CORDIS
Forschungsergebnisse der EU

CORDIS

Deutsch DE

Nachrichten

Deutsch DE

Automobilindustrie verkörpert Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, so Verheugen

Günter Verheugen, Vizepräsident der Kommission, betonte am 22. November in seiner Eröffnungsrede zur diesjährigen Konferenz des Europäischen Verbands für Fahrzeugforschung (EUCAR), dass die Automobilindustrie "keine andere Wahl hat, als eine technologische Führungsposition anz...

Politikgestaltung und Leitlinien

Günter Verheugen, Vizepräsident der Kommission, betonte am 22. November in seiner Eröffnungsrede zur diesjährigen Konferenz des Europäischen Verbands für Fahrzeugforschung (EUCAR), dass die Automobilindustrie "keine andere Wahl hat, als eine technologische Führungsposition anzustreben".

In seiner Rede, die er sowohl an Politiker als auch an die Vertreter der Automobilindustrie richtete, rief er den Anwesenden die Herausforderungen, die im Automobilsektor gemeistert werden müssen, ins Gedächtnis. In diesem Zusammenhang ging er vor allem auf die Bedeutung der Innovation ein, die ein Mittel zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sei und dazu beitragen könne, die Herausforderungen anzugehen.

"Die Automobilindustrie ist die Schlüsselindustrie für Europa", sagte Verheugen und wies darauf hin, dass zu den 20 europäischen Spitzeninvestoren in Forschung und Entwicklung (F&E) sechs EUCAR-Mitglieder und zwei Automobilzulieferer zählen.

"Die neuen Supermächte [aufstrebende Volkswirtschaften Asiens] werden in jedem Bereich eine Konkurrenz darstellen. In Europa gibt es Menschen, die nach wie vor davon überzeugt sind, dass sich das gewohnte Modell der Arbeitsteilung nicht geändert hat. Das ist eine gefährliche Annahme", so Verheugen.

Der Automobilsektor muss sich jedoch nicht nur dem Wettbewerb mit dem Fernen Osten stellen, wo es mehr als genügend billige Arbeitskräfte gibt. Auch die begrenzte Verfügbarkeit von fossilen Brenn- und anderen Rohstoffen, Forderungen nach umweltfreundlicheren Autos sowie Bedenken hinsichtlich der Fahrzeugsicherheit sind Aspekte, für die es Lösungen zu finden gilt. "Die Automobilindustrie verkörpert die Herausforderungen, denen sich Europa im 21. Jahrhundert stellen muss", so Verheugen.

Verheugen erklärte, dass der Klimawandel für die kommenden Jahre ein dringendes Anliegen der Kommission bleibe. Interessenvertreter der Automobilindustrie sollten diesen Umstand jedoch nicht als etwas Negatives begreifen.

Sicherlich muss die Automobilindustrie noch Beträchtliches leisten, um in einer globalen Wirtschaft wettbewerbsfähig bleiben zu können, jedoch hat nicht nur der Privatsektor Verpflichtungen zu erfüllen. "Politiker müssen Rahmenbedingungen schaffen, die es Ihnen ermöglichen, in Europa zu bleiben und in Europa zu investieren", so Verheugen.

Darüber hinaus wies der Vizepräsident der Kommission darauf hin, dass Innovation in manchen Fällen durch Probleme auf politischer Ebene behindert würde. "Die Menschen müssen sich darauf einstellen, Veränderungen zu akzeptieren. Genau das tun sie jedoch nicht. Wie dürfen Veränderungen nicht umgehen, wir müssen sie in den Griff bekommen", betonte er.

Verheugen sprach sich für eine Zusammenarbeit in Form von Clustern aus. Auf diese Weise könnten sich die Interessenvertreter treffen, um voneinander zu lernen und ihre Chancen auf einen Zugang zu Finanzierungsmitteln zu erhöhen.

Dr. Thomas Weber, Vorsitzender der EUCAR-Konferenz 2006 und Mitglied des Vorstands von DaimlerChrysler, griff diesen Aspekt der Zusammenarbeit auf. Im Anschluss an die Eröffnungsrede des Vizepräsidenten erklärte Dr. Weber: "Wir brauchen die Ölindustrie, wir brauchen Politiker, wir brauchen Kunden."

Er nannte eine Reihe von vorrangigen Bereichen für die Zukunft, unter anderem alternative Brennstoffe, Hybridsysteme sowie aktive und passive Sicherheit. "Wir befinden uns in der vorwettbewerblichen Phase und dabei konzentrieren wir uns auf die richtigen Bereiche", so Dr. Weber.