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Französisches Positionspapier über das Fünfte F&E Rahmenprogramm

Die französische Regierung hat ihr erstes Positionspapier über das in Kürze anlaufende Fünfte FTE Rahmenprogramm der Gemeinschaft veröffentlicht.

Das französische Papier enthält einige Betrachtungen zu den Erfahrungen mit den vorigen Rahmenprogrammen, stellt ein paar Vor- und...
Die französische Regierung hat ihr erstes Positionspapier über das in Kürze anlaufende Fünfte FTE Rahmenprogramm der Gemeinschaft veröffentlicht.

Das französische Papier enthält einige Betrachtungen zu den Erfahrungen mit den vorigen Rahmenprogrammen, stellt ein paar Vor- und Nachteile heraus und betont, daß die Planung des Fünften Rahmenprogramms diese Erfahrungen berücksichtigen sollte. Es wird darauf hingewiesen, daß die Gemeinschaft in Anbetracht der augenblicklichen Wirtschaftslage, die weniger günstig ist als zur Zeit der Ausarbeitung des Vierten Rahmenprogramms, ihre Ressourcen auf eine begrenztere Anzahl von Zielen konzentrieren müsse.

Frankreich regt an, daß die Forschungsprogramme der Gemeinschaft sich neu an der Zielsetzung des Abkommens orientieren und die Prinzipien der Subsidiarität und Additionalität respektieren sollten. Gemeinschaftsprogramme sollten die einzelstaatlichen Programme ergänzen und nicht etwa ersetzen, und die Gemeinschaft solle Forschungsarbeiten nur insofern unterstützen, wie daraus eine Wertschöpfung erwächst, die über die einzelstaatliche Forschung hinausgeht.

Das Papier schlägt vor, daß das Fünfte Rahmenprogramm sich auf die Förderung von Forschungsprogrammen stützen solle, die aufgrund ihrer Bedeutung und hohen Kosten eine gemeinsame Nutzung europäischer Ressourcen erfordern. Darüber hinaus wird die Gemeinschaft zur Unterstützung von Projekten aufgefordert, die auf erhöhte europäische Wettbewerbsfähigkeit gegenüber internationalen Konkurrenten abzielen; zur Unterstützung von Gemeinschaftsmaßnahmen, die auf die Erfordernisse der Gesellschaft eingehen; zur Förderung hervorragender wissenschaftlicher Leistungen in Europa; zur Verbesserung der Mobilität von Forschungstätigen sowie zur Einrichtung eines Netzwerks von Laboratorien.

Das französische Papier regt an, daß das Fünfte Rahmenprogramm auf folgenden Prinzipien aufbaue:

- Eine Struktur auf der Basis einer Zielsetzung, die den Anforderungen von Unternehmen entspricht und auf strategische sozialökonomische Sektoren ausgerichtet ist, vor allem in denjenigen Hightech-Sektoren, wo der internationale Wettbewerb stark ausgeprägt ist und die durch KMU durchzuführende technologische Innovation gefördert werden sollte;
- Bildung von Partnerschaften und Netzwerken, in denen sich industrielle und öffentliche Forschung vereinen, wobei die Multidisziplinarität sowie der Transfer von Ergebnissen und deren industrielle Nutzung zu begünstigen wären;
- die Projekte sollten anhand von Kriterien eines außergewöhnlich hohen Leistungs- und Innovationspotentials ausgewählt werden;
- ein flexibles Programm, das sich dem Wandel der wissenschaftlichen und technischen Kenntnisse anpassen läßt und sich auf eine transparente und rigorose Evaluierung stützt;
- Verbindungsarbeit zwischen Forschung und Ausbildung;
- Vereinfachung und Reform von Verfahrensweisen.

Im Hinblick auf die vier Hauptaktivitäten des Vierten Rahmenprogramms schlägt Frankreich vor, daß das Fünfte Rahmenprogramm sich stärker auf die erste Aktivität (Forschungsprogramme) konzentriert, wobei eine kleine Anzahl spezifischer Programme auf die wichtigsten Technologien ausgerichtet sein sollte, unter Berücksichtigung der Forschungsaufgaben, die sich in strategischen sozialökonomischen Sektoren stellen. Die zweite Aktivität (internationale Zusammenarbeit) sollte sich auf Entwicklungsländer beschränken, während die dritte Aktivität (Verbreitung und Nutzung von Ergebnissen) zum integralen Bestandteil der ersten Aktivität werden sollte. Was die vierte Aktivität betrifft (Aus-/Weiterbildung und Mobilität von Forschungstätigen), ist Frankreich mit den derzeitigen Aktivitäten auf diesem Gebiet zufrieden.

Darüber hinaus wurden von Frankreich weitere Vorschläge unterbreitet:

- spezifische, groß angelegte Projekte mit hohem Risikofaktor;
- Vorsehung langfristiger Forschung in spezifischen Programmen für wichtige allgemeine Technologien;
- Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich der Kernenergieforschung;
- Neuorientierung der Gemeinsamen Forschungsstelle;
- dezentralisierte Verwaltung hinsichtlich Maßnahmen zugunsten von KMU;
- eine erhebliche Senkung der beim Zugang zu spezifischen Programmen anfallenden Kosten;
- mehr Transparenz bei Auswahl- und Evaluierungsvorgängen;
- bessere Koordination mit einzelstaatlichen und internationalen Forschungsprogrammen;
- Revision der üblichen Vertrags- und intellektuellen Eigentumsrechte.


Quelle: French Permanent Representation to the EU
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