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Entwicklung einer europäischen Luft- und Raumfahrtpolitik

Der Europäische Verband der Luft- und Raumfahrtindustrie (AECMA) hat seine Grundsatzerklärung "Entwicklung einer Europäischen Luft- und Raumfahrtpolitik" anläßlich eines Symposions über die Zukunft der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie unterbreitet, das von der Europäi...
Der Europäische Verband der Luft- und Raumfahrtindustrie (AECMA) hat seine Grundsatzerklärung "Entwicklung einer Europäischen Luft- und Raumfahrtpolitik" anläßlich eines Symposions über die Zukunft der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie unterbreitet, das von der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament in Brüssel am 5. November 1996 veranstaltet wurde.

In dieser Grundsatzerklärung werden die Strategien dieses Industriezweigs für Aktionen zur Verbesserung von Europas Luft- und Raumfahrtsektor dargelegt. Unter Hervorhebung des Arguments, daß die Luft- und Raumfahrtindustrie mit ca. 80.000 Unternehmen in allen Mitgliedstaaten der EU einer der wichtigsten Arbeitgeber Europas ist und daß die von diesem Industriezweig entwickelten Spitzentechnologien bedeutende positive Ausstrahlungseffekte für andere Industriezweige hervorbringen, fordert der AECMA den Industriezweig selbst zur Handlung auf, aber auch die Mitgliedstaaten und die EG, um die Weiterentwicklung der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie zu fördern.

In dieser Schrift wird die Europäische Gemeinschaft dazu aufgefordert, die Bedeutung der Luft- und Raumfahrt als strategische industrielle Basis in Europa anzuerkennen. Zu den auf europäischer Ebene verlangten Aktionen gehören ordnungspolitische, gesetzliche und finanzielle Maßnahmen zur Erleichterung der transnationalen Zusammenarbeit und zur Umstrukturierung des Industriezweigs. Als weitere aktionsbedürftige Bereiche wurden die Sicherstellung des lauteren Wettbewerbs für die europäische Industrie in Weltmärkten sowie die Sicherstellung angemessener Umweltschutzmaßnahmen herausgestellt.

Auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung ruft AECMA die Gemeinschaft dazu auf, die Finanzierung für FTE im Bereich Luft- und Raumfahrt zu erhöhen, sowohl für den Rest des Vierten Rahmenprogramms als auch im Hinblick auf das Fünfte Rahmenprogramm. Die Vorgehensweise der Task Force im Bereich Luft- und Raumfahrt sei durch besonderes Augenmerk auf die industriellen Erfordernisse einschließlich Demonstrationsprojekten stärker auszuprägen. Gemeinschaftliche Forschungsprogramme seien zu fördern, bei denen sowohl einzelstaatliche als auch gemeinschaftliche Geldmittel zum Einsatz kommen. Darüber hinaus sollten die Forschungsarbeiten der einzelstaatlichen Forschungsinstitute durch verstärkte Zusammenarbeit optimal genutzt werden, einerseits durch die Zusammenarbeit der Forschungsinstitute untereinander und andererseits durch ihre Zusammenarbeit mit der Industrie. Schließlich sollten die europäischen Vorschriften staatliche Beihilfen für FTE in Maßstäben zulassen, die der Industrie des jeweiligen Wettbewerbslands entsprechen.

Anläßlich dieses Symposions sagten Herr Jacques Santer, Präsident der Europäischen Kommission und Herr Martin Bangemann, der für die Industrie zuständige Kommissar, daß die Gemeinschaft die Europäische Luft- und Raumfahrtindustrie einschließlich des Verteidigungssektors fördern würde. Die Kommission bekräftigte ausdrücklich, daß ihr an der fortgesetzten Wettbewerbsfähigkeit Europas gegenüber der Luft-und Raumfahrtindustrie der USA gelegen sei. Der Kommission sei insbesondere an einer starken Präsenz Europas im Raumfahrtsektor gelegen.

Die Förderungstätigkeit der Gemeinschaft auf dem Gebiet von FTE Aktivitäten im Sektor Luft- und Raumfahrt wurde von hochstehenden Beamten der Kommission dargelegt, wie u.a. Herrn Arturo Garcia Arroyo, der für das spezifische Programm auf dem Gebiet der Industriewerkstoffe und -technologien (BRITE/EURAM) zuständig ist - eines der FTE Programme, die für die Luft-und Raumfahrt von größter Bedeutung sind. Herr Arroyo gab bekannt, daß von 1989 bis heute ca. 450 Luft- und Raumfahrtprojekte unter dem FTE Rahmenprogramm gefördert worden sind, wobei Finanzierung von insgesamt ECU 625 Mio. von der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt wurde. In den vier Jahren des laufenden Vierten Rahmenprogramms (1995-1998) sei damit zu rechnen, daß die von der Gemeinschaft für den Sektor Luft- und Raumfahrt bereitgestellten Mittel sich auf insgesamt ECU 500 Mio. belaufen werden.

Herr Magnus Lemmel, stellvertretender Generaldirektor von GD III und Direktor der Task Force im Bereich Luft- und Raumfahrt, gab einen Vortrag über die Arbeit der Task Force. Die Task Force wurde eingerichtet, um verschiedene spezifische FTE Programme der Gemeinschaft mit einem Luft- und Raumfahrtelement sowie relevante einzelstaatliche Initiativen zu koordinieren, um die Wirksamkeit der Forschung zu verbessern und europäische Prioritäten zu identifizieren. Im Zuge der Arbeit der Task Force sind drei Prioritäten identifiziert worden:

- das effizientere Flugzeug (MEFA);
- das europäische Luft- und Raumfahrt-Netzwerk für den verteilten, koordinierten Ablauf technischer Vorgänge (ENHANCE);
- das umweltfreundliche Flugzeug (TEFA).

Die Task Force ist jetzt darauf ausgerichtet, sich auf europäische Forschungsarbeiten in diesen drei Bereichen zu konzentrieren sowie die Beiträge zur künftigen Forschungspolitik in diesem Sektor zu koordinieren.

Zum Abschluß des Symposions wies Sir Richard Evans, Präsident des AECMA, darauf hin, daß Europa die gleichen FTE Investitionen wie seine Wettbewerber vornehmen müsse, wenn es im Sektor der Luft- und Raumfahrt wettbewerbsfähig bleiben wolle. In diesem Zusammenhang hob er hervor, daß die Regierung der USA viermal so viel wie die EU für FTE im Bereich Luft- und Raumfahrt ausgebe. Er betonte ferner, daß die Zukunft der Industrie von einer starken Partnerschaft zwischen der Industrie und den öffentlichen Behörden abhänge.


Quelle: AECMA
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