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Ethikgruppe warnt vor den Folgen des Klonens für den Tierschutz

Die Europäische Gruppe für Ethik (EGE - European Group on Ethics) rät von der Verwendung geklonter Tiere und ihrer Nachkommen für die Produktion von Nahrungsmitteln aus Gründen des Tierschutzes ab. In einer am 16. Januar veröffentlichten Stellungnahme schreibt die Gruppe: "Ang...

Die Europäische Gruppe für Ethik (EGE - European Group on Ethics) rät von der Verwendung geklonter Tiere und ihrer Nachkommen für die Produktion von Nahrungsmitteln aus Gründen des Tierschutzes ab. In einer am 16. Januar veröffentlichten Stellungnahme schreibt die Gruppe: "Angesichts des bestehenden Leidens und der gesundheitlichen Probleme von Ersatzmuttertieren und geklonten Tieren äußert die EGE ihre Zweifel daran, ob das Klonen von Tieren für die Nahrungsmittelversorgung gerechtfertigt ist." In der Stellungnahme beruft sich die EGE auf die Tatsache, dass Klonen immer noch nicht sehr effizient ist und "zu perinatalen und postnatalen Erkrankungen und Sterblichkeit geklonter Organismen führt". Zu den Abnormalitäten geklonter Tiere gehören ein erhöhtes Gewicht, Fehlbildungen, geringere Überlebensrate bei Geburt, Atemprobleme, vergrößerte fötale Leber, Hautblutungen und Nierenfehlbildungen. Weitere Forschung ist notwendig, um die Gesundheit der Nachkommen geklonter Tiere zu untersuchen. Die EGE hat eine Reihe von Empfehlungen ausgesprochen, falls geklonte Tiere auf dem europäischen Markt eingeführt werden sollten. Hinsichtlich des Tierschutzes merkt sie an, dass den Tieren die "fünf Freiheiten" garantiert werden müssten, die von der Welttierschutzorganisation festgelegt wurden: der Schutz vor Hunger, Durst und schlechter Ernährung; Schutz vor Angst und Elend; der Schutz vor körperlichem und thermischem Unbehagen; der Schutz vor Schmerzen, Verletzungen und Krankheiten; und das Recht auf die Bewahrung normaler Verhaltensmuster. Die EGE ruft auch zu weiteren Studien und Analysen der langfristigen Implikationen für den Tierschutz und die gesundheitlichen Folgen für geklonte Tiere und ihre Nachkommen auf. Eine weitere Empfehlung der EGE betrifft die Beteiligung der Öffentlichkeit. Sie fordert "öffentliche Debatten zu den Folgen des Klones landwirtschaftlicher Nutztiere auf die Landwirtschaft und die Umwelt, zu den gesellschaftlichen Folgen aufgrund eines erhöhten Fleischkonsums und der steigenden Rinderzucht sowie zu der gerechten Verteilung der Nahrungsmittelquellen" und fügt hinzu, dass die Europäische Kommission eine "proaktive Rolle" hinsichtlich der Anregung dieser Debatten spielen sollte. Eine weitere Empfehlung der EGE ist, dass die Europäische Kommission die Initiative ergreifen soll, um Verbraucherfreiheiten und -rechte zu gewährleisten, obwohl die Experten anerkennen, dass die Einhaltung der Vorschriften der Welthandelsorganisation die Situation komplizierter gestalten könnte. Diese Stellungnahme behandelt auch die Biodiversität und Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Nutztiere. "Die Kommission sollte die geeigneten Maßnahmen ergreifen, um das genetische Erbe landwirtschaftlicher Nutztierrassen zu erhalten, beispielsweise durch Förderung von Projekten, die sich der Erhaltung von Haustierrassen in Europa widmen, und durch die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft", führt die EGE an. Schließlich rufen die Ethiker zu weiteren Forschungen zu den Folgen des Klonens von Tieren auf sowie zu seinen Folgen für die menschliche Gesundheit und den Tierschutz für landwirtschaftliche Nutztiere, die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nicht abgedeckt werden. Die Stellungnahme der EGE folgt den Stellungnahmen zur Sicherheit der Verwendung geklonter Tiere für die Nahrungsmittelherstellung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und der US-amerikanischen Lebensmittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) auf dem Fuß. Beide Organisationen sind zu dem Schluss gekommen, dass der Verzehr von Fleisch geklonter Tiere nicht sicher ist. Die EGE gibt an, dass sie beide Stellungnahmen zur Kenntnis genommen habe. In einer Erklärung sagt die EFSA, dass sie die Stellungnahme der EGE begrüße, und hob hervor, dass "das Klonen von Tieren ethische, moralische und andere gesellschaftliche Probleme aufwerfe, die über ihren [der EFSA] Auftrag hinausgehe". Ihrerseits erklärte die Europäische Kommission, dass sie die Stellungnahmen der ESFA und der EGE im Detail untersuche werde, bevor sie eine umfangreiche Konsultation in die Wege leiten würde, um die Meinungen der Interessengruppen zu diesem Thema zu erhalten. In der Zwischenzeit hat sie mit den Arbeiten zu einer Eurobarometerumfrage begonnen, um die Haltungen der Verbraucher und die Nachfrage nach Informationen zum Thema Klonen zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser Umfrage sollen in der zweiten Jahreshälfte zur Verfügung stehen.

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