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Kommissionsmitglied Cresson weist auf Bedeutung von allgemeiner und beruflicher Bildung in der Informationsgesellschaft hin

Edith Cresson, das für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine und berufliche Bildung zuständigen Kommissionsmitglied, unterstrich am 25. Mai 1995 in Tokio auf dem International Multimedia Forum die Rolle von allgemeiner und beruflicher Bildung in der Informat...
Edith Cresson, das für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine und berufliche Bildung zuständigen Kommissionsmitglied, unterstrich am 25. Mai 1995 in Tokio auf dem International Multimedia Forum die Rolle von allgemeiner und beruflicher Bildung in der Informationsgesellschaft.

Frau Cresson wies auf den unterschiedlichen Charakter der Informationstechnologien hin, mit denen ganze Volkswirtschaften und Gesellschaften verändert werden können. Sie gab aber auch warnend zu bedenken, daß auf der einen Seite zwar neue Arbeitsplätze geschaffen würden, auf der anderen Seite es aber auch zu einer Bedrohung von Arbeitsplätzen kommen kann. Bei den Ländern ist es ähnlich: weniger fortgeschrittene Länder können aufholen, andere vielleicht in eine noch stärkere Isolation fallen. Das nicht unerhebliche wirtschaftliche und industrielle Risiko müsse deshalb so austariert werden, daß möglichst viele profitieren.

Bisher kommt nur ein privilegierter Klub von Ländern in den Genuß der Vorteile der Informationsgesellschaft. So wurde auf dem der Informationsgesellschaft gewidmeten G-7-Gipfel im Februar die Notwendigkeit anerkannt, diese Vorteile auch auf die Entwicklungsländer zu übertragen, da mit den neuen Technologien bisher unbekannte Möglichkeiten bestehen, unterschiedliche Menschen, Kulturen und Gesellschaften zum gegenseitigen Nutzen miteinander in Verbindung zu bringen. Dementsprechend sind die Kommission und die südafrikanische Regierung gegenwärtig dabei, eine 1996 stattfindende internationale Konferenz für diejenigen Staaten zu diesem Thema zu organisieren, die am G-7-Gipfel nicht teilnahmen. Frau Cresson wies auf den erforderlichen universellen Charakter des Dienstes hin, mit Zugang zur Infrastruktur der Informationstechnik und ihres Inhalts für jedermann.

Frau Cresson unterstrich die Bedeutung von allgemeiner und beruflicher Bildung für die Informationsgesellschaft, da sie einerseits Voraussetzung für die Informationsgesellschaft ist, andererseits für die neuen Technologien ein wichtiges Anwendungsgebiet darstellt.

On-line-Lernmethoden, interaktive Bildungsmedien und Videokonferenzen zwischen Lernenden und Lehrenden stellen außergewöhnliche Möglichkeiten zur Wiederbelebung und Bereicherung traditioneller Lehrmethoden dar. Auch im Bereich von Weiterbildung und Umschulung eröffnen sich neue Möglichkeiten:

Zum Erreichen dieser Ziele ist ein starker politischer Wille unerläßlich, sagte Frau Cresson, wobei der Staat und der Privatsektor zu einer neuen Art Partnerschaft aufgerufen sind:

- Es ist ein Regelwerk zu schaffen, mit dem das Zusammenschalten unterschiedlicher nationaler und internationaler Netze und die Interoperabilität der Normen gesichert werden. Die EU muß eine gemeinsame Regulierungsbehörde schaffen, die auf die Einhaltung der europäischen Wettbewerbsvorschriften besonders hinsichtlich der mißbräuchlichen Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung achtet. Schritte zum Schutz gewerblicher Schutzrechte (insbesondere des Urheberrechts) und des Privatlebens der Bürger sind ebenfalls zu ergreifen:

- Es sind ungeheure Investitionen erforderlich. Zur Förderung der Investitionen auf dem Gebiet der als Lernhilfe nutzbaren Programme und Informationstechnologien erwägt die Kommission gegenwärtig die Einführung einer Steuer auf Erzeugnisse desKommunikations- und Informationssektors in der gesamtenEuropäischen Union, welche die Mitgliedstaaten für die Finanzierung der Entwicklung von Programmen speziell auf den Gebieten allgemeine Bildung, berufliche Bildung und Kultur nutzen könnten.

Die Kommission versucht, die Liberalisierung des Telekommunikationsbereich mit Unterstützungsmaßnahmen zu begleiten, die der europäischen Industrie bei der Entwicklung von Computerprogrammen, und dabei besonders von hochwertigenBildungs- und Kulturprogrammen helfen sollen. In Europa kommt demInhalt von Computerprogrammen angesichts der zu respektierenden unterschiedlichen Sprachen und Kulturen besondere Bedeutung zu.

SOCRATES und LEONARDO DA VINCI, die beiden neuen europäischen Programme im Bereich von allgemeiner und beruflicher Bildung setzen den Schwerpunkt auf Multimedia-Techniken und ihren Einsatz zu Lehrzwecken. Die neu eingesetzte Task Force auf diesem Gebiet erarbeitet im Moment im Zusammenwirken mit der Industrie, Lehrern, Diensteanbietern und Nutzern ihren Aktionsplan. Ein Europa umfassendes Demonstrationsprojekt wird gegenwärtig gestartet, bei dem eine Reihe von Städten elektronisch miteinander verbunden werden, um Erfahrungen auf diesem Gebiet auszutauschen, Systeme für den Zugang zu den neuen Technologien aufzustellen und die Bürger in ihrer Nutzung zu unterweisen. In Europa wird 1996 zum Jahr der Bildung ausgerufen. Damit bietet sich die Möglichkeit, besonders im Fach Mathematik interaktive Kurse auf Multimediabasis für Kinder einzurichten und hunderte von Schulen mit mehreren tausend Lehrern einzubeziehen.

Zum Thema der internationalen Zusammenarbeit unterstrich Frau Cresson die Notwendigkeit des Zusammenwirkens von Behörden, damit zwischen Nationen und Kontinenten über traditionelle nationale, ethnische und kulturelle Unterschiede hinweg der Dialog geführt wird.

Quelle: Europäische Kommission, Dienst des Sprechers
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