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Fortschrittliche Kommunikation - Die EU geht mit ACTS in Aktion

Das spezifische FTE-Programm der Gemeinschaft im Bereich der fortschrittlichen Kommunikationstechnologien, auch als das ACTS Programm bekannt, ist ein fünfjäriges Programm mit geplanter Laufzeit von 1994 bis 1998. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Ziele, Struktur un...
Das spezifische FTE-Programm der Gemeinschaft im Bereich der fortschrittlichen Kommunikationstechnologien, auch als das ACTS Programm bekannt, ist ein fünfjäriges Programm mit geplanter Laufzeit von 1994 bis 1998. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Ziele, Struktur und Aktivitäten des ACTS-Programms, von ihm selbst vorgestellt:

"Eine der progressivsten gegenwärtig im Rahmen des EU-Forschungshaushalts finanzierten Forschungsinitiativen umfaßt Advanced Communications Technologies and Services (oder auch ACTS genannt). Nun arbeiten 157 Projekte innerhalb eines integrierten Programms zusammen, um schlüsselfertige, demonstrationsbereite Komponenten für die technologische Infrastruktur, die Basis der zukunftigen Informationsgesellschaft, zu produzieren.

Obwohl ACTS im Vergleich mit anderen Programmen ein eher bescheidenes Budget hat (mit 670 Millionen ECU), unterstützt es die größte, irgendwo auf der Welt existierende, zusammenhängende Reihe von Tests, Versuchen und Demonstrationen für Anwendungen, Dienstleistungen und Technologien. Indem es einen praktischen, nach außen gerichteten Standpunkt behält, zielt ACTS auf die Maximierung der Wirkung und Sichtweite seiner Ergebnisse.

ACTS praktiziert den Subsidiarismus, indem es mit bereits innerhalb der Mitgliedstaaten und anderen Ländern stattfindenden Versuchen verbunden ist, die über Prüfstätten für fortschrittliche Kommunikation verfügen. Insgesamt gibt es 23 nationale Gastgeber, die ACTS-Projekten Prüfstätten und Netzwerkeinrichtungen für Versuche anbieten, einschließlich in entfernteren Ländern wie den USA, Kanada und Japan.

Die mit Unterstützung des Programms durchgeführten individuellen Demonstrationen und Versuche können entweder klein sein und auf genaue Veranstaltungen abzielen, oder ebenso sehr großformatige internationale Demonstrationen fortschrittlicher Kommunikation sein. Letztere können aktiv Dutzende verschiedene Länder betreffen und sind oft mit großen Ausstellungen und Konferenzen verbunden.

Was ACTS unter den Forschungsprogrammen der EU so einmalig macht, ist die Tatsache, daß individuelle Testergebnisse durch einen eingebauten Gemeinsamkeitsmechanismus zusammengebracht und Synergien aufgebaut werden. Dieses stellt sicher, daß die Projekte von den Ergebnissen der anderen wissen, und daß kooperative Initiative sich auf natürliche Weise entwickelt und so einen Beitrag zur Produktion kohärenter Ergebnisse mit Unterstützung einer breiten Basis an Fachwissen und teilnehmenden Organisationen leistet. Es sind die Programmergebnisse von ACTS, die einen wesentlichen Beitrag zur entsprechenden Normung leisten und bei der Erstellung der Richtlinien für die Entwicklung langfristiger Politikziele zur Erfassung des europäischen Kommunikationssektors hilfreich sein werden.

Die EU sucht aktiv die Zusammenarbeit in einer Anzahl von wirtschaftlichen Sektoren, in denen die Kommunikation und verwandte Themen betreffend die Informationsgesellschaft von Bedeutung sind. Im Kommunikationsgeschäft haben die kommerziellen Interessen der Gerätehersteller, Netzwerkbetreiber und wichtiger Firmenkunden alle eine internationale Ausrichtung. Kommunikation ist in sich selbst ein wahrhaft internationales Geschäft. Europas Förderung der internationalen Zusammenarbeit in diesem Sektor ist daher in voller Übereinstimmung mit starken Geschäftsinteressen

Viele Haupthindernisse technischer, ökonomischer und politischer Art müssen noch überwunden werden, bevor eine globale Informationsgesellschaft Realität werden kann. Wenn man das Ausmaß der notwendigen Investitionen zur Erweiterung der bestehenden Dienste und Neztwerk-Infrastrukturen auf zukünftige Multimedia-Anwendungen berücksichtigt, kann das "auf das falsche Pferd setzen" zu einem sehr kostspieligen Verlust und für eine einzelne Organisation oder für ein allein handelndes Land vielleicht zum fatalen Fehler werden. Die entwickelten Länder der Welt und ihre wichtigen Organisationen haben daher keine andere Wahl, als miteinander zu kooperieren, um die grundlegenden Maßstäbe zur erstellen, die den Rahmen für den offenen Wettbewerb und die schnelle kommerzielle Aufnahme fortschrittlicher Kommunikationsdienstleistungen bilden werden. In diesem Zusammenhang sind es die internationalen Initiativen, wie die G7-Pilotprojekte, die einen sehr wichtigen Einfluß haben und eine Katalysatorrolle bei der Entwicklung der notwendigen Infrastruktur spielen sollen, die für die Errichtung der Informationsgesellschaft erforderlich ist.

1994 wurde ACTS zum ersten europäischen Forschungsprogramm, das für weltweite Teilnahme offen war. Heute nehmen 33 Länder an ACTS teil. Zusätzlich zu den 15 Mitgliedstaaten gibt es etwa 18 nichteuropäische Teilnahmeländer die nun dabei sind, einschließlich 9 aus Mittel- und Osteuropa. Insgesamt repräsentiert dies ungefähr 1.000 verschiedene Organisatonen, die sehr grosses Interesse an fortschrittlicher Kommunikation haben.

Die internationale Beteiligung an ACTS ist nun zu einem aktiven Element in der Beziehung der Gemeinschaft zu ihren wichtigen Handelspartnern geworden, sowohl bilateral als auch auf regionaler Ebene. Als ein Beispiel dafür wurde das ASEM-Treffen im letzten Februar in Bangkok von europäischen Staatsführern besucht, die um bessere Verbindungen in der Zusammenarbeit mit asiatischen Ländern nachsuchen. In diesem Zusammenhang ist es von besonderer Bedeutung anzumerken, daß fünf japanische Unternehmen und eines aus Singapur im ACTS-Programm begrüßt werden konnten. Dieses ergänzt eine ähnliche Präsenz Kanadas (acht Unternhemen) und der USA (ebenfalls acht).

Mit seinem erheblich erweiterten internationalen Fachwissen beabsichtigt ACTS die praktischen Erfahrungen im Bereich fortschrittlicher Kommuniaktion mit allen anderen wichtigen Forschungszentren auf der ganzen Welt aufzubauen. Verbundexperimente sind bereits im Kontext des G7 Pilotprojekts GIBN (Global Interconnection of Broadband Networks) geplant, das Japan, die USA und Kanada mit den G7 Ländern Europas verbinden soll, und über sie, oder in Zusammenarbeit mit Projekten wie ACTS, sollen erweiterte Experimente innerhalb einzelner Mitgliedstaaten ausgeführt werden.

Als Ergebnis zweier Aufrufe zur Einreichung von Vorschlägen wird nun die gesamte Reichweite der für ACTS geplanten Forschung durchgeführt, und ein zusammenhängendes, gut strukturiertes Programm von Projekten eingerichtet. Wenn zu einem späteren Zeitpunkt von ACTS die individuellen Ergebnisse sichtbar werden, wird womöglich noch etwas Spielraum bleiben für die Erweiterung der praktischen Demonstrationen und für das Projekt einer ausführlicheren Beratung über die Programmergebnisse und eine allgemeine Bewußtseinserweiterung.


Quelle: Europäische Kommission, GD XIII
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