich IKT zu erfahren.

"Wir haben festgestellt, dass IKT nicht alleine dadurch gefördert werden kann, dass ausschließlich junge Männer dazu bewegt werden, die Laufbahn eines Geschäftsführers oder Forschers einzuschlagen", erläuterte Reding im Rahmen einer Pressekonferenz.

Im Frühjahr veröffentlichte die Kommission ihren Bericht "She Figures 2006", der aufzeigt, dass die Zahl der Hochschulabsolventinnen zwar stetig steigt, der Anteil von weiblichen Beschäftigten im Bereich Forschung jedoch EU-weit im Allgemeinen niedrig ist. Im privaten Forschungssektor sind lediglich 18 Prozent, im öffentlichen Sektor 35 Prozent Frauen beschäftigt. Dieser Trend ist besorgniserregend, da Europa zusätzlich eine halbe Million Forscher benötigt, um das Ziel von Lissabon zu erreichen, d. h. zum wettbewerbsfähigsten, wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu werden. Zurzeit werden Positionen in der Forschung nicht rasch genug mit Frauen besetzt.

CORDIS-Nachrichten sprach mit Mikaela über den Eindruck, den der Tag bei ihr hinterlassen hat, den sie in Begleitung der Kommissarin verbracht hat. "Ich habe heute viel über das Berufsfeld IT gelernt", betonte Mikaela. Sie berichtete, dass sie viele interessante Ausstellungen besucht hat, die ihr gezeigt haben, wie Technologie zur Erleichterung des alltäglichen Lebens der Menschen eingesetzt werden kann. "Bevor ich hierher kam, hatte ich keine Ahnung, welchen Beruf ich wählen wollte. Nun ziehe ich jedoch den IT-Bereich als berufliche Möglichkeit in Betracht", fügte sie hinzu.

Um Mikaelas positives Fazit einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln, plant die Kommission einen Dokumentarfilm, der die Erfahrungen der "shadow girls" zeigt. Dieser Film soll anschließend Schulen in ganz Europa zur Verfügung gestellt werden. Mikaela und die übrigen Mädchen, die sich an der Initiative beteiligt haben, werden darüber hinaus an einer Sonderveranstaltung in Brüssel teilnehmen, in der das Thema beleuchtet wird. Diese Veranstaltung soll am 8. März, dem Europäischen Frauentag, stattfinden.