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Task Force "Flugzeug der neuen Generation" entwickelt Prioritäten für Forschungsprojekte

Bürgernahe Gestaltung der Forschungspolitik, Unterstützung der Industrie in dem Bestreben, den Bedürfnissen der Bürger besser gerecht zu werden: Dieses zweifache Anliegen veranlaßte Edith CRESSON (Kommissarin für Forschung, allgemeine und berufliche Bildung), Martin BANGEMANN ...
Bürgernahe Gestaltung der Forschungspolitik, Unterstützung der Industrie in dem Bestreben, den Bedürfnissen der Bürger besser gerecht zu werden: Dieses zweifache Anliegen veranlaßte Edith CRESSON (Kommissarin für Forschung, allgemeine und berufliche Bildung), Martin BANGEMANN (Kommissar für Industrie, Telekommunikation und Informationstechnologien) und Neil KINNOCK (Kommissar für das Verkehrswesen), sich zusammenzuschließen, um die Entwicklung der Technologien zu fördern, die sowohl die Lebensqualität unserer Gesellschaft als auch die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie bestimmen werden. Für jedes dieser Themen ist eine Task Force zuständig. In diesem Beitrag wird die Task Force "Flugzeug der neuen Generation" vorgestellt.

Bis zum Jahr 2010 ist mit einer Verdoppelung des Luftverkehrs zu rechnen. Die Luftfahrtindustrie ist bemüht, sich dieser Herausforderung zu stellen und ihre Position auf diesem stark umkämpften Markt - schätzungsweise 15 000 neue Flugzeuge - zu sichern.

Die Forschung ist in zweierlei Hinsicht gefordert: Zum einen geht es um die Verbesserung der Verkehrsmanagementsysteme, zum andern um die Entwicklung sicherer und leistungsfähiger Technologien.

Umweltbelange müssen künftig stärker bei der industriellen Entwicklung und den entsprechenden FuE-Tätigkeiten berücksichtigt werden. Stickoxidemissionen und Lärmbelästigung sind Fragen, mit denen sich sowohl die Industrie als auch die öffentliche Hand auseinandersetzen müssen. Die Fortführung der von der Industrie eingeleiteten Studien, insbesondere über Hochleistungswerkstoffe, stellt die unverzichtbare Grundlage für die Entwicklung einer neuen Motorengeneration und für die Ausarbeitung internationaler Normen dar.

Der europäische Luft- und Raumfahrtmarkt wird auf ungefähr 34 Mrd. ECU veranschlagt. In den Vereinigten Staaten geht man von 83, in Japan von 7 Mrd. ECU aus. In Europa werden jährlich 4,5 Mrd. ECU für FuE-Maßnahmen im Luftfahrtbereich ausgegeben (in den Vereinigten Staaten 20 Mrd. ECU). 65 % davon kommen von öffentlicher, 35 % von Unternehmensseite.

Auf europäischer Ebene bestehen mehrere Möglichkeiten für eine multilaterale Zusammenarbeit. Die Forschungsprogramme der Europäischen Union im Luftfahrtbereich betreffen zum einen die Verbesserung des Luftverkehrs, zum anderen Technologien zu Erhöhung der Sicherheit und der Leistungsfähigkeit. Ein weiteres Ziel ist die Verkürzung der Zeitspanne bis zur Marktreife bei gleichzeitiger Senkung der Betriebskosten der Flugzeuge. Im vierten Rahmenprogramm (1994- 1998) schlägt die Luftfahrtforschung mit 400 Mio. ECU, d.h. mit dem im Vergleich zum dritten Rahmenprogramm vierfachen Betrag, zu Buche.

Die Task Force hat die Aufgabe, die vorrangigen industriellen und technologischen Ziele (Hyper- bzw. Überschallflugzeug oder Großraumflugzeug) zu bestimmen sowie die Synergien zwischen europäischen und einzelstaatlichen Bemühungen zu verstärken, und zwar durch:

- die optimale Nutzung der Möglichkeiten, die das vierte Rahmenprogramm bietet;

- die Nutzung des Potentials der Luftfahrtindustrie durch "Zusatzprogramme";

- die Koordinierung von gemeinschaftlichen und einzelstaatlichen Maßnahmen;

- die Untersuchung der weiterreichenden Möglichkeiten, die der Luftfahrtindustrie im Verteidigungsbereich offen stehen;

die Ausarbeitung von Empfehlungen, um die Prioritäten des fünften Rahmenprogramms festzulegen.

Folgende Forschungsziele, die sich hauptsächlich am Vorschlag er Industrie über die "Langfristige Planung für FuE-Tätigkeiten" aus dem Jahr 1993 orientieren, wurden festgehalten:

- Leistungsfähigkeit der Flugzeuge;

- Senkung der Herstellungskosten;

- Entwicklung umweltverträglicher Flugzeuge;

- Sicherheit und betriebliche Fragen im Luftverkehr;
% - Technologien für einen höheren Komfort der Passagiere.

Die Task Force hat ihre Arbeiten im März 1995. Zu ihrer Unterstützung wurde eine entsprechende Gruppe aus Vertretern der Industrie eingerichtet.

Aktionsprogramm für 1995 und Anfang 1996.

8. Juni: Beratung mit Industrievertretern zur Fortsetzung des Konzertierungsprozesses;

- Juli bis Oktober: Zusammenstellung der Vorhaben, die für die spezifischen Programme ausgewählt wurden;

- Februar 1996: Veröffentlichung eines Gesamtberichts über den Stand der Tätigkeiten.

Einzelheiten zu den fünf anderen Task Forces sind in der RTD- News-Datenbank den Beiträgen unter den jeweiligen RCN-Nummern zu entnehmen:

- Multimediale Lernprogramme (RCN 4288);

- Das Auto von morgen (RCN 4289);

- Impfstoffe und Viruserkrankungen (RCN 4291);

- Der Zug der Zukunft (RCN 4292);

- Intermodalität im Verkehr (RCN 4293)


Quelle: Europäische Kommission, Dienst des Sprechers
EN

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