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Therapie gegen Huntington-Krankheit in Aussicht

Patienten, die an Huntington erkrankt sind, können nun Hoffnung schöpfen: Forscher aus dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten entwickelten für die neurodegenerative Erkrankung, die mit Bewegungsstörungen, dem Abbau von Gehirnzellen und Demenz einhergeht und in ...
Therapie gegen Huntington-Krankheit in Aussicht
Patienten, die an Huntington erkrankt sind, können nun Hoffnung schöpfen: Forscher aus dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten entwickelten für die neurodegenerative Erkrankung, die mit Bewegungsstörungen, dem Abbau von Gehirnzellen und Demenz einhergeht und in jedem Falle tödlich endet, einen neuen Therapieansatz. In zwei separaten Studien kamen die Forscher zu dem Schluss, dass auf Basis der neuen Erkenntnisse der Krankheitsverlauf auch bei Parkinson- und Alzheimer-Patienten aufgehalten werden könnte, was im Detail in der Fachzeitschrift Current Biology nachzulesen ist.

Chorea Huntington ist eine vererbliche Erkrankung des Zentralnervensystems, bei der die Gehirnzellen zerstört werden, sodass der Patient nach und nach die Fähigkeit verliert zu laufen, zu reden oder logisch zu denken. Etwa 1 von 10.000 Menschen ist von der schwerwiegenden Erkrankung betroffen.

In der ersten Studie unter Leitung der Universität Leicester im Vereinigten Königreich gelang es den Forschern, den neurodegenerativen Prozess bei der Huntington-Krankheit aufzuhalten, indem sie im Organismus von Fruchtfliegen das Enzym Kynurenin-3-Monooxygenase (KMO) hemmten. Das Forscherteam um Dr. Flaviano Giorgini und Prof. Charalambos Kyriacou manipulierte medikamentös Metaboliten im zellulären KMO-Signalweg und schaltete so die Symptomatik der Erkrankung bei den Fliegen aus.

"Die Studie liefert erste genetische und pharmakologische Beweise an Tiermodellen, dass die Hemmung eines bestimmten Enzyms - KMO - dieser Krankheit entgegenwirken kann. Außerdem konnten wir nachweisen, dass auch die Hemmung anderer Komponenten dieses speziellen zellulären Signalwegs die Symptome von Huntington bei Fruchtfliegen lindern kann", erklärt Studienleiter Dr. Giorgini von der Universität Leicester.

"Die Studie ist ein Durchbruch in der Forschung, da es derzeit noch keine Medikamente gibt, die den Beginn oder das Fortschreiten der Erkrankung verhindern können. Spektakulär sind die Ergebnisse vor allem deshalb, weil sie unmittelbar den Huntington-Patienten zugutekommen werden. Unsere Forschungsarbeit liefert in Kombination mit dem im Fachblatt Cell veröffentlichten Beitrag unserer Forschungspartner den entscheidenden Beweis, dass sich die Hemmung von KMO als Therapieansatz eignet. Da viele KMO-Hemmer bereits existieren oder in Entwicklung sind, besteht durchaus Hoffnung, die Substanzen bald in klinischen Studien zu Huntington und ähnlichen neurodegenerativen Erkrankungen zu testen."

Die an der Studie beteiligten Forscher wollen künftig an der Verbesserung und Entwicklung von Interventionsstrategien für Huntington und andere neurodegenerative Erkrankungen arbeiten.

Der Direktor der Huntington's Disease Association Cath Stanley ist überzeugt, dass "die herausragenden Forschungsergebnisse dazu beitragen werden, den vielen Menschen zu helfen, die von der Huntington-Krankheit betroffen sind."

Dr. Giorgini hat gemeinsam mit Prof. Robert Schwarcz von der School of Medicine der Universität Maryland und Dr. Paul Muchowski von der Universität Kalifornien, San Francisco, Vereinigte Staaten, nach KMO-basierten therapeutischen Ansätzen gegen Huntington und Alzheimer gesucht.

Quelle: University of Leicester

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