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Finnische Prioritäten für das fünfte Rahmenprogramm

Die finnische Regierung hat ihre Stellungnahme zur Strategie der Europäischen Union für die Forschung aus der Sicht der Vorbereitung des Fünften Rahmenprogramms für Forschung und technologische Entwicklung unterbreitet.

In dieser Stellungnahme betont die finnische Regierung d...
Die finnische Regierung hat ihre Stellungnahme zur Strategie der Europäischen Union für die Forschung aus der Sicht der Vorbereitung des Fünften Rahmenprogramms für Forschung und technologische Entwicklung unterbreitet.

In dieser Stellungnahme betont die finnische Regierung die Bedeutung des Konsultationsprozesses und bringt den Wunsch nach ausreichender und rechtzeitiger Konsultation der Industrie, der Hochschulen und der Forschungseinrichtungen zum Ausdruck. Diese soll ergänzend zu der bereits laufenden Konsultation der Regierungen der Mitgliedstaaten erfolgen.

Die finnischen Behörden vertreten die Meinung, daß "die Verstärkung der wissenschaftlichen und technologischen Basis der Union und damit die Steigerung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und des Beschäftigungsgrades der Mitgliedstaaten weiterhin das Hauptziel der FTE-Aktivitäten der EU sein muß". Des weiteren vertritt sie auch die Ansicht, daß "die Förderung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung, die für das Wohlergehen der Bürger der EU unerläßlich ist, eines der Hauptziele sein sollte".

Die Finnen halten Forschung und Entwicklung für europäische Kooperation besonders geeignet, weil sie "experimentell, kreativ und zukunftsorientiert sind". Hier handelt es sich auch um einen Bereich, der "die Wertschöpfung bringt, die von der EU als Beitrag zu den einzelstaatlichen Anstrengungen der Mitglieder erwartet wird". Es besteht jedoch das Gefühl, daß hierzu nicht in ausreichendem Umfang Mittel bereitgestellt worden sind und daß vielen Projekten von hoher Qualität die Mittel fehlen. Deshalb wird eine verstärkte Finanzierung für das Fünfte Rahmenprogramm gegenüber der Finanzierung im Rahmen des Vierten Rahmenprogramms verlangt.

Die Finnen fordern außerdem eine Veränderung des Schwerpunkts bei langfristigen EU-Aktivitäten und bei der Planung von Projekten, mit denen die Berufsbildung verbessert wird und Produktionsstrukturen erneuert sowie markthemmende Faktoren abgebaut werden können. Die Erweiterung und Weiterentwicklung der Kooperation mit Nicht-EU-Ländern (insbesondere industrialisierten Ländern) und mit anderen gemeinsamen europäischen Forschungseinrichtungen wird ebenfalls als Priorität gesehen.

Bezüglich der Management-Struktur des Rahmenprogramms macht die finnische Regierung auf eine gewisse Starre aufmerksam, die eine angemessene Reaktion auf sich ändernde Erfordernisse im Bereich der Forschung und der technischen Neuerung verhindert hat. Es werden eine Reihe von Vorschlägen gemacht, darunter Reduzierung der Anzahl der spezifischen Programme und Anwendung neuer Anwendungsmodelle für erhöhte Flexibilität bei der Entscheidungsfällung.

Die Task Forces der Kommission werden besonders unterstützt als "wirklich umfassend für die Förderung von Innovation und Entwicklung von Forschung". Es wird allerdings auch vorgeschlagen, das Task-Force-Modell vor einer Entscheidung über seine breitere Anwendung auf das Fünfte Rahmenprogramm in der Praxis zu erproben. Es besteht der Wunsch nach Integration des Task-Force-Modells in die Programmstruktur, so daß die Verwaltung nicht komplizierter und die Forschungsaktivität fragmentiert wird.

Die finnische Stellungnahme bestätigt weitgehend die Bedeutung der besonderen Maßnahmen für KMU und verlangt ihre Intensivierung. Zu den spezifischen Vorschlägen gehören: Möglichkeit der Teilnahme von KMU an weitergeführten Projekten; Möglichkeit der Unterbreitung von Vorschlägen jederzeit und Gewährleistung einer Entscheidung innerhalb von zwei Monaten nach der Unterbreitung.

Folgenden Forschungsgebieten und -themen ordnet Finnland besondere Bedeutung zu:

- Informationstechnologien und Telekommunikation;
- Produktions-, Prozeß- und Werkstofftechnologie;
- Biotechnologie und Technologien für das Gesundheitswesen;
- Geschäftsprozesse, -methoden und -praxis;
- Umweltforschung und -technologie;
- Entwicklung von Verkehrsnetzen und Verkehrsmittelarten;
- Soziale und kulturelle Phänomene mit einer europäischen Dimension.

Weitere Gebiete werden als "neue" Forschungsgebiete benannt. Hierzu zählen:

- Forschungsarbeiten betreffend nördliche Gebiete und kalte Klimata;
- Prozesse und Produkte der Forstwirtschaft;
- Entwicklung von Baumethoden mit europäischer Dimension;
- Eine gemeinsame europäische Kommunikations-Infrastruktur;
- Technologien für saubere Energieerzeugung;
- Erforschung der Wirkungen der Informationsgesellschaft;
- Ostseeforschung.


Quelle: CORDIS Information Collection Unit
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