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Kommissionsstrategie zur Reduzierung von Methanemissionen

Die Europäische Kommission hat ein Strategiepapier zur Reduzierung der industriellen Methanemissionen in der EU verabschiedet. Das Arbeitspapier konzentriert sich insbesondere auf das in den Bereichen Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und dem Energiesektor produzierte Methan, d...
Die Europäische Kommission hat ein Strategiepapier zur Reduzierung der industriellen Methanemissionen in der EU verabschiedet. Das Arbeitspapier konzentriert sich insbesondere auf das in den Bereichen Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und dem Energiesektor produzierte Methan, die den größten Teil der Methanemissionen in der EU verursachen. Die Initiative demonstriert die Bedeutung, die die Kommission der Durchführung von Politiken beimißt, die sich effektiv dem Thema der globalen Klimaveränderung widmen.

Methan (CH4) ist nach CO2 das zweitwichtigste Treibhausgas und verursacht fast ein Fünftel des globalen Treibhauseffekts. Als ein aktives Gas bindet es die Wärme und verhindert ihre Abgabe in den Weltraum und erhöht somit die Temperaturen der Atmosphäre und der Erdoberfläche. Die in dem Arbeitspapier der Kommission entwickelte Strategie könnte die Reduzierung der Methanemissionen um 30% bis zum Jahr 2005, und um 40% bis 2010 sicherstellen. Sie konzentriert sich auf die Reduzierung des organischen Abfalls und den Gebrauch und die Wiedergewinnung von Methan als eine Energiequelle.

Das Strategiepapier der Kommission basiert auf und erweitert Maßnahmen zur Reduzierung von Methanemissionen, die sowohl auf der EU-Ebene als auch auf nationaler Ebene vorgenommen werden. Sie identifiziert die besten momentan vorhandenen Technologien, die, verwendet in Verbindung mit anderen Politiken und Maßnahmen auf der EU-Ebene, zur Umkehrung des gegenwärtig bestehenden Aufwärtstrends bei Methanemissionen in der EU beitragen könnten.

Landwirtschaft, Abfall und Energie verursachen praktisch die gesamten Methanemissionen in der EU, ihr jeweiliger Anteil liegt bei 45%, 32% und 23%. Die Optionen für die Reduzierung in diesen Bereichen werden im Strategiepapier identifiziert. Solche Optionen umfassen eine Anzahl von vielversprechenden Bereichen, in denen die EU-Aktion zur Reduzierung der Methanemissionen in naher Zukunft bedeutende Ergebnisse produzieren könnte.

Was das städtische Abfallwesen betrifft könnte die eingeführte EU-Gesetzgebung auf die Reduzierung des in der ganzen EU produzierten organischen Abfalls abzielen. Es könnte auch Regulierungsmaßnahmen geben, die für alle neuen Mülldeponien Methanrückgewinnung und Verwendungssyssteme vorschreibt. Wo immer es möglich ist sollte selbst den bestehenden Deponien der Einsatz von Methanrückgewinnungsverfahren vorgeschrieben werden.

In der Landwirtschaft gibt es die Möglichkeit der Entwicklung von Dung-zu-Energie Anlagen, die ein wachsendes und komplexes Abfallproblem lösen könnten. Der erste Schritt wäre die Ermittlung der Lebensfähigkeit bestimmter Technologien durch EU-Demonstrationsprojekte, die Methanemissionen reduzieren und gleichzeitig nützliche Energie bereitstellen würden. Falls diese Technologien geprüft und kosteneffektiv sind, könnte die verbindliche Einführung solcher Technologien in großflächigen Landwirtschaftseinheiten erwogen werden.

Die formell durch den Umweltrat im Dezember 1994 beantragte Mitteilung der Kommission über Methanemissionen, gibt sowohl auf die Erfordernisse der EU als auch auf internationaler Ebene eine wirksame Antwort auf die Herausforderung der durch alle Treibhausgase hervorgerufenen globalen Erwärmung. Als ein Unterzeichner des zwischenstaatlichen Rahmenabkommens über Klimaveränderungen ist die Europäische Union verpflichtet, Maßnahmen zur Reduzierung der Emission von Treibhausgasen zu ergreifen. Diese Verpflichtung wird im fünften Aktionsprogramm über die Umwelt anerkannt, das ausdrücklich zur Reduzierung der Methanemissionen aufruft.

Die Kommission beabsichtigt, eine offene und ausführliche Diskussion mit allen interessierten Parteien über diese Optionen anzuregen, die das Ziel hat, so bald wie möglich konkrete und wirksame politische Maßnahmen einzuleiten.


Quelle: Europäische Kommission, Dienst des Sprechers
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