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Kommissionsvorschläge zur Belebung des Binnenschiffahrtsmarktes

Auf Initiative des für die Verkehrspolitik zuständigen Kommissionsmitglieds Neil Kinnock genehmigte die Kommission am 13. Mai 1995 Vorschläge zur Belebung des Binnenschiffahrtsmarktes, mit denen dieser Markt effizienter gestaltet und die Nutzung des sicheren und umweltfreundli...
Auf Initiative des für die Verkehrspolitik zuständigen Kommissionsmitglieds Neil Kinnock genehmigte die Kommission am 13. Mai 1995 Vorschläge zur Belebung des Binnenschiffahrtsmarktes, mit denen dieser Markt effizienter gestaltet und die Nutzung des sicheren und umweltfreundlichen Verkehrsträgers Binnenschiffahrt - als Alternative zum Straßenverkehr - gefördert werden soll.

Den Binnenwasserstraßen kommt im Güterverkehr ein hoher Stellenwert zu: mehr als ein Drittel des grenzüberschreitenden innergemeinschaftlichen Verkehrs nutzt europäische Flüsse und Kanäle. Die Binnenschiffahrt spielt somit für alle Mitgliedstaaten, die Ein - und Ausfuhren über Nord-West-Europa abwickeln, eine wichtige Rolle.

Nach Angaben von Kommissionsmitglied Kinnock dient der Vorschlag dazu, mehr Effizienz zu gewährleisten: "Die Entwicklung unserer Binnenschiffahrt zu einem existenzfähigen Verkehrsträger ist für das von uns in Europa angestrebte integrierte Verkehrssystem, in dem alle Verkehrsträger miteinander kompatibel sein sollen, von zentraler Bedeutung. Durch eine wirtschaftlich attraktive Gestaltung der Binnenschiffahrt werden wir Transportunternehmer dazu bewegen, Verkehr von den überlasteten Straßen auf den Wasserweg zu verlagern.

Die Binnenschiffahrt stellt insbesondere im Güterbereich eine unerläßliche Ergänzung anderer Beförderungsformen dar, weil sie

- zu einer Entlastung des Straßen- und Schienennetzes beiträgt, - umweltfreundlich und sicher ist, insbesondere für die Beförderung gefährlicher Güter, - einen günstigen Energieverbrauch aufweist und

- wenig soziale Kosten verursacht.

Die volle Erschließung des Potentials der Binnenschiffahrt scheiterte jedoch bisher an

- restriktiven Praktiken auf bestimmten Märkten,

- Überkapazitäten aufgrund des hohen Anteils an alten und unwirtschaftlichen Schiffen sowie

- den relativ hohen Umschlagkosten.

Mit den gebilligten Vorschlägen soll versucht werden, die Leistungsfähigkeit der Binnenschiffahrt und ihre Attraktivität für die Verlader zu steigern, um auf diese Weise die oben beschriebene Schieflage zu korrigieren und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit dieses Verkehrsträgers zu sichern. Angestrebt werden mehr Flexibilität, ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage sowie eine stärker am Markt orientierte Preisbildung. Die Umstrukturierungsmaßnahmen sollen drei Jahre (1996-1998) laufen und die Fortschritte jährlich bewertet werden.

Quelle: Europäische Kommission, Dienst des Sprechers
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Verkehr
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