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Teilnahme von KMU im Vierten Rahmenprogramm

Etwa 99,8 % aller Unternehmen in Europa sind KMU (kleine und mittlere Unternehmen). Diese KMU sind für 66 % der Beschäftigung und 65 % des Wirtschaftsumsatzes in der Europäischen Gemeinschaft verantwortlich. Angesichts der kontinuierlich zunehmenden weltweiten Konkurrenz müsse...
Etwa 99,8 % aller Unternehmen in Europa sind KMU (kleine und mittlere Unternehmen). Diese KMU sind für 66 % der Beschäftigung und 65 % des Wirtschaftsumsatzes in der Europäischen Gemeinschaft verantwortlich. Angesichts der kontinuierlich zunehmenden weltweiten Konkurrenz müssen viele KMU ihre Strategien innovieren und international orientieren. Das bedeutet u.a. Zugang zu neuen Technologien zu haben oder diese Technologien selbst zu entwickeln.

Die Forschungsprogramme der Europäischen Union bieten diesen Unternehmen ein gutes Mittel zum Erreichen ihrer Ziele. Insbesondere wurden über das Vierte Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung der Gemeinschaft eine Anzahl von Sondermaßnahmen eingeführt, die auf die Ermöglichung der Teilnahme von KMU an europäischen Forschungsprogrammen abzielten. Zu diesen "Technologiefördermaßnahmen für KMU" zählen die folgenden:

- Explorationsauszeichnungen, die KMU finanzielle Unterstützung für die Vorbereitung von Projektvorschlägen bieten (Partnersuche, Markt- und Innovationserhebungen, Durchführbarkeitsstudien);
- Ein kooperatives Forschungssystem, durch das Gruppen von KMU mit niedrigem oder mittlerem Technologieniveau, die mit den gleichen oder ähnlichen Problemen konfrontiert werden, aber nur wenig oder keine Forschungskapazitäten haben, die erforderliche FTE-Arbeit an Dritte (z.B. eine Universität oder Forschungsorganisation) vergeben, d.h. outsourcen, können.

Die Technologiefördermaßnahmen für KMU werden über einen öffentlichen Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen durchgeführt, der KMU die Einreichung von Vorschlägen zu jedem Zeitpunkt während des Jahres ermöglicht. Die Bewerbungsunterlagen (Informationspaket, Antragsformulare) wurden vereinfacht und gelten als benutzerfreundlich. Auf der Ebene der Mitgliedstaaten wurde ein dezentralisiertes Netz von "Brennpunkten" zum Informieren von KMU und zur Bereitstellung von Unterstützung bei der Vorbereitung von Projektvorschlägen und der Partnersuche eingerichtet.

Die Einführung dieser Maßnahmen hat zu einem beträchtlichen Anstieg der Teilnahme von KMU an Forschungsprogrammen der Gemeinschaft geführt. Im ersten Jahr des Vierten Rahmenprogramms, 1995, nahmen insgesamt 4.625 KMU an Aktionen auf Kostenteilungsbasis teil, verglichen mit 6.276 für das gesamte Dritte Rahmenprogramm, das von 1990 bis 1994 lief. Die Teilnahme von KMU macht in diesem Jahr 58 % der gesamten Industrieteilnahme an Forschungsprogrammen der Gemeinschaft aus.

Eine Überprüfung der Zahlen für 1995 zeigt, daß die industriellen Programme (BRITE/EURAM, ESPRIT und Telematik-Anwendungen) 75 % der gesamten KMU-Teilnahme ausmachen. Die KMU-Sondermaßnahmen machen 25 % der gesamten KMU-Teilnahme aus. 1995 reichten etwa 2.500 KMU im Rahmen der Technologiefördermaßnahmen Vorschläge ein. Die meisten dieser Unternehmen (60 %) waren kleine Unternehmen (weniger als 50 Beschäftigte). Größere KMU (250 bis 500 Beschäftigte) repräsentieren 6 % der Auftragsnehmer und gehören traditionelleren Sektoren an (Bauwesen, Bergbau, Textilindustrie, Holz).


Quelle: Europäische Kommission
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