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Arbeitsprogramm für das spezifische Programm "Kontrollierte Kernfusion"

Im Gegensatz zu anderen spezifischen FuE-Programmen der Europäischen Union wird das spezifische Programm zur "kontrollierten Kernfusion" nicht im Wege von "Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen" durchgeführt, und im Vorschlag für eine Entscheidung des Rates über das F...
Im Gegensatz zu anderen spezifischen FuE-Programmen der Europäischen Union wird das spezifische Programm zur "kontrollierten Kernfusion" nicht im Wege von "Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen" durchgeführt, und im Vorschlag für eine Entscheidung des Rates über das Fusionsprogramm ist nicht vorgesehen, daß die Kommission ein Arbeitsprogramm aufstellt (ABl. Nr. C 113 vom 23.4.1994). Diese Besonderheit gründet darin, daß das Programm ein sehr langfristig angelegtes Ziel hat und es sämtliche Arbeiten umfaßt, die in der Union (einschließlich Schweden und der Schweiz) auf dem Gebiet der kontrollierten Kernfusion mit magnetischem Einschluß geleistet werden. Dennoch werden im folgenden die wissenschaftlichen und technischen Zielsetzungen des Fusionsprogramms - sowie die Mittel und Modalitäten seiner Durchführung - beschrieben, um die von der Europäischen Union innerhalb der Rahmenprogramme durchgeführten FuE-Arbeiten vollständig darzustellen.

* Wissenschaftliche und technische Zielsetzungen

Langfristiges Ziel der Gemeinschaftsaktion ist die gemeinsame Errichtung sicherer und umweltverträglicher Reaktorprototypen mit dem Ziel, wirtschaftlich vertretbare Kraftwerke zu bauen, die auf die Bedürfnisse der potentiellen Benutzer zugeschnitten sind. In diesem Zusammenhang werden vor allem die Anforderungen der Elektrizitätsversorgungsunternehmen Beachtung finden. Die Dauer sowie das finanzielle und personelle Volumen der vor uns liegenden Arbeit verlangen die Konzentration der Gemeinschaftstätigkeiten auf das unmittelbare Ziel, die vollständige Kohäsion des Netzes der Organisationen, die mit dieser Gemeinschaftsaktion assoziiert sind und die maximale Ausschöpfung der Kooperationsmöglichkeiten mit den großen Fusionsprogrammen außerhalb der Gemeinschaft.

Sicherheits- und Umweltfragen werden eine zentrale Rolle in der Realisierung der großen Anlagen spielen, die im Anschluß an JET (Joint European Torus) im Rahmen der vorgesehenen Strategie hin zur Entwicklung eines kommerziellen Reaktorprototyps geplant sind:

- ein Experimentalreaktor ("Nächster Schritt"), bei dem es generell darum geht, aufzuzeigen, daß die Nutzung der Fusionsenergie zu friedlichen Zwecken wissenschaftlich und technisch machbar ist;

- ein Demonstrationsreaktor (DEMO), der signifikante Mengen Elektrizität erzeugen soll.

Für die Zeitspanne 1994-1998 besteht die vorrangige Zielsetzung darin, die Konstruktionspläne für den "Nächsten Schritt" im Rahmen der Vierer-Zusammenarbeit (EURATOM, Japan, Rußland und den USA) bezüglich der "Konstruktionsentwurfsaktivitäten zum Internationalen Thermonuklearen Experimentalreaktor (ITER-EDA)" zu erarbeiten. Außerdem sind spezielle Untersuchungen notwendig im Hinblick auf mögliche konzeptuelle Verbesserungen in der Plasmaphysik und der Plasmatechnologie sowie für langfristige technische Entwicklungen, mit denen die Nutzung der Fusion als Energiequelle möglich werden soll. Die Ergebnisse dieser Studien werden sowohl zum Betrieb von ITER als auch später zum konzeptionellen Vorentwurf von DEMO von Bedeutung sein.

* Forschungsbereiche

Die vorgeschlagene Strategie verlangt für 1994-1998 die gleichzeitige Entwicklung der folgenden drei Bereiche wissenschaftlich-technischer Arbeiten:

- Arbeiten für den "Nächsten Schritt"

Das ITER-EDA-Abkommen wird in zwei Protokollen durchgeführt. Das Protokoll 2 umfaßt den Zeitraum ab dem 21. März 1994 bis zum planmäßigen Abschluß der EDA im Juli 1998. Zu den Arbeiten gehören der eigentliche Entwurf durch das Gemeinsame Zentrale Team (JCT) und die Heimat-Teams (HT) der vier Parteien sowie die unterstützende FuE auf dem Gebiet der Physik und Technologie, die die HTs übernehmen. Für den Partner Euratom werden die Maßnahmen, die nicht zum Beitrag zur Gemeinsamen Zentralen Arbeitsgruppe gehören, durch die NET-Arbeitsgruppe koordiniert und von den Assoziationen, der Industrie (mit zunehmender Beteiligung), JET und der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) durchgeführt.

FuE-Arbeiten in Plasmaphysik und Plasmatechnologie zur Unterstützung der ITER-EDA werden weiter bei JET und den spezialisierten Anlagen in den Assoziationen verfolgt: Dabei geht es insbesondere um Teilchen- und Wärmeabfuhr, Plasmaheizung, Einschluß und Plasmaabbrüche sowie Langpulsbetrieb. Die Hauptaufgabe von JET ist die Erarbeitung zuverlässiger Methoden zur Kontrolle der Plasmareinhaltung unter den für den "Nächsten Schritt" relevanten Bedingungen und die Durchführung eines leistungsfähigen Betriebs mit Deuterium/Tritium-Plasmen.

Der Teil der Aufgaben für Technologie und Konstruktionsentwurf der ITER-EDA, welcher der Gemeinschaft zugeteilt wurde, wird vor allem in den Assoziationen, der GFS und in der Industrie durchgeführt. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinschaft für den Bau von ITER zu erhöhen und gleichzeitig die Möglichkeit offenzuhalten, einen europäischen "Nächsten Schritt" zu bauen, falls sich die Fortsetzung der ITER-Zusammenarbeit als zu schwierig erweisen sollte, wird man das notwendige Wissen in allen Schlüsseltechnologien des "Nächsten Schritts" entwickeln, insbesondere auf den Gebieten der supraleitenden Magnete, der dem Plasma zugewandten Komponenten, der Sicherheit bezüglich Betrieb und Umwelt, desBrennstoffkreislaufs sowie der in höchstem Maße zuverlässigen fernbedienten Wartung und Demontage der Anlage in ihrem spezifischen Umfeld. Die heutige Generation der technischen Testanlagen wird weiter intensiv genutzt. Die Speziallaboratorien in der GFS, bei JET und in den Assoziationen werden zur Demonstration der sicheren Handhabung von Tritium beitragen.

Es wird bestimmt werden, welcher europäischer Standort für den Bau des "Nächsten Schritts" in Frage kommt und welches seine Merkmale sind. Mit Blick auf die in der Programmentscheidung vorgesehenen Bewertung ist es wichtig, daß die Entscheidungen darüber, wo, wann und in welchem Rahmen der "Nächste Schritt" gebaut werden soll, während des Zeitraums 1994-98 gefällt werden.

- Konzeptverbesserungen

Untersuchungen zu Konzeptverbesserungen, die sich auf Tokamaks und verwandte Konfigurationen beziehen, sind für eine Definition von DEMO auf langfristige Sicht von entscheidender Bedeutung. Diese Untersuchungen werden auch zum Abschluß des Konstruktionsentwurfs des "Nächsten Schritts" und zur Vorbereitung seines Betriebs beitragen.

Die heutigen Methoden zur Lösung bestimmter Fragen zur Plasmaphysik und Plasmatechnologie sind verbesserungswürdig. Die meisten dieser Fragestellungen sind allen Anlagen mit magnetischem toroidalem Einschluß gemeinsam. Abgesehen von der Erweiterung der gegenwärtig laufenden Programme könnten diese Verbesserungen die Modernisierung bestehender Anlagen und den Bau neuer Anlagen erforderlich machen. Insbesondere Studien über verbesserte Einschlußbereiche, magnetohydrodynamische Stabilität, Plasma-Wand-Wechselwirkung, Brennstoffnachfüllung, Helium- und Wärmeabfuhr sowie Heizung und Stromtrieb werden in den bestehenden Anlagen unternommen. Neue Plasmadiagnostikmethoden werden in den Assoziationen zur Unterstützung dieser Studien entwickelt. Die Synergie zwischen theoretischer und experimenteller Arbeit wird gefördert.

Gegenwärtig laufen vorbereitende Arbeiten für die Modernisierung existierender Anlagen und den Bau neuer Anlagen; am weitesten fortgeschritten sind dabei die Arbeiten in folgenden Bereichen:

. detaillierter Entwurf und Entwicklung von Prototyp-Komponenten für einen möglichen großen Stellarator (W 7-X), dessen Ziel die Demonstration der verbesserten Leistungsfähigkeit dieser Konfiguration ist; konzeptionelle Studien zur Reaktorrelevanz von Stellaratoren werden weiterentwickelt; mit dem Bau des W7-X könnte im Zeitraum 1994-98 begonnen werden;

. mögliche Modernisierung einiger Tokamaks, insbesondere von TORE-SUPRA. Ein Vorschlag über einen speziellen Tokamak könnte unter Berücksichtigung des ITER-Zeitplans näher geprüft werden.

- Die langfristige Technologie

Um aus technischer und umweltpolitischer Sicht vertretbare Lösungen für technische Probleme bei der Nutzung der Fusion als Energiequelle zu finden, werden die Arbeiten im Bereich der langfristigen Technologie verstärkt. Die Akzeptanz der Fusionsenergie vom Standpunkt der Sicherheit und Umwelt sowie ihrer Wirtschaftlichkeit aus werden letzten Endes wesentlich zu einer weiter verbreiteten Nutzung der Fusionsenergie beitragen.

Die Arbeiten beinhalten insbesondere:

. Entwicklung von tritiumerzeugenden Brutmänteln im Hinblick auf den Bau von Mantelmodulen, die an DEMO anwendbar sind und die im ITER getestet werden sollen;

. Entwicklung von strahlenresistenten Materialien mit niedrigem Aktivierungsgrad. Für die Tests dieser Materialien ist eine hochenergetische Neutronenquelle erforderlich. Die Beteiligung an dem Konzeptentwurf einer Deuterium-Lithium-Neutronenquelle läuft im Rahmen einer IEA-Durchführungsvereinbarung (Internationale Energieagentur, Paris) an; dabei hat man das Ziel vor Augen, mit dem detaillierten Konstruktionsentwurf noch vor 1998 zu beginnen;

. Weiterführung der Analysen zur Sicherheit, Umweltverträglichkeit und gesellschaftlichen Akzeptanz der Fusionsenergie.

Diese Arbeiten auf dem Gebiet der langfristigen Technologie werden in den Assoziationen, in der GFS und von der Industrie durchgeführt.

* Durchführung

Die Integration der Forschung auf dem Gebiet der Kernfusion mit magnetischem Einschluß in einem einzigen Gemeinschaftsprogramm hat sich als wesentlich für eine optimale Nutzung der personellen und finanziellen Mittel erwiesen. Diese Integration steht in Einklang mit der im Weißbuch der Kommission empfohlenen Koordinierung von Forschungsaktivitäten. Ein einzelner Mitgliedstaat hätte nicht ein Projekt in der Größenordnung von JET durchführen können und wäre nicht als ebenbürtiger Partner bei der weltweiten Zusammenarbeit im Projekt ITER für einen Experimentalreaktor anerkannt worden.

Gemäß Artikel 7 Absatz 4 des Euratom-Vertrags ist die Kommission für die Verwirklichung des Fusionsprogramms zuständig. Dabei wird sie unterstützt von dem Beratenden Ausschuß für das Programm Fusion (BAPF), der sich aus 15 Delegationen zusammensetzt (je eine pro Mitgliedstaat, je eine der beiden mit dem Programm vollständig assoziierten Drittländer - Schweden und die Schweiz - und eine der Kommission). Die Projekte sind Gegenstand von Verträgen zur Forschung und technologischen Entwicklung auf Kostenteilungsbasis im Rahmen von Assoziierungsverträgen mit den Mitgliedstaaten (einschließlich Schweden und der Schweiz) oder mit Instituten in den Mitgliedstaaten, im Rahmen des Gemeinsamen Unternehmens JET (Joint European Torus), des NET-Übereinkommens (Next European Torus) (das der Beteiligung der Gemeinschaft an ITER-EDA Rechnung trägt) oder sonstiger befristeter Verträge, insbesondere mit Instituten in den Mitgliedstaaten, die keine Assoziationen besitzen. Die Forschungsstellen (Assoziationen usw.) stellen ferner die Schnittstelle zwischen Euratom und sonstigen Forschungsgruppen in den Mitgliedstaaten dar. Hochschulen oder Industrieunternehmen, die sich informieren bzw. an der Fusionsforschung mitwirken möchten, sollten sich an die Forschungsstelle in ihrem jeweiligen Land wenden (Liste im Anhang der beigefügten Beschreibung).

- Rahmen für die Durchführung

. Das Gemeinsame Unternehmen JET

Das in Abingdon (UK) ansässige Gemeinsame Unternehmen JET wurde 1978 durch einen Beschluß des Ministerrats errichtet. Für das Management des Gemeinsamen Unternehmens ist der JET-Rat zuständig. Oberster Direktor des Gemeinsamen Unternehmens ist der Projektleiter, der es auch gesetzlich vertritt. Dem JET-Rat steht der JET-Verwaltungsausschuß zur Seite, und er wird durch den Wissenschaftlichen Rat von JET beraten.

Die Einzelheiten der finanziellen Beteiligung sowie die Verfahren für die Vergabe von Verträgen, die für die Projektdurchführung erforderlich sind, sind in den Satzungen und in der Finanzverordnung des Unternehmens festgelegt. Die Ausgaben des Gemeinsamen Unternehmens trägt Euratom zu einem Anteil von 80 % (einschließlich der Beiträge aus Schweden und der Schweiz) und zu 10 % die UK Atomic Energy Authority (als Gastorganisation). Die verbleibenden 10 % teilen sich die Unternehmen und Institutionen, die Assoziierungsverträge mit Euratom abgeschlossen haben, und zwar proportional zur Euratom-Beteiligung an den Ausgaben jeder Assoziation. Der JET-Verwaltungsausschuß entscheidet außerdem über die Vergabe von für die Projektdurchführung erforderlichen Verträge. Im Anschluß an europaweite Ausschreibungen werden darüber hinaus wichtige Verträge mit der Industrie abgeschlossen.

Satzungsgemäß endet das Gemeinsame Unternehmen am 31. Dezember 1996. Entscheidende neue wissenschaftliche und technische Argumente sprechen jedoch für die Weiterführung des JET-Betriebs nach 1996 zugunsten des ITER. Eine mögliche Erweiterung und Verlängerung des JET-Betriebs wird in strategischer, programmtechnischer, verwaltungstechnischer und finanzieller Hinsicht geprüft. Das JET-Know-how wird, und zwar mit steigender Tendenz, den übrigen Teilen des Fusionsprogramms, insbesondere den ITER-Arbeiten, zugeführt.

. Die Assoziationen

Mitgliedstaaten bzw. Institute in den Mitgliedstaaten (einschließlich Schweden und die Schweiz), in denen die Forschung zur kontrollierten thermonuklearen Kernfusion breiten Raum einnimmt, beteiligen sich an dem Programm in Form von Assoziierungsverträgen (Maßnahmen auf Kostenteilungsbasis). Sämtliche Arbeiten auf dem Gebiet der Fusion mit magnetischem Einschluß werden in einem Land in der/den Assoziation(en) durchgeführt bzw. von ihr (ihnen) über Unterverträge mit Instituten oder Hochschulen koordiniert.

Die finanzielle Beteiligung an den laufenden Kosten der Assoziation erfolgt in der Regel zu einem einheitlichen Prozentsatz von rund 25 %. Räumt der BAPF einem speziellen Projekt Priorität ein, kann die Kommission Investitionen für dieses Projekt zu einer einheitlichen Rate von rund 45 % (Vorzugsrate) finanzieren. Im Anschluß an europaweite Ausschreibungen werden wichtige Verträge mit der Industrie abgeschlossen, und alle Assoziationen sind berechtigt, an den Experimenten für das Projekt mitzuwirken.

Die Zusammenarbeit zwischen den Assoziationen sowie die Zusammenarbeit zwischen den Assoziationen und Hochschulen wird weiter ausgebaut. Neue Kooperationsformen für die Assoziationen werden eingerichtet; insbesondere fördert die Kommission durch Anpassung der bestehenden Vereinbarungen formale Zusammenschlüsse von Assoziationen zu Konsortien für integrierte Aktionen, damit gemeinsame Projekte zustandekommen. Die Assoziationen wirken entscheidend an den Physik- und Technologieprogrammen für den Entwurf, den Bau und den Betrieb von ITER mit.

. Das NET-Übereinkommen

Im ursprünglich 1983 geschlossenen NET-Übereinkommen werden die Aufgaben des NET-Teams festgelegt, die sich folgendermaßen umreißen lassen:

Brennpunkt für den europäischen Beitrag zu den ITER-Arbeiten;

auf längere Sicht Beteiligung an den Entwicklungen für den gemeinsamen Bau sicherer, umweltverträglicher Reaktorprototypen; unter diese Entwicklungen fällt insbesondere das Projekt "Safety and Environmental Assessment of Fusion Power" (SEAFP: Sicherheits- und umwelttechnische Beurteilung der Fusionsenergie), das sich auf konzeptionelle Reaktorstudien stützt;

Überwachung der ITER-EDA und Sammlung, Auswertung und gemeinschaftsweite Verbreitung der Erkenntnisse aus diesen Arbeiten.

Die Bedingungen und der Höchstbetrag des Gemeinschaftsbeitrags zu den NET-Arbeiten sind in dem entsprechenden Übereinkommen festgelegt. Die für die Erfüllung des NET-Übereinkommens erforderlichen Verträge mit der Industrie werden von der Kommission abgeschlossen und zu einem Prozentsatz von 100 % finanziert.

Mit einem Konsortium europäischer Firmen mit großen Kapazitäten auf dem Gebiet der Systemtechnik wurde ein Rahmenvertrag abgeschlossen, in dem es um den Anteil der Industrie an den Entwurfsarbeiten der Euratom-Partei für ITER geht. Für 15 fusionsspezifische und für den Nächsten Schritt wesentliche Technologien wurde eine Liste mit den qualifizierten Firmen und Konzernen erstellt. Diese Firmen werden aufgefordert, Angebote für die Erfüllung des Euratom-Beitrags (wissenschaftliche Ausrüstung und Prototypen) für die begleitende FuE für die ITER-EDA einzureichen.

. Industrie

Die Industrie beteiligt sich aktiv am Fusionsprogramm in Form von speziellen Verträgen, die von den Assoziierungspartnern, von JET, der GFS und der Kommission abgeschlossen werden und deren Gegenstand Studien, Entwicklungsarbeiten, die Lieferung von wissenschaftlichem Gerät sowie sonstige Dienstleistungen sind. Nach Anhörung des BAPF kann die Kommission bestimmte Aufträge, die nur von der Industrie durchgeführt werden können, zu 100 % finanzieren. Um eine Verbindung zwischen dem Programm und der Industrie sowie zwischen den einzelnen Industrieunternehmen selbst herzustellen und um (über den BAPF) dem Programm in wichtigen Fragen beratend zur Seite zu stehen, wurde ein Ausschuß "Fusionsindustrie" eingerichtet.

Es wird eine breitere Beteiligung der Industrie mit dem zweifachen Ziel gefördert, das industrielle Know-how in die Verwirklichung des Nächsten Schritts einzubringen und sicherzustellen, daß die europäische Industrie alle Schlüsseltechnologien, die zum Bau künftiger Fusionsreaktoren erforderlich sind, beherrschen wird.

. Arbeiten in den Mitgliedstaaten ohne Assoziationen

Einige Arbeiten werden im Rahmen befristeter Verträge von Forschungsgruppen aus Mitgliedstaaten (Irland, Republik Griechenland) durchgeführt, die keinen Assoziierungsvertrag haben. Die Bedingungen für die Beteiligung sind ähnlich wie für die Arbeiten in den Assoziationen.

- Begleit- und Unterstützungsmaßnahmen

Die Begleit- und Unterstützungsmaßnahmen sind in Anhang III Punkt 2.2 der Entscheidung über das Programm aufgeführt. Angesichts der Dauer der erforderlichen Arbeiten wird besonderes Augenmerk darauf gerichtet, daß das Spitzenniveau und der Zusammenhalt der Forscherteams in der Gemeinschaft gewahrt und die Mobilität von Wissenschaftlern und Ingenieuren gefördert wird. Das (ursprünglich 1980) zwischen Euratom und den üblichen Partnern des Programms (einschließlich JET und den Mitgliedstaaten ohne Assoziation) geschlossene mehrseitige Abkommen über die Förderung der personellen Mobilität regelt die Abstellung von Mitarbeitern. Die Kommission trägt bis zu einem in dem Übereinkommen festgelegten Höchstbetrag die dabei entstehenden Kosten (Umfang des Austauschs: 45 Mannjahre pro Jahr). Das Gleiche gilt auch für die Gastmitarbeiter beim Gemeinsamen Zentralen Team von ITER.

- Internationale Zusammenarbeit

Das Programm stellt sich in den Beziehungen mit anderen Fusionsprogrammen der Welt als einheitliches Gremium dar. Übereinkommen werden in der Regel von der Kommission gemäß den Direktiven des Rates ausgehandelt und anschließend nach Genehmigung des Rats von der Kommission abgeschlossen. Die Mitgliedstaaten müssen der Kommission Entwürfe ihrer Übereinkommen mit Drittstaaten und internationalen Organisationen übermitteln. Der BAPF unterstützt die Kommission bei diesen Aufgaben.

Neben dem vierseitigen Kooperationsübereinkommen für ITER-EDA wurden bilaterale Abkommen mit den USA und Japan abgeschlossen (zwei weitere - mit Kanada und Rußland - sind in Vorbereitung). Außerdem wurden acht multilaterale Durchführungsvereinbarungen im Rahmen der Internationalen Energieagentur (IEA) abgeschlossen (eine neunte ist in Vorbereitung). Es wird geprüft werden, inwiefern die internationale Zusammenarbeit über ITER hinaus, insbesondere durch gemeinsame Planung mit drei anderen großen Fusionsprogrammen der Welt, erweitert werden kann. Mögliche Bereiche der Zusammenarbeit sind eine Anlage für Materialprüfungen mit einer hochenergetischen Neutronenquelle und spezielle Anlagen für Konzeptverbesserungen.

- Koordinierung innerhalb des Programms

Einige Arbeiten zur Fusionstechnologie (Sicherheit, einschließlich der SEAFP, Tritiumhandhabung, Fernbedienung, Werkstoffe, erste Wand usw.) werden in der GFS durchgeführt. Diese Arbeiten sind Gegenstand einer separaten Ratsentscheidung über die kerntechnischen Arbeiten der GFS, werden aber mit den übrigen Tätigkeiten über mehrere Ausschüsse koordiniert. In Abstimmung mit dem Programm "Humankapital und Mobilität" werden im Rahmen des Programms als unterstützende Maßnahmen auch Einzelstipendien zur Forscherausbildung für Staatsangehörige der Mitgliedstaaten (einschließlich Schweden und der Schweiz) vergeben (25-30 Stipendien pro Jahr). Es gibt auch Stipendien für Japan.

Ebenfalls geplant ist eine Abstimmung mit den innerhalb des dritten Aktionsbereichs des Rahmenprogramms durchzuführenden Maßnahmen in folgenden Bereichen: Verbreitung der Kenntnisse (Konferenzen und Workshops) und Verwertung der Ergebnisse. Beispielsweise erhält eine Wanderausstellung über Fusionsforschung, die von dem Konsortium "EXPO Fusion" veranstaltet wird, Unterstützung durch das VALUE-Programm.

- Finanzielle Regelungen

Mit der Ratsentscheidung über das Programm wird ein Betrag von 794 Millionen ECU bereitgestellt, der auf vier Bereiche aufgeteilt wird (siehe Anhang II des Vorschlags für eine Entscheidung des Rates über das Fusionsprogramm): Maßnahmen "Nächster Schritt" (ohne JET), JET, Konzeptverbesserungen und Langfristige Technologie.

Die genauen Regeln für die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft sind in Anhang IV des Ratsbeschlusses über das Rahmenprogramm (Fußnote 2) und in Anhang III des Vorschlags für eine Entscheidung des Rates über das Fusionsprogramm (Fußnote 1) festgelegt. Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen gibt es nicht.

Quelle: Europäische Kommission, GD XII
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