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Kommission unterzeichnet Verwaltungsabkommen mit CERN

Am 10. Oktober 1994 unterzeichneten Professor Antonio Ruberti, Kommissionsmitglied für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung, und Professor Christopher Llewellyn Smith, Generaldirektor des Europäischen Labors für Teilchenphysik (CERN) ein Verwaltungsabkommen, das den Weg für...
Am 10. Oktober 1994 unterzeichneten Professor Antonio Ruberti, Kommissionsmitglied für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung, und Professor Christopher Llewellyn Smith, Generaldirektor des Europäischen Labors für Teilchenphysik (CERN) ein Verwaltungsabkommen, das den Weg für eine engere wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und CERN frei macht.

Ruberti äußerte sich zufrieden über die weitere Verstärkung der schon jetzt ausgezeichneten Zusammenarbeit, die das Abkommen ermögliche; mit der Unterzeichnung sei ein erster Schritt zu einem europäischen Forschungsraum getan.

Smith unterstrich die hervorragende Stellung des Labors; es biete mehr als der Hälfte aller Teilchenphysiker der Welt beste Bedingungen für die Grundlagenforschung; darüber hinaus sei es aber auch führend bei zukunftweisende FuE-Arbeiten in einem breiten Spektrum flankierender Technologien, z. B. Supraleitung, Kryotechnik, Datenverarbeitung und Netzwerke, Vakuumtechnik, Geodäsie, Elektronik, Strahlungssensoren. Durch die Zusammenarbeit zwischen CERN und der EU trügen die einzigartigen Fachkenntnisse von CERN zur Wettbewerbsfähigkeit Europas bei.

Nach der Unterzeichnungszeremonie fand die erste Sitzung des neuen gemischten Forschungsausschusses EU-CERN statt, der die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit im Rahmen des Abkommens fördern und überwachen soll. Nach Ansicht von Professor Ruberti sei eine besonders ertragreiche Zusammenarbeit in folgenden Bereichen zu erwarten: Informationstechnik, Industrie- und Werkstofftechnik, Weiterbildung und Mobilität von Wissenschaftlern sowie Wissenschaftskooperation mit mittel- und osteuropäischen Staaten, von denen vier vor kurzem CERN-Mitglieder geworden seien. Professor Smith verwies darauf, daß CERN bereits sehr viele junge Menschen im Rahmen von Stipendien und Praktika betreue, womit man bereits einen erheblichen Beitrag zum Programm Humankapital und Mobilität der Europäischen Union leiste. Er befürwortete die Idee, auch Industriepraktika anzubieten, damit junge Ingenieure und Wissenschaftler aus der angewandten Forschung einen Teil ihrer ersten Berufstätigkeit in europäischen Forschungseinrichtungen verbringen könnten, und zwar in Projekten, die im beiderseitigen Interesse von Arbeitgeber und Forschungslabor stünden.

Nach der Sitzung besichtigte Ruberti einige Versuchsanlagen, die ein Beweis für die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen CERN und der europäischen High-Tech-Industrie liefern.

CERN hat sich bereits an verschiedenen EU-Programmen beteiligt, darunter SCIENCE (Mobilität von Wissenschaftlern), RACE (Telekommunikation) und ESPRIT (Informationstechnik). Zwei Projekte aus jüngerer Zeit sind der europäische Supercomputer CS-2 und das Informationsnetz "World Wide Web (WWW)". CS-2 wurde vor kurzem im CERN-Rechenzentrum installiert und ist Teil der ESPRIT-geförderten Initiative für Hochleistungscomputer. CERN ist der federführende Partner und Koordinator in diesem Projekt und bringt sein außergewöhnliches Expertenwissen als Anwender und Entwickler zukunftweisender Computertechnik ein. WWW ist das leistungsfähigste Netzinformationssystem der Welt und ein Nebenprodukt des CERN-Engagements im Bereich fortgeschrittene Netzwerke. WWW wurde von CERN konzipiert und wird mit Unterstützung der EU und in Zusammenarbeit mit dem "Massachusetts Institute of Technology" weiterentwickelt und gepflegt. Über die geplante finanzielle Unterstützung der Kommission für dieses Projekt (1,5 Mio. ECU) soll Ende Oktober 1994 entschieden werden.

Die CERN-Zentrale liegt in Genf. Derzeit sind folgende Staaten Mitglied: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Israel, Italien, Jugoslawien (Mitgliedschaft ruht seit dem UN-Embargo, Juni 1992), Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rußland, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien, Tschechien, Türkei, Ungarn. Die Europäische Kommission und die UNESCO haben Beobachterstatus.

Quelle: Europäische Kommission, GD XII
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