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Mittel- und osteuropäische Länder und EU diskutieren gemeinsamen Weg in die Informationsgesellschaft

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Auf Einladung von Kommissar Martin Bangemann trafen sich im Brüsseler Palais de Congres Minister und Vertreter der Wirtschaft aus den Mittel- und osteuropäischen Länder...
Der Text dieser Nachricht wurde unverändert aus der Datenbank RAPID der Europäischen Kommission übernommen:

Auf Einladung von Kommissar Martin Bangemann trafen sich im Brüsseler Palais de Congres Minister und Vertreter der Wirtschaft aus den Mittel- und osteuropäischen Ländern (MOE-Länder) mit Vertretern aus Industrie und Forschung aus der Europäischen Union zu einer Konferenz über die Informationsgesellschaft. Über 200 Teilnehmer kamen zu der eintägigen Tagung.

Die Konferenz wurde einberufen, um die Auswirkungen der Informationsgesellschaft auf die MOE-Länder zu diskutieren, die bereits einen Assoziierungsvertrag mit der Europäischen Union abgeschlossen haben oder dies anstreben. Dabei handelt es sich um Polen, Ungarn, die Tschechische Republik, die Slowakei, Bulgarien, Rumänien, Estland, Lettland, Litauen und Slowenien. Der Austausch von Meinungen, Erfahrungen und Erwartungen legte den Grundstein für einen weiteren Dialog über die Entwicklung der Informationsgesellschaft. Ziel der Veranstaltung war es sicherzustellen, daß die MOE-Länder an der industriellen Revolution durch die Entwicklungen der Informations- und Kommunikationstechnologien teilnehmen und daraus Nutzen ziehen können.

Es wurde festgestellt, daß der Errichtung eines Rahmens an rechtlichen und Wettbewerbsregeln für ganz Europa erste Priorität zukomme. Kommissar Bangemann, der das Forum leitete, betonte, dies sei eine unabdingbare Voraussetzung, wolle man zu notwendigen Investitionen aus dem privaten und öffentlichen Sektor in Infrastruktur und Dienstleistungen ermutigen, Interesse an direkten ausländischen Investitionen in den MOE-Ländern wecken und industrielle Kooperation zwischen dem westlichen und östlichen Teil Europas fördern.

Diese Themen, sagte Bangemann, müßten auf Basis bilateraler und multilateraler Gespräche weiterverfolgt werden. Um einen solchen multilateralen Dialog als kontinuierliche Einrichtungen einzuführen, wird Ende 1995 ein Folgetreffen der zuständigen Vertreter im Rahmen des "Regulatory and Policy Forum" stattfinden. Dieses Forum wird durch ein Multi-Länder-Programm innerhalb von PHARE unterstützt.

Um eine möglichst gleichmäßige Entwicklung der Informationsgesellschaft zu erreichen und das Bewußtsein für die Informationsgesellschaft in den MOE- Ländern zu erhöhen, schlug Bangemann folgende Maßnahmen vor:

- Eine Informationskampagne sollte durchgeführt werden, um die Bürger der MOE-Länder über die Informationsgesellschaft aufzuklären. Seminare und Informations-veranstaltungen in den MOE-Ländern sowie Broschüren für die breite Öffentlichkeit sollen Bestandteil dieser Kampagne sein.

- Die Einführung von Kontaktpunkten in den MOE-Ländern sollte gefördert werden. So können Informationen über die Entwicklung der Informationsgesellschaft verbreitet sowie Analysen und Diskussionen innerhalb der Länder angeregt werden.

Die Entwicklung der Informationsgesellschaft wird jedoch weitgehend von den Aktivitäten im Forschungs- und Entwicklungsbereich abhängen. Deshalb sind die spezifischen Programme des Vierten Forschungsrahmenprogrammes, die sich mit den Bereichen Telematik und Informations- und Kommunikationstechnologie befassen und die nunmehr im wesentlichen für die MOE-Länder geöffnet wurden, weitgehend auf die Informationsgesellschaft ausgerichtet. Kommissar Bangemann kündigte an, die Kommission sei bereit, in diesem Bereich schon in naher Zukunft eine Reihe von konkreten Aktionen durchzuführen:

- Stärkere Einbindung der MOE-Länder in diejenigen Bereiche der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten der EU, deren Schwerpunkte innerhalb der oben genannten drei Programme in der Informationstechnologie und der fortgeschrittenen Kommunikations- und Telematikanwendungen liegen;

- Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen der Aktion 2 (F&E- Kooperation mit Drittländern und internationalen Organisationen) des Vierten Forschungsrahmenprogrammes im Herbst 1995. Die Projekte und Aktivitäten sollten sich mit Informations- und Kommunikationstechnologien und Telematikanwendungen befassen;

- Förderung begleitender Maßnahmen, die den MOE-Ländern helfen, die Mechanismen ihrer Forschungsförderung zu verbessern, Überschneidungen zu vermeiden und die Kontakte sowohl innerhalb der Forschungsgemeinschaften als auch mit der Industrie zu verbessern;

- Neue Initiativen, um die Teilnahme der MOE-Länder an internationalen Gemeinschaftsprojekten zu erleichtern;

- Verbesserung des Informationsaustausches zwischen der Europäischen Union und den MOE-Ländern mit Schwerpunkt auf Forschung, Forschungskapazitäten und Möglichkeiten zur Kooperation. Dazu könnten bereits existierende Kanäle der Informationsgesellschaft, wie die das "World-Wide-Web" und Multimedia-Datenbanken herangezogen werden;

- Ausdehnung des bestehenden Systems der Europäischen Informationstechnologieauszeichnung (European Information Technology Award) auf die MOE-Länder, um deren Tätigkeit in diesem Forschungsgebiet fördern.

Martin Bangemann betonte schließlich, die Informationsgesellschaft erfordere internationale Kooperation, die Zusammenarbeit mit den mittel- und osteuropäischen Ländern sei von besonderer Bedeutung für die Vorbereitung einer gemeinsamen Zukunft.

Quelle: Europäische Kommission, Dienst des Sprechers
EN

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  • Bulgarien, Tschechische Republik, Estland, Ungarn, Litauen, Lettland, Polen, Rumänien, Slowenien, Slowakei
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