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CORDIS-Betrachtung zur gezielten Forschungsaktion zu Werkzeugmaschinen im Rahmen von BRITE/EURAM III

Während der Konferenz BRITE/EURAM'95 fand eine Sitzung zu Fertigungstechnologien statt, in der sowohl neue Entwicklungsrichtungen in der Fertigung als auch die Komplementarität und Koordinierung zwischen den Forschungsprogrammen der Gemeinschaft untersucht wurden. In diesem Zu...
Während der Konferenz BRITE/EURAM'95 fand eine Sitzung zu Fertigungstechnologien statt, in der sowohl neue Entwicklungsrichtungen in der Fertigung als auch die Komplementarität und Koordinierung zwischen den Forschungsprogrammen der Gemeinschaft untersucht wurden. In diesem Zusammenhang fand eine Präsentation von gezielten Forschungsaktionen (Targeted Research Actions - TRA) zu Werkzeugmaschinen statt.

Im Rahmen von BRITE/EURAM III dienen die gezielten Forschungsaktionen (TRA) der Koordinierung von Gruppen thematisch miteinander verbundener Forschungsprojekte dazu, die die Wirkungen der zu erwartenden Ergebnisse der einzelnen Projekte im Hinblick auf eine transeuropäische Strategie und prioritäre Aufgaben in der Industrie zu verstärken und zu erweitern.

Hauptergebnis wird ein klar formulierter Konsens zwischen den wichtigsten Teilnehmern hinsichtlich der geeignetsten Technologien für die erwarteten Lösungen für mittel- und langfristige Probleme der Industrie sein. Diese Technologien müssen den Kriterien einer verbesserten industriellen Wettbewerbsfähigkeit, verringerten negativen Auswirkungen im Umwelt- und Sozialbereich und einer verstärkten europaweiten Ausnutzung und Anwendung Rechnung tragen.

Die sich aus der Durchführung der TRA ergebenden Vorteile sind in folgende drei Bereiche unterteilt:

- Auftragnehmer:

"Echtzeit"-Austausch von gegenseitig interessierenden Informationen über technologische Aspekte für eine gesteigerte künftige Ausnutzung von Ergebnissen; verstärkte Motivation zum Erreichen festgesetzter Ziele und Ergebnisse innerhalb eines zeitlich und finanziell abgesteckten Rahmens; Erweiterung der Palette spezifischer Aktivitäten der einzelnen Projekte und Vergrößerung des wissenschaftlich-technischen Rahmens in Richtung auf eine allgemeinere technologische Lösung für den betroffenen Bereich; stärkere Beachtung der künftigen Entwicklungsrichtungen der Technologie in verschiedenen, spezifischen industriellen Zielen dienenden Bereichen;

- Programm:

Bessere Abstimmung zwischen laufenden Projekten; verbesserte Koordinierung der vertraglichen Bestimmungen (besonders zu den Ergebnisse); Förderung höherer Projekt-Qualität (wissenschaftlich, technisch, wirtschaftlich); verbesserte allgemeine und vergleichende Sicht der künftigen Auswirkungen des Projekts in einem spezifischen Bereich; positive Auswirkungen auf die Schaffung eines "Technologie- und Unternehmens-Netzwerkes hoher Qualität";

- Allgemeine Stärkung der Gemeinschaft:

Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit durch Entwicklung eines soliden und bewährten wissenschaftlichen und technologischen Rahmens und verstärkte Weiterleitung qualitativ hochwertiger Informationen an die europäische Industrie zur Verbesserung von Produktivität und Fertigung.

Mit der schrittweisen Einführung von Netzwerken versuchen die TRA die Kooperation und Synergie mit anderen Programmen der Kommission, anderen europäischen Initiativen, wie EUREKA und sonstigen Organisationen, wie CEN und CELENEC, zu verstärken.



Gezielte Forschungsaktion zu Werkzeugmaschinen



Werkzeugmaschinen sind von herausragender Bedeutung für die Produktivität von Fertigungssystemen, und die künftige Wettbewerbsfähigkeit verschiedener wichtiger Industriezweige in Europa wird von ihren zukünftigen Investitionen in fortgeschrittene Produktionssysteme abhängen. Das strategische Hauptziel der Werkzeugmaschinenhersteller der EG besteht in der Erhaltung ihrer führenden Position am Weltmarkt.

Aus der Nachfrage ergibt sich der Trend in Richtung auf kundenspezifische Fertigung, höhere Flexibilität, die schnelle Modellwechsel und das Angebot von Produktvarianten möglich macht, die Forderung nach Maschinen, die eine Reduzierung von Vorlaufzeiten, Beständen und Arbeitskräften ermöglichen und auf das Interesse der Kunden an kompletten Prozeßlösungen.

Das sich verändernde Geschäftsumfeld des Nutzers erfordert die Fähigkeit eine größere Produktvielfalt (Varianten) bereitzustellen, Seriengrößen und Lieferzeiten zu verringern. Das steht im Gegensatz zu den Forderungen nach hoher Qualität, preisgünstigeren Produkten (fehlerfrei), erhöhter Produktivität und einer Produktflexibilität unter Einsatz neuer Werkstoffe, die insgesamt einem verstärkten Umweltbewußtsein unterworfen sind. Diese mit dem Fertigungsablauf verbundenen Faktoren schreiben die Schlüsselelemente der technischen Charakteristika der Werkzeugmaschinen vor.

Die zuvor dargelegten Betrachtungen zeigen deutlich, daß sich die europäische Werkzeugmaschinenindustrie einem Dilemma gegenübersieht, in welchem auf der einen Seite ihr eigenes Streben nach Normung, Spezialisierung und steigendem Produktionsumfang und auf der anderen Seite die Nachfrage ihrer Kunden nach Diversifizierung, Flexibilität und Unterstützung zu finden sind.

Als Lösung für dieses Dilemma wurde der technische Inhalt des Programms BRITE-EURAM III im Rahmen einer Gruppe von Industrievertretern, Repräsentanten des Werkzeugmaschinenbereichs, der Zulieferer und Werkzeugmaschinenanwender, erarbeitet, diskutiert und verfeinert. Dabei wurden auch die Ansichten von auf diesem Gebiet tätigen Forschungszentren und Universitäten einbezogen. Die wissenschaftlichen und technologischen Zielstellungen beziehen sich hauptsächlich auf Multifunktionalität, Modulbauweise und Rekonfigurierbarkeit der Werkzeugmaschinen sowie auf die Entwicklung neuer und verbesserter Produktionssysteme, die erhöhte Geschwindigkeit und Genauigkeit bieten können.

Die Vorschläge, die in Beantwortung des Aufrufs zur Erreichung von Vorschlägen zur TRA-Projektenim Rahmen von BRITE-EURAM III eingegangen sind, werden gegenwärtig noch begutachtet.In Beantwortung des ersten Aufrufs zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen von BRITE-EURAM II sind etwa 65 Vorschläge zu diesem Bereich eingegangen, von denen nunmehr 11 zur Finanzierung ausgewählt wurden. Dabei handelt es sich um:

- MAREA: Untersuchung und Definierung der Gestaltung einer Bearbeitungsstation;

- KERNEL: Kern fortgeschrittener Werkzeugmaschinen;

- OPTIMA: Integration optischer Glasfasersensoren zur Überwachung fortgeschrittener Werkzeugmaschinen;

- ITEMS: Innovative Technologien für Werkzeugmaschinengleitbahnen;

- EURO BEARING: Erhöhung von Geschwindigkeit und Lebensdauer von Spindellagersystemen durch die Anwendung von Schrägkugellagern mit Keramikkugeln und beschichteten Laufringen

- GRICERAM: Entwicklung eines Schleifsystems für die verbesserte Bearbeitung fortgeschrittener Keramikwerkstoffe;

- KERNEL II: Konstruktion zweier Vorführmodelle entsprechend der Methodik von KERNEL und CEDAM;

- NEMPRO: Entwicklung neuer Bearbeitungsverfahren für Anwendungen im Kraftfahrzeugbau;

- CLEAN-TECH: Saubere und kostengünstige Technologie für hochgenaue und verläßliche Baugruppen;

- SIMSI: Verbesserung des Oberflächenintegrität und der Dauerfestigkeit des Materials beim CBM-Hochgeschwindigkeitsschleifen unter Nutzung kleiner Scheibendurchmesser;

- CAMATT: Konzertierte Aktion zu Werkzeugmaschinen und Fertigung.

Mit Hauptaugenmerk auf die Aufgabe, die Entwicklung neuer Bearbeitungssysteme zu fördern und zu demonstrieren die sowohl zu erhöhter Produktivität als auch zu größerer Flexibilität beitragen, werden sich die von der TRA für Werkzeugmaschinen erwarteten Ergebnisse auf folgendes konzentrieren:

- Verfügbarkeit - Zuverlässigkeit;

- Höhere Maschinengenauigkeit und höhere Qualität der vorgefertigten Zulieferteile;

- Modulbauweise und Flexibilität als Antwort auf die Forderungen der Anwender;

- Verbesserung der Maschinenleistung;

- Entwicklung und Anwendung neuer Werkstoffe;

- Beitrag zu neuen Fertigungsprozessen und zur Entwicklung neuer Werkzeuge.

Quelle: Europäische Kommission, GD XII
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