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Die Europäische Kommission wacht über die Gesundheit der Menschen in der Europäischen Union

Auf einen Vorschlag der Mitglieder der Kommission Padraig Flynn und Yves- Thibault de Silguy hat die Kommission kürzlich eine neue Initiative im Bereich der öffentlichen Gesundheit (KOM (95) 449) ins Leben gerufen. In enger Abstimmung mit den Mitgliedstaaten soll ein System fü...
Auf einen Vorschlag der Mitglieder der Kommission Padraig Flynn und Yves- Thibault de Silguy hat die Kommission kürzlich eine neue Initiative im Bereich der öffentlichen Gesundheit (KOM (95) 449) ins Leben gerufen. In enger Abstimmung mit den Mitgliedstaaten soll ein System für die Gesundheitsberichterstattung für die Unionsbevölkerung entwickelt werden. Im Rahmen des Fünfjahresprogramms (1997-2001) sollen auch die Faktoren quantifiziert werden, die Einfluß auf die Gesundheit haben. Es wurde vorgeschlagen, das Programm mit 13,8 Mio ECU auszustatten, ergänzt durch Beiträge der Mitgliedstaaten.



Vorrangiges Ziel des neuen Programms ist die Schaffung eines hochwertigen Systems zur Gesundheitsberichterstattung, das die Messung von Trends und Determinanten für die gesamte Union erlaubt, um so Planung, Überwachung, Durchführung und Bewertung von Programmen und Aktionen zu erleichtern. Weiterhin sollen auch vergleichbare Gesundheitsindikatoren aufgestellt werden, die für die Mitgliedstaaten bei der Entwicklung ihrer nationalen Gesundheitspolitik hilfreich sein können.



Das Programm hat folgende Schwerpunkte:



- Bestimmung und Definition einer Reihe von Gesundheitsindikatoren und Daten auf Ebene der Union und der Mitgliedstaaten;

- Schaffung eines Netzes zur Sammlung und Übermittlung von Daten zwischen einzelstaatlichen Behörden, der Kommission und internationalen Organisationen, die im Gesundheitsbereich tätig sind, wie Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD);

- Detailanalyse von Gesundheitsindikatoren zwecks Bewertung der Auswirkung von Aktionen und Programmen im Gesundheitsbereich und Beurteilung der Entwicklung des Gesundheitszustandes der Menschen in der Europäischen Union;

- Verbreitung der Ergebnisse durch Berichte, Informationsmaterial, Seminare usw.



Die Mitgliedstaaten, aber auch die Öffentlichkeit und alle Interessenten sollen Zugang zu den Daten und Berichten aus den Programmen haben. Wichtig sei es, so betonten die Kommissionsmitglieder, mit Hilfe eines effizienten statistischen Systems auf europäischer Ebene - wobei Eurostat eine aktive Koordinierungsfunktion zukomme - relevante, zuverlässige und vergleichbare Daten für den Gesundheitsbereich zu erhalten.



Die daraus entstehende Informationsbasis werde ein flexibles Instrument für regelmäßige Analysen der Gesundheitssituation in der Europäischen Union, für Detailstudien in Einzelbereichen und für die Erkennung spezifischer Probleme und die Reaktion darauf sein. Nachstehend sind einige der Gesundheitsindikatoren beschrieben, die in dem neuen System erfaßt werden (unvollständige Liste):



- Gesundheitszustand, einschließlich Angaben zu Lebenserwartung, Todesursachen, körperliche Behinderungen, Lebensqualität und geistige Gesundheit;

- Lebensweise und gesundheitsrelevante Gewohnheiten, wie Tabak- und Alkoholkonsum, Ernährung, Konsum illegaler Drogen;

- Lebens- und Arbeitsbedingungen, einschließlich Arbeitsumgebung, Wohnverhältnisse, Arbeits- und Verkehrsunfälle;

- Gesundheitsschutz, einschließlich Gesundheitsförderung und Vorbeugung von Krankheiten;

- Demographische und andere soziale Faktoren wie Geschlecht, Bildung und Einkommen.

Quelle: Europäische Kommission, Dienst des Sprechers
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