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Mobiltelefone: Kommission beschließt ein Aktionsprogramm zur Erforschung eventueller Gesundheitsrisiken vorzubereiten

Auf Vorschlag ihrer Mitglieder Martin Bangemann (zuständig für Informationstechnologie und Telekommunikation) und Padraig Flynn (zuständig für öffentliche Gesundheit) hat die Kommission beschlossen, eine Gruppe von acht Experten damit zu beauftragen, ein Aktionsprogramm zur Er...
Auf Vorschlag ihrer Mitglieder Martin Bangemann (zuständig für Informationstechnologie und Telekommunikation) und Padraig Flynn (zuständig für öffentliche Gesundheit) hat die Kommission beschlossen, eine Gruppe von acht Experten damit zu beauftragen, ein Aktionsprogramm zur Erforschung der gesundheitlichen Auswirkungen der von Radiofrequenzen ausgehenden Strahlung vorzubereiten. Dieser Aktionsplan sollte bis April 1996 fertig sein. Dann wird die Kommission über ein umfassendes Forschungsprogramm entscheiden.



Der Bericht der Bangemann-Gruppe identifizierte die Mobilkommunikation und Personal Communications als notwendigen Baustein für die Informationsgesellschaft und empfahl eine Stärkung ihres Potentials.Auf einigen der am weitesten fortgeschrittenen Mobilfunkmärkten in Europa dürften im Jahr 2000 mehr als die Hälfte aller Telefonanschlüsse drahtlos sein. Mit der Zunahme der Mobilkommunikation und Personal Communications und dem Vordringen der drahtlosen Telefonsysteme auf dem Massenverbrauchermarkt werden zunehmend Fragen über Sicherheits-und Gesundheitsrisiken gestellt; außerdem wachsen Widerstände gegen die Einrichtung von Basisstationen in städtischen Gebieten, weil Gesundheitsgefährdungen befürchtet werden. Allerdings ist das Thema menschliche Gesundheit im Zusammenhang mit der Benutzung von Mobiltelefonen eine sehr komplexe Angelegenheit. Während die thermischen Effekte der Radiofrequenzenergie auf den Menschen relativ bekannt sind, findet eine intensive Diskussion über die nicht thermischen Auswirkungen statt, obwohl ihnen bisher keine schädliche Wirkung nachgewiesen werden konnte. Forschung auf diesem Gebiet ist schwierig und zeitaufwendig. Sie wird die Beteiligung von Experten verschiedener Fachgebiete wie Biologen, Epidemiologen, Physiker, Pathologen und von Ärzten erfordern.



Vor diesem Hintergrund hat die Kommission im Einklang mit kürzlich gefaßten Entschließungen des Rates und des europäischen Parlaments beschlossen, einen umfassenden Aktionsplan zur Erforschung möglicher Auswirkungen von Mobiltelefonen auf die menschliche Gesundheit vorbereiten zu lassen.



Angesichts der Komplexität und des Umfangs der Materie ist es erforderlich, vor dem Start eines Forschungsprogramms zunächst einen Aktionsplan aufzustellen. Er wird Reichweite und Prioritäten definieren und organisatorische Fragen und die Finanzierung behandeln. Ferner müssen die bereits in der Gemeinschaft und anderswo in der Welt unternommenen Forschungsarbeiten berücksichtigt werden

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Eine Gruppe von acht Experten soll den Entwurf bis April 1996 vorlegen. Auf Basis dieses Entwurfs wird die Kommission Mitte kommenden Jahres über ein umfassendes Forschungsprogramm entscheiden.

Quelle: Europäische Kommission, Dienst des Sprechers
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