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Schlußfolgerungen der IFU-Konferenz über Welt-Funkkommunikation

Die von der Internationalen Fernmelde-Union veranstaltete Konferenz über Welt-Funkkommunikation fand zuletzt vom 23. Oktober bis 17. Dezember 1995 in Genf (Schweiz) statt.

Die Konferenz ist das international anerkannte Forum für weltweite Übereinkünfte über die Nutzung von Fu...
Die von der Internationalen Fernmelde-Union veranstaltete Konferenz über Welt-Funkkommunikation fand zuletzt vom 23. Oktober bis 17. Dezember 1995 in Genf (Schweiz) statt.

Die Konferenz ist das international anerkannte Forum für weltweite Übereinkünfte über die Nutzung von Funkfrequenzen und Satellitenumlaufbahnen. Sie findet alle zwei Jahre statt und verfolgt den Zweck, Änderungen bei der Nutzung des Funkfrequenzspektrums zu erörtern und hierüber eine Einigung zu erzielen sowie die Voraussetzungen für neue technologische Entwicklungen zu schaffen.

Das Spektrum wird bereits stark in Anspruch genommen, so daß bei der Spektrumzuweisung an einen neuen Dienst nur drei Möglichkeiten in Frage kommen:

- Abzug bestehenden Spektrums von einem anderen Dienst und Neuzuweisung an den hinzukommenden Dienst;
- Erweiterung des nutzbaren Spektrums durch Steigerung der technologischen Effizienz;
- gemeinsam Spektrumnutzung mit bestehenden Diensten auf der Grundlage von Vereinbarungen.

In diesem Zusammenhang werden eine Reihe von Entwicklungen im Kommunikationsbereich zwangsläufig zu wichtigen Änderungen bei der Aufteilung des Spektrums führen.

Bei der neuen Generation Persönlicher Kommunikationsdienste sollen die Konstellationen von großen und kleinen LEO-Satelliten (Satelliten mit niedriger Erdumlaufbahn) genutzt werden, um mobile Sprach- und Datendienste weltweit nahtlos anbieten zu können. Diese neuen Dienste besitzen das Potential, Verbindungen zwischen Menschen überall auf der Welt unabhängig von ihrem Standort oder dem Stand der örtlichen Telekommunikations-Infrastruktur zu schalten. An sich hätten sie daher zwar eine Menge zu bieten; allerdings wird der Bedarf an neuem Spektrum, in dem sie betrieben werden, sich unweigerlich auf bestehende Dienste auswirken.

Die Konferenz hat außerdem mit großem Interesse die von der Teledesic Corporation (Microsoft, McCaw Cellular und AT&T) entwickelte Anwendung für Spektrumzuweisung geprüft, um einen aus 840 Satelliten bestehenden Fix-Satelliten-Dienst mit nichtgeostationärem Orbit (FSS non-GSO) anbieten zu können, der globale nahtlose Breitbandkommunikation zu niedrigen Kosten verspricht.

Die auf der diesjährigen Konferenz getroffenen wichtigsten Entscheidungen lauten:

- Zuweisung von zusätzlichem Spektrum an Mobile Satellitendienste für kleine LEO-Systeme (Betrieb unterhalb 1 GHz). Diese Systeme werden zur Bereitstellung von Diensten des Typs mobile Daten" eingesetzt;

- Änderung des Termins für die Inbetriebnahme von großen LEO-Systemen, die das 2-GHz-Band nutzen. Dieser Termin wurde auf den 1. Januar 2000 vorverlegt;

- Vereinfachung der Funkvorschriften. Intensiv diskutiert wurden insbesondere zwei Artikel, nämlich S8 und S9, die den internationalen Status von Frequenzzuteilungen, die im Stammregister internationaler Frequenzen verzeichnet sind, sowie das Verfahren bei der Koordination mit anderen Administrationen oder die Erlangung von Genehmigungen von diesen zum Gegenstand haben. Dieser Punkt wird in zwei Jahren erneut geprüft;

- in der Diskussion über die Zulassung der FSS-non-GEO-Systeme von Teledesic wurde vereinbart, dem System 400 MHz an Spektrum im 19-GHz- und 29 GHz-Band zuzuteilen;

Außerdem wurde eine Übereinkunft erzielt, 400 MHz an Spektrum für die MSS-Zubringerverbindungen bereitzustellen, die Aufschaltungen zu Satellitendiensten ermöglichen. Zur Bereitstellung dieser Verbindungen muß Spektrum mit Fix-Satelliten-Diensten geteilt werden. Als Kompromiß wurde vereinbart, die Nutzung durch non-GEO-Systeme gleichberechtigt mit GEO-Systemen erfolgen zu lassen, so daß man sich das Spektrum teilen kann.

Für die nächste WRC-Konferenz, die 1997 in Genf veranstaltet wird, wurde ein Agenda-Entwurf erarbeitet. Die umstrittensten Tagesordnungspunkte werden voraussichtlich im Bereich der Planung von Rundfunk-Satelliten-Systemen und des Umfangs internationaler Rundfunkrechte liegen.


Quelle: Internationale Fernmelde-Union
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