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Analyse der Wanderung von Wissenschaftlern im Rahmen des Programms Humankapital und Mobilität

Die Europäische Kommission, GD XII (Wissenschaft, Forschung und Entwicklung), hat die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die zum im Rahmen des Gemeinschaftsprogramms Humankapital und Mobilität (HCM) finanzierten Projekt für individuelle Stipendien durchgeführt wurde. Die ...
Die Europäische Kommission, GD XII (Wissenschaft, Forschung und Entwicklung), hat die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die zum im Rahmen des Gemeinschaftsprogramms Humankapital und Mobilität (HCM) finanzierten Projekt für individuelle Stipendien durchgeführt wurde. Die Autoren der Studie kommen zu einer Reihe interessanter Schlußfolgerungen bezüglich der Wanderung europäischer Wissenschaftler im Rahmen des Stipendien-Projekts:

- Frankreich und das Vereinigte Königreich sind zwei besondere Anziehungspunkte:
Frankreich ist der Hauptmagnet für die Länder mit "geographischer Zentrallage" in Europa, besonders Belgien und Luxemburg, während das Vereinigte Königreich die Länder "geographischer Randlage", besonders Dänemark, Griechenland, Irland und Portugal, anzieht;
- Im geographischen "Zentalgürtel", zu dem Deutschland, Italien, die Niederlande und Spanien gehören, findet ein mehr oder weniger gegenseitiger Austausch von Stipendiaten statt;
- Frankreich und das Vereinigte Königreich bilden außerdem die beiden größten und wichtigsten gastgebenden Zentren, wobei sich in jedem etwa 30% der Gasteinrichtungen befinden;
- Die "mittelgroßen" Länder, zu denen in dieser Analyse Belgien, Deutschland, Italien, die Niederlande und Spanien gerechnet werden, verfügen über jeweils ca. 6-9% der gastgebenden Einrichtungen;
- In den "kleineren Ländern" , das sind Dänemark, Griechenland, Irland und Portugal, befinden sich jeweils 1 - 2% der gastgebenden Einrichtungen;
- Deutschland hat im Verhältnis zu seiner Größe mit 0,5% die geringste Zahl von Antragstellungen von Wissenschaftlern, die Forschungsarbeiten in einem anderen europäischen Land durchführen wollen;
- Andererseits stellen Antragsteller aus Griechenland und Irland mit 8,3% bzw. 6,3% den höchsten Anteil an Wissenschaftlern, die im Ausland forschen wollen.

Im Rahmen des HCM-Programms (1992-1994) haben mehrere Tausend Wissenschaftler Anträge auf die Unterstützung durch Stipendien gestellt. Es war das erste Mal, daß die Kommission ein derart großes Vorhaben in Gang gesetzt hat. Im Rahmen dieses Projekts erhielten Wissenschaftler Stipendien zur Fortsetzung ihrer Forschungen außerhalb ihres Heimatlandes, und es wurde ihnen die Möglichkeit gegeben, in einige der führenden europäischen Forschungszentren aufgenommen zu werden. Diese Aktivität wird gegenwärtig im Rahmen des Programms Ausbildung und Mobilität von Wissenschaftlern (TMR) fortgesetzt, das an die Stelle des HCM-Programms gerückt ist.

Ettore Marchetti, Hauptautor der Studie, hat die Situation weiter beobachtet und war in der Lage, seine Ergebnisse mit dem Bild zu vergleichen, das sich im Rahmen des neuen Projekts TMR-Ausbildungsstipendien ergibt: "Offensichtlich kann hinsichtlich der 'Wanderung von Wissenschaftlern' innerhalb der EU die im HCM-Programm festgestellte 'Bündelung' teilweise mit sprachlichen und historischen Verbindungen erklärt werden. Die beim HCM-Programm beobachteten Migrationsmuster scheinen sich im gegenwärtigen TMR-Programm zu wiederholen. Eine überraschende Bestätigung dieser Tatsache besteht darin, daß nach der jüngsten EU-Erweiterung eine starke 'Nordische Bündelung' entstanden ist".

Er fügt jedoch hinzu, daß derartige Trends nicht als ein beschränkender Faktor für die 'Europäisierung' der Forschung angesehen werden sollten. "Ganz im Gegenteil dazu schaffen sie eine Struktur, die jungen Forschern bei der Ausnutzung der Vorteile hilft, die ihnen durch die Durchführung von Forschungsarbeiten im Ausland geboten werden. Das TMR-Programm schafft somit die Flexibilität, die die Forscher in die Lage versetzt, in das für ihre Forschungen beste Zentrum zu gehen, sei es nur kurz hinter der Grenze oder in einem völlig anderen Teil Europas angesiedelt".

Quelle: Europäische Kommission, GD XII
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