Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Kommission skizziert ihre Politik zur Entwicklung des Kurzstreckenseeverkehrs in Europa

Die Kommission hat am 5. Juli 1995 ihre Vorstellungen zur Entwicklung des Kurzstreckenseeverkehrs in Europa dargelegt und hofft, damit eine intensivere Diskussion des Themas auf Politik-, Industrie- und Gewerkschaftsebene in Gang setzen zu können.



Der Begriff Kurzstreckense...
Die Kommission hat am 5. Juli 1995 ihre Vorstellungen zur Entwicklung des Kurzstreckenseeverkehrs in Europa dargelegt und hofft, damit eine intensivere Diskussion des Themas auf Politik-, Industrie- und Gewerkschaftsebene in Gang setzen zu können.



Der Begriff Kurzstreckenseeverkehr deckt alle Beförderungen auf See ab, die keine Ozeanüberquerung erfordern. Er umfaßt den Seeverkehr entlang der Küste sowie zwischen dem Festland und den Inseln der Europäischen Union, ferner den innerstaatlichen Verkehr (Kabotage), den grenzüberschreitenden Verkehr sowie den See-Fluß-Verkehr mit Küstenschiffen von und nach Häfen im Hinterland.



Die Kommission ist der Ansicht, daß der Kurzstreckenseeverkehr einen größeren Beitrag zur Gewährleistung einer auf Dauer tragbaren Mobilität leisten könnte. Hierzu müssen die verschiedenen Verkehrsarten so miteinander kombiniert werden, daß die Leistungsfähigkeit zunimmt, die Umweltbelastung zurückgeht und bestehende Ressourcen optimal genutzt werden. Zur Zeit hat der Kurzstreckenseeverkehr noch mit folgenden Hindernissen zu kämpfen:



- Infrastrukturelle Mängel und unzulängliche Anbindung an das Hinterland

- Schwerfällige Verwaltungsverfahren

- Restriktive Arbeitsregelungen und Arbeitskämpfe

- Hohe Hafengebühren, insbesondere in Südeuropa

- Mangelnde Verknüpfung des Kurzstreckenseeverkehrs und anderer Verkehrsträger mit als Folge längeren Beförderungszeiten

- Das Image eines unzeitgemäßen Verkehrsträgers, dessen vollständiges Leistungsangebot den Verladern meist nicht bekannt ist.



Die Maßnahmen sollten an drei Punkten ansetzen:

1. Verbesserung von Qualität und Effizienz der Kurzstreckenseeverkehrsleistungen

2. Verbesserung von Infrastruktur und Leistungsfähigkeit der Häfen

3. Vorbereitung des Kurzstreckenseeverkehrs auf ein größeres Europa



Das 4. Rahmenprogramm der Europäischen Gemeinschaft im Bereich der Forschung, technologischen Entwicklung und Demonstration (1994-1998) ist bei der Verbesserung von Qualität und Effizienz der Kurzstreckenseeverkehrsleistungen von zentraler Bedeutung. Das Programm wird zur Entwicklung neuer und schnellerer Schiffahrtstechnologien beitragen: schnelle Handelsschiffe, selbstlöschende Massengutfrachter, automatisierte Unit-Load-Schiffe, Fluß-See-Schiffe. Mit Programmitteln wird außerdem die Entwicklung des elektronischen Datenaustauschs (EDI) gefördert werden können; mit EDI sollen der Papierkrieg beendet, ein reibungsloser, sicherer und zuverlässiger Güterfluß gewährleistet und die Verbindungen zu anderen Verkehrsformen verbessert werden.


Quelle: Europäische Kommission, Dienst des Sprechers
EN

Fachgebiete

Strategien - Verkehr
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben