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Studie zeigt: Ausgaben für Krebsforschung steigen

Die Ausgaben für Krebsforschung in Europa steigen. Dadurch trägt Europa am meisten zu den weltweiten Bemühungen in der Krebsforschung bei, heißt es im zweiten Bericht über die Krebsforschungsförderung des Forums der Europäischen Manager in der Krebsforschung (European Cancer R...
Studie zeigt: Ausgaben für Krebsforschung steigen
Die Ausgaben für Krebsforschung in Europa steigen. Dadurch trägt Europa am meisten zu den weltweiten Bemühungen in der Krebsforschung bei, heißt es im zweiten Bericht über die Krebsforschungsförderung des Forums der Europäischen Manager in der Krebsforschung (European Cancer Research Managers, ECRM). Allerdings drohen zunehmende bürokratische Hürden künftige Forschung zu ersticken, warnt der Bericht.

Dem Gutachten zufolge, das am 18. September dem Europäischen Parlament vorgelegt wurde, wurden in Europa im Jahr 2004 insgesamt 3,2 Milliarden Euro für die Krebsforschung ausgegeben, was einen Anstieg von 38% in den zwei vorangegangenen Jahren darstellt. Etwas mehr als die Hälfte dieser Summe kommt von Regierungs- und der Rest von Wohltätigkeitsorganisationen.

Obwohl Europa immer noch einen kleineren Anteil des BIP (Bruttoinlandsprodukt) für die Krebsforschung ausgibt als die USA, wird dieser Abstand kleiner. Darüber hinaus hat Europa bei der Anzahl der veröffentlichten Arbeiten über Krebsforschung mit den USA aufgeschlossen.

"Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung wird in Europa Krebsforschung in phänomenalem Umfang betrieben, was die große Zahl an Veröffentlichungen zur Krebsforschung beweist", kommentiere Professor Richard Sullivan, Vorsitzender des ECRM-Forums. "Dies ist wichtig, da viele politische Entscheidungsträger annehmen, dass sich die weltweite Krebsforschung hauptsächlich in den USA abspielt. Unsere Daten zeigen, dass das nicht wahr ist und die Bemühungen wirklich global sind. Die Möglichkeiten für fruchtbringende Partnerschaften sind nicht nur existent, sie sollten auch die Grundlage für eine zukünftige langfristige Politik sein."

Allerdings heben die Autoren des Berichts hervor, dass die Bürokratie eine Gefahr für Fortschritte in der Krebsforschung darstellt. "Eine gute Steuerung der Forschung ist entscheidend, aber Bürokratie absorbiert zu viel der weltweiten Investitionen in die Krebsforschung", sagte Professor Sullivan. "Bürokratie und eine wuchernde Verwaltung bleiben ständige Gefahren für den Fortschritt. Förderorganisationen und Regierungspolitiker müssen gegen diese Gefahren vorgehen und, wo notwendig, vereinfachen und vereinheitlichen."

Eine vor kurzem durchgeführte Studie von Cancer Research UK fand heraus, dass die EU-Richtlinie über klinische Prüfungen zu einer Verdopplung der Kosten für die Durchführung nicht kommerzieller klinischer Tests in der Krebsforschung geführt habe. Außerdem habe sie den Start von Prüfungen um mehrere Monate verzögert und internationale Zusammenarbeit bei klinischen Tests erschwert.

Der ECRM-Bericht unterstreicht ebenfalls die großen Unterschiede bei den Ausgaben für Krebsforschung innerhalb Europas. An der Spitze steht mit großem Abstand das Vereinigte Königreich mit Krebsforschungsausgaben von 783 Millionen Euro im Jahr 2004. An zweiter und dritter Stelle stehen Deutschland und Frankreich, die 324 Millionen Euro bzw. 249 Millionen Euro aufgewendet haben.

Seit Veröffentlichung des letzten Berichts vor zwei Jahren haben 60% der Mitgliedstaaten ihre effektiven Forschungsausgaben erhöht. Allerdings haben 30% ihre Ausgaben gar nicht erhöht.

"Es wird deutlich, dass einige Regierungen weiterhin die Krebsforschung nicht ausreichend unterstützen", sagte Professor Sullivan. "Für diese Mitgliedstaaten ist die Notwendigkeit für spezifische politische Maßnahmen von entscheidender Bedeutung, um ein Minimum an Spitzenforschung innerhalb ihrer Einrichtungen - im Verhältnis zu ihrem Budget für Forschung und Entwicklung [FuE] - zu sichern. Nur so können sich diese Länder in Zukunft zu wichtigen Standorten für die Krebsforschung entwickeln."

Der Bericht identifiziert darüber hinaus in der Mehrheit der untersuchten Länder einen Trend weg von der Grundlagenforschung und hin zu mehr klinischer Forschung. Während der Präsentation des Berichts rief Professor Sullivan zu einem ganzheitlicheren Ansatz zur Heilung und Kontrolle von Krebs auf.

"Die Suche nach neuen Arzneimitteln ist nur eine Strategie", sagte er und stellte fest, dass mehr Forschung zu Themen wie Prävention und Frühdiagnose notwendig sei. Professor Sullivan fügte hinzu, dass er hoffe, die Kommission werde solche Forschungen unter dem Siebten Rahmenprogramm (RP7) fördern.

Quelle: Teilnahme der CORDIS-Nachrichten an der Präsentation des Second Cancer Research Funding Survey

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