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IRDAC-Gutachten über das Fünfte Rahmenprogrammm

Der beratende Ausschuß für Industrieforschung und -entwicklung der Europäischen Kommission, IRDAC, hat sein Gutachten über das vorgesehene Fünfte FTE-Rahmenprogramm veröffentlicht. Die IRDAC-Mitglieder sind Führungskräfte und leitende Angestellte größerer Industriekonzerne mit...
Der beratende Ausschuß für Industrieforschung und -entwicklung der Europäischen Kommission, IRDAC, hat sein Gutachten über das vorgesehene Fünfte FTE-Rahmenprogramm veröffentlicht. Die IRDAC-Mitglieder sind Führungskräfte und leitende Angestellte größerer Industriekonzerne mit Basis in allen EU-Staaten.

IRDAC verlangt Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie durch intensivere Förderung von Innovation. Der Ausschuß vertritt die Ansicht, daß die Europäische Gemeinschaft hier durch Koordinierung von FTE-Politiken, Unterstützung von Standardisierung und Verwertung von gemeinsamem Wissen eine besondere Aufgabenstellung hat.

Das IRDAC-Gutachten legt auch die Grenzen fest, die der Gemeinschaft gesetzt sind, wenn ihr FTE-Programm wirklich einen Beitrag zur Innovation in Europa leisten soll. Insbesondere habe die Gemeinschaft folgende Pflichten:

- Veranlassung von Beratungen mit der Industrie;
- Herstellung besserer Beziehungen zwischen EG-Politiken;
- Gewährleistung von Handlungsspielraum für die Industrie anstelle der Suche nach "Siegern";
- Koordinierung einzelstaatlicher FTE-Politiken.

Bezüglich der Strukturen und des Inhalts des Fünften Rahmenprogramms verlangt IRDAC eine beschränkte Anzahl von Programmen auf der Basis von vier Hauptthemen:

- Wissens-Infrastruktur:
. Ausbildung und Mobilität von Forschern;
. Zugang zu Großanlagen;
. Technologie-Vorausschau und -Einschätzung;
- Internationale Kooperation;
. Artverwandte Technologien;
. Informations- und Kommunikationstechnologien;
. Industrielle- und Werkstofftechnologien;
. Biowissenschaften und -technologien;
. Umwelt;
. Energie;
. Mobilität;
. Task Forces.

Bezüglich der Programme für artverwandte Technologien schließt IRDAC, daß die vorhergegangenen Rahmenprogramme zwar ihren großen Wert gezeigt hätten, jedoch reduzierte Abschottung geboten sei. IRDAC empfiehlt daher nur sechs Hauptprogramme für artverwandte Technologien.

Nach Ansicht von IRDAC ist das Task Force-Konzept ein nützlicher Mechanismus, der das Zusammenfinden der verschiedenen Akteure fördert, jedoch sollten bestehende Task Forces vor der Einrichtung von neuen erst überprüft und ausgewertet werden.

Das IRDAC-Gutachten stellt fest, daß eine fundierte Wissens-Infrastruktur gebraucht wird, bei der der Schwerpunkt auf Qualität und industrieller Relevanz liegt. Die Beteiligung an gemeinschaftlichen FTE-Programmen sollte auch Organisationen aus Nichtmitgliedländern offenstehen, sofern dies auf der Basis von Gegenseitigkeit beruht, und den nichteuropäischen Teilnehmern keine Finanzierungsmittel zufließen.

Das Gutachten bestätigt, daß die Verbreitung der FTE-Ergebnisse ein wichtiger Bestandteil ist, vertritt jedoch die Auffassung, daß hierfür kein separates Programm erforderlich ist, da die Verbreitung im Rahmen eines jeden spezifischen Programms möglich ist.

IRDAC verlangt auch zusätzliche Maßnahmen zur Gewährleistung der Beteiligung von KMU an FTE Programmen, darunter die Schaffung einer einzigen CRAFT-Aktion für KMU mit einer Aufforderung im offenen Verfahren zur Unterbreitung von Vorschlägen und einer häufigere Auswertung derselben. Daneben wird die Untersuchung neuer finanzieller Instrumente für die Beteiligung von KMU vorgeschlagen.

Schließlich verlangt IRDAC weniger komplizierte und zeitraubende Abwicklungsverfahren. Programme sollten flexibler sein, und die Auswertungsmethoden müssten in allen Stadien transparenter und schneller sein. IRDA betont, daß effizientes Management eine Vorbedingung für die erfolgreiche Realisierung der FTE-Aktionen der Gemeinschaft ist. Schlüsselelemente hierfür sind Qualität und Transparenz.


Quelle: IRDAC-Sekretariat, Europäische Kommission, GD XII
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