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Sichere Behandlung von Akanthamöben-Keratitis, einer seltenen Augenkrankheit

Das Projekt ODAK (Orphan Drug for Acanthamoeba Keratitis) arbeitet an der Entwicklung einer sicheren und wirksamen Therapie für Akanthamöben-Keratitis, einer seltenen Infektionskrankheit der Augen, die eine starke Schwächung der Sehfähigkeit zur Folge hat und zur Erblindung fü...

Das Projekt ODAK (Orphan Drug for Acanthamoeba Keratitis) arbeitet an der Entwicklung einer sicheren und wirksamen Therapie für Akanthamöben-Keratitis, einer seltenen Infektionskrankheit der Augen, die eine starke Schwächung der Sehfähigkeit zur Folge hat und zur Erblindung führen kann. Die Krankheit, die eine starke Schwächung der Sehfähigkeit zur Folge hat und zur Erblindung führen kann, betrifft einen von 100 000 Menschen in der EU - wobei 85 % der Fälle mit dem Tragen von Kontaktlinsen in Verbindung gebracht werden. Verursacht wird sie von einem gewöhnlichen Protozoen, das die Augenhornhaut infiziert. Sie ist äußerst schwierig zu behandeln, weil die Erreger gegen eine antimikrobielle Therapie resistent sind. Das Ziel des ODAK-Projekts besteht darin, sichere, wirksame und genehmigte Arzneimittel für die Behandlung von Akanthamöben-Keratitis zu entwickeln, wofür es vorklinische und klinische Forschung an Polihexanid (PHMB) durchführt. "Orphan Drugs" sind medizinische für die Diagnose, Vorbeugung oder Behandlung lebensbedrohlicher oder schwächender seltener Krankheiten, wie etwa Akanthamöben-Keratitis. Sie werden deshalb "Orphans", also Waisen, genannt, weil die Pharmaindustrie unter normalen Marktbedingungen nur geringes Interesse an ihrer Entwicklung hat, da sie nur für eine geringe Anzahl von Patienten vorgesehen sind, die an sehr seltenen Krankheiten leiden. Als solches ist die Arbeit von ODAK an PHMB besonders wichtig - durch die Verwendung dieser Arzneimittel konnten bereits die Behandlungsergebnisse für Akanthamöben-Keratitis deutlich verbessert werden, insbesondere wenn sie in einem frühen Stadium der Krankheit verabreicht wurden. Das ODAK-Konsortium aus fünf europäischen Unternehmen und einer Universität führt derzeit präklinische Studien durch und der Beginn der klinischen Studien ist für 2015 vorgesehen. Dadurch hoff das Projektteam, optimale PHMB-Formulierungen zu ermitteln und die besten Dosis-Nutzen-Behandlungen empfehlen zu können. Professor John Dart, leitender Augenarzt am Moorfields Eye Hospital in London, bemerkt: "Akanthamöben-Keratitis ist eine seltene Krankheit, die jedoch das Leben der meisten betroffenen Menschen verändert. Gegenwärtig gibt es keine genehmigte und lizenzierte Behandlung für diese Krankheit. Die EU muss für diese wichtige Investition in die Entwicklung einer sicheren und wirksamen medizinischen Behandlung der Krankheit gelobt werden." Akanthamöben-Keratitis war vor der verbreiteten Nutzung von Kontaktlinsen in den 1980er Jahren äußerst selten. Zu den Symptomen der Krankheit gehören starke Augenschmerzen, gerötete Augen, verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit, Augenreizungen und übermäßig tränende Augen. Die Diagnose der Erkrankung ist problematisch, da die Symptome oft für bakterielle oder Herpes-Virus-Infektionen gehalten werden, wodurch die Behandlung herausgezögert wird. Wie bei vielen Krankheiten ist die frühe Diagnose und Behandlung ein wichtiger Faktor für gute Behandlungsergebnisse. Akanthamöben-Keratitis ist eine der vielen existierenden seltenen Krankheiten, für die eine Erforschung der Behandlungsmöglichkeiten dringend erforderlich ist. Viele Patienten mit seltenen Krankheiten haben immer noch keine richtige Diagnose und die meisten von ihnen bleiben ohne eine wirksame Behandlung. Die Erforschung seltener Krankheiten ist aus wissenschaftlicher Sicht relevant, da seltene Krankheiten Modellkrankheiten für viele häufig auftretende Störungen darstellen und wichtige Innovationstreiber sind. Das ODAK-Projekt ist eines der vielen von der EU finanzierten Forschungsprojekte, die das Ziel des International Rare Disease Research Consortium (IRDiRC) unterstützten, 200 neue Therapien gegen seltene Krankheiten bis 2020 zur Verfügung zu stellen. SUPPORT-IRDIRC arbeitet zum Beispiel daran, das IRDiRC direkt bei der Koordinierung und Förderung der internationalen Forschungszusammenarbeit auf dem Gebiet der seltenen Krankheiten zu untersützten. In der Zwischenzeit werden die Harmonisierungsbestrebungen von RD-CONNECT, einer integrierten Plattform, die Register, Biobanken und klinische Bioinformatik für seltene Krankheitsforschung miteinander verknüpft, zum wichtigsten Wegbereiter des Fortschritts in IRDiRC.Weitere Informationen sind abrufbar unter: ODAK http://www.odak-project.eu/index.php/de/ Projektdatenblatt

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