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Europäische Preise für Informationstechnologie des Jahres 1995 (ITEA'95) auf EITC'95 verliehen

Am 29. November 1995, dem letzten Tag der Konferenz und Ausstellung EITC'95, gab Kommissionsmitglied Martin Bangemann die diesjährigen Gewinner der wichtigsten europäischen Preise für Informationstechnologie ITEA bekannt.

Diese Preise werden aus Mitteln des ESPRIT-Programms f...
Am 29. November 1995, dem letzten Tag der Konferenz und Ausstellung EITC'95, gab Kommissionsmitglied Martin Bangemann die diesjährigen Gewinner der wichtigsten europäischen Preise für Informationstechnologie ITEA bekannt.

Diese Preise werden aus Mitteln des ESPRIT-Programms finanziert. Sie werden mit dem Ziel vergeben, die Leistung der europäischen Informationstechnologie (IT) so zu fördern, daß hohe Qualitätsnormen erreicht und Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in der Industrie vorangebracht werden. Das Thema des ITEA'95lautet "Neuartige Erzeugnisse mit hohem IT-Anteil und eindeutigem Marktpotential".

Drei mit jeweils 200.000 ECU dotierte Preise gingen an:

- Ecash:
Durch den Ausbau von Online-Diensten wie dem Internet in den vergangenen fünf Jahren entstand ein neues Betätigungsfeld für Unternehmen. Bei Ecash des niederländischen Unternehmens DigiCash bv. handelt es sich um ein neuartiges softwaregestütztes Zahlungssystem, welches eine sichere und anonyme Überweisung geringer Beträge zwischen Käufer und Verkäufer über alle elektronischen Netze ermöglicht.

Die Ecash-Software steht derzeit vielen Computernutzern mit Internet-Zugang zur Verfügung und kann, unter Verwendung von Public-Key-Signaturen zur Sicherung der Geheimhaltung, zur Speicherung und Übertragung von digitalem Geld genutzt werden. Das Geld wird durch eine Online-Bank unter Einsatz einer weiteren Komponente des Ecash-Systems emittiert und fungiert, wenn es sich einmal im Umlauf befindet, wie Papiergeld oder Münzen. Der Kunde muß nicht jedesmal für eine Überweisung die Bank aufsuchen.

Ecash bietet wesentliche Vorteile gegenüber der Online-Bezahlung mit Kreditkarten, wo Überweisungen geringer Beträge nicht gerade kostengünstig sind, oder der Bezahlung mittels einer bestimmten Kontoform, wo der Kunde vor dem Erwerb von Waren oder Dienstleistungen ein Konto einrichten muß. Es ist bereits über das Internet getestet worden, indem DigiCash eine Million Cyber-Dollar an Internet-Nutzer emittierte.

Weitere Informationen:

DigiCash;
BV Kruislaan 419;
NL-1098 VA Amsterdam;
Tel. +31-20-6652611; Fax +31-20-6685486;
E-mail: paul@digicash.com oder E-mail: info@digicash.nl oder E-mail: itea@digicash.com.

- Vingmed System Five:

Bildgebung mittels Ultraschall ist auf dem bestem Wege, weltweit zu einem bevorzugten Diagnosehilfsmittel in Krankenhäusern, Kliniken und Arztpraxen zu werden. Mit einer verbesserten Datenerfassungstechnologie und fortgeschrittener Signalverarbeitung und -analyse lassen sich nunmehr sämtliche Bereiche des Körpers darstellen.

Der norwegischer Hersteller Vingmed hat sich in diesem stark umkämpften Markt etabliert, und sein Vingmed System Five bietet gegenüber den bestehenden Systemen einen beträchtlichen Vorteil. Die bildliche Darstellung bei Ultraschallsystemen erfolgt mittels Hochfrequenzschallwellen, die von inneren Organen reflektiert werden. Um die Muster dieser Reflektionen in nutzbare Bilder umzuwandeln, ist ein hoher Datenverarbeitungsaufwand erforderlich. Das System Vingmed System Five vereint fortgeschrittene Technologien, einschließlich kundenbezogener Mikroprozessoren und Parallelverarbeitung, und ist damit für die klinische Anwendung von großem Wert.

Die System Five-Hardware wird durch eine eigens geschriebene Rechner-Software gesteuert. Durch Veränderungen dieser Software lassen sich neue Funktionen hinzufügen. Für die kommenden Jahre plant Vingmed die Verbesserung seiner Position auf dem US-Markt und die Erweiterung der System Five-Palette auf neue Diagnosebereiche.

Weitere Informationen:

Vingmed Sound A/S;
Strandpromenaden 45;
N-3190 Horten
Norwegen;
Tel. +47-33042132; Fax +47-33042491.

- Neuer Magnetaufzeichnungskopf für Festplattenlaufwerk:

Festplattenspeicher gehören für die Datenspeicherung in modernen Computern zum Standard: Ohne Festplatte wird kein Computer verkauft, und Größe und Geschwindigkeit des Laufwerks gelten gemeinhin als ein wichtiger Faktor bei der Beurteilung einer Rechneranlage.

Der wichtigste Bestandteil eines Festplattenlaufwerks ist der Magnetaufzeichnungskopf, der Magnetisierungsmuster auf eine sich schnell hin und her drehende Scheibe schreiben oder von ihr lesen kann. Die Herstellung der derzeit verwendeten Magnetköpfe ist kompliziert; er erfolgt durch einen mechanischen - und damit fehleranfälligen - Zusammenbau und ist offensichtlich an der Grenze des theoretisch Machbaren angelangt.

Der SILMAG-Kopf stellt eine radikale Loslösung von den derzeitigen Technologien dar, da er unter Nutzung der gleichen Verfahren gefertigt wird, wie sie auch für integrierte Schaltkreise angewendet werden. Auf diese Weise kann die Herstellung von Magnetköpfen in weitaus größerem Umfang automatisiert werden, als dies bisher möglich war. Auch die Leistungsfähigkeit wird wesentlich verbessert.

Der SILMAG-Kopf wurde bei Forschungsarbeiten am Nationalen Französischen Forschungszentrum LETI und von SILMAG selbst entwickelt. Bei SILMAG handelt es sich um ein neu gegründetes Unternehmen zur Herstellung dieser neuen Magnetköpfe. Derzeit werden Magnetköpfe für den Export in die USA und den Fernen Osten gefertigt. Dadurch sinken Kosten, die Leistung steigt und europäische Technologie wird im Herzen der weltweiten Festplatten-Industrie etabliert.

Weitere Informationen:

SILMAG;
17 rue des Martyrs;
CENG;
F-38054 Grenoble Cedex 9;
Tel. +33-76885892; Fax +33-76885048;
E-mail: 100307.760@compuserve.com

Quelle: CORDIS Information Collection Unit.
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