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Die europäische Vision der Informationsgesellschaft

Anläßlich des Zehnten Weltkongresses zum Thema "Technologie und Dienste in der Informationsgesellschaft" in Bilbao, Spanien, sprach Dr. Martin Bangemann über Beschäftigung, regionale Kohäsion und soziale Gerechtigkeit im Rahmen der Informationsgesellschaft.

In seiner Ansprach...
Anläßlich des Zehnten Weltkongresses zum Thema "Technologie und Dienste in der Informationsgesellschaft" in Bilbao, Spanien, sprach Dr. Martin Bangemann über Beschäftigung, regionale Kohäsion und soziale Gerechtigkeit im Rahmen der Informationsgesellschaft.

In seiner Ansprache mit dem Titel "Die europäische Vision der Informationsgesellschaft" sagte Dr. Bangemann, der Kommissar für Industrie, Informationstechnologien und Telekommunikation, daß die heranwachsende Informationsgesellschaft nicht nur speziell langweilige, unangenehme und gefährliche Arbeitsplätze mit viel Wiederholung zerstöre, sondern auch neue Arbeitsplätze schaffen würde, die Intelligenz und Kreativität erfordern.

Europa hat jedoch keine Vorteile durch verstärkte Beschäftigung, wenn nicht drei Vorbedingungen erfüllt sind: Die Telekommunikation muß erschwinglich und verfügbar sein, neue Informationsprodukte müssen nützlich, brauchbar und kostengünstig sein, und mit wachsendem Dienstleistungsangebot ist die Service-Qualität bei weitem der wichtigste erfolgsbestimmende Faktor.

Der Kommissar betonte besonders die dringende Notwendigkeit der Erziehung und Berufsbildung in Europa, da der Wettbewerb auf dem Dienstleistungssektor durch die Informationsgesellschaft ein weltweiter werden wird. Europa kann mit den Billiglohn-Ländern auf der Basis von Kosten alleine nicht konkurrieren. Hier ist Mehrwert der Schlüssel. Europa bewegt sich in die Richtung einer auf Wissen beruhenden Wirtschaft und Gesellschaft, in der hochqualifizierte Fachkräfte hochbezahlte Arbeitsplätze haben.

Innerhalb der EU gibt es immer noch wesentliche Unterschiede zwischen den Regionen. Dr. Bangemann bemerkte hierzu, daß die Informationsgesellschaft diese Unterschiede reduzieren helfen wird, weil Entfernung nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Telearbeiter können heute weit entfernt vom Büro arbeiten, und in manchen Regionen wurden sogar schon "Telearbeitsbüros" eingerichtet, die Telekommunikationsdienste von hoher Qualität in entfernten Regionen anbieten und so "Humaninvestition" anregen.

Aber eine regionale Enwticklung läßt sich nicht auf einer physikalischen Infrastruktur alleine aufbauen. Es müssen auch Finanzierungsmittel für immaterielle Anlagen aufgewendet werden, darunter für die Förderung von Universitäten, Forschungszentren und wissenschaftliche Einrichtungen, die als Zentren für Höchstleistungen fungieren. Von der Gemeinschaft finanzierte Projekte wie z.B. WOLF (World Wide Web-Möglichkeiten für weniger entwickelte Regionen) haben das Ziel, die verfügbaren Chancen in den weniger gut erschlossenen Gebieten durch die Informationsgesellschaft zu nutzen.

Dr. Bangemann betonte, daß die Informationsgesellschaft ihre Formgebung von all denen erhält, die in ihr eine Rolle spielen wollen. Hauptaufgabe der Behörden ist die Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte, um die Einführung neuer Dienste zu erleichtern, und um die Bürger auf die kommenden Änderungen vorzubereiten, insbesondere durch Aus- und Weiterbildung. Regierungen könnten dann die Informationsgesellschaft als Sprungbrett zur Verbesserung der Verhältnisse stärker benachteiligter Gruppen der heutigen Gesellschaft nutzen.

Die größte Herausforderung, die sich aus dem Abbau der Arbeitsplätze in der Produktion ableitet, liegt in der Vermittlung eines verstärkten Servicebewußtseins. Der Kommissar meinte, daß Europas Weg zur Informationsgesellschaft auf der Akzeptanz durch den Verbraucher beruhen müßten, denn letzten Endes entscheide diese über das Modell für die Zukunft.


Quelle: Europäische Kommission, Dienst des Sprechers
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