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Belgisches Positionspapier zum Fünften Rahmenprogramm

Die belgische Stellungnahme zum Fünften Rahmenprogramm der Gemeinschaft für Forschung und technologische Entwicklung wurde in einem der Kommission im Oktober 1996 unterbreiteten Positionspapier dargelegt. Die Schrift bezieht sich auf die "Vorläufigen Richtlinien zum Fünften Ra...
Die belgische Stellungnahme zum Fünften Rahmenprogramm der Gemeinschaft für Forschung und technologische Entwicklung wurde in einem der Kommission im Oktober 1996 unterbreiteten Positionspapier dargelegt. Die Schrift bezieht sich auf die "Vorläufigen Richtlinien zum Fünften Rahmenprogramm", die von der Kommission im Juli 1996 festgelegt wurden.

Das belgische Positionspapier weist auf die Aussage der Kommission hin, daß "das Rahmenprogramm nur einen Bruchteil der in Europa durchgeführten Forschungsarbeit ausmacht". Dadurch sehen sich die belgischen Behörden zu zwei wichtigen Bemerkungen veranlaßt:

- Zunächst einmal, daß die Diagnose von in Europa auftretenden Problemen und die daraufhin vorgeschlagenen Abhilfsmaßnahmen nicht die einzigen Faktoren sein dürfen, die die Struktur des Rahmenprogramms der Gemeinschaft bestimmen;
- Zweitens, daß die in Verbindung mit dem Rahmenprogramm ausgeführten Aktivitäten mit den Mitgliedstaaten eng koordiniert werden müssen.

In der belgischen Schrift wird die Notwendigkeit anerkannt, daß die Innovationsfähigkeit Europas verstärkt werden sollte, wie in dem Grünbuch der Kommission zur Innovation sowie im Aktionsplan zur Innovation in Europa hervorgehoben wurde. Dabei wird jedoch einschränkend erwähnt, daß dies nicht automatisch eine radikale Änderung der Zielsetzung des Rahmenprogramms bewirken soll. Obwohl die belgische Regierung der Ansicht ist, daß das Rahmenprogramm bei der Verbesserung der Ergebnisse eine Rolle spielen kann, wird betont, daß der Hauptzweck des Gemeinschaftsprogramms auch in Zukunft in der Unterstützung der grundlegenden Forschung wirtschaftlicher und sozialer Relevanz bestehen sollte.

Der belgischen Regierung ist besonders daran gelegen, daß die Kriterien zur Sicherstellung der industriellen Relevanz von Projekten nicht zur Ausklammerung hochwertiger Projekte der Grundlagenforschung führen. Eine Abwendung von der Grundlagenforschung zur "Forschung, die auf die Zufriedenstellung von Verbrauchern durch die Bereitstellung hochwertiger Warten und Dienstleistungen abzielt" eignet sich zwar zur Erzielung kurzfristiger Resultate. Sie darf jedoch nicht zur Vernachlässigung der Grundlagenforschung industrieller Relevanz führen, die - nach Aussage der belgischen Schrift - das Fundament für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit auf lange Sicht darstellt.

Das belgische Positionspapier stellt außerdem die geplante Umstrukturierung des Rahmenprogramms infrage, insbesondere die Umgruppierung bedeutender Forschungsthemen unter einer verringerten Anzahl spezifischer Programme. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, daß "man zwar Verständnis dafür hat, daß die Anzahl spezifischer Programme eingeschränkt werden muß, daß aber Programme, die zu umfangreich sind, schwerwiegende Managementprobleme verursachen könnten und zur Schaffung einer Hierarchie von Ausschüssen und Unterausschüssen führen könnten, wodurch der bürokratische Aufwand erhöht und die Transparenz vermindert würden".

Zur Erhöhung der Flexibilität schlagen die belgischen Behörden stattdessen vor, den Inhalt der Programme so einzurichten, daß bei Bedarf die Integration neuer Themen durch eine einfache Revision des Arbeitsprogramms gegeben wäre. Ferner wird vorgeschlagen, daß die Möglichkeit einer beschränkten finanziellen Rücklage ins Auge zu fassen wäre.

Im Hinblick auf die Struktur des Rahmenprogramms sieht das belgische Positionspapier drei horizontale Aktivitäten vor: internationale Zusammenarbeit, die Verbesserung des Humankapitals und die Verbreitung und Nutzung von Forschungsergebnissen.

Im Hinblick auf KMU sind die belgischen Behörden dafür, daß diese soweit wie möglich in die spezifischen Programme einzubeziehen sind, insoweit als eine Zusammenarbeit mit größeren Unternehmen, Forschungszentren und Universitäten möglich ist, statt ihre Teilnahme durch Spezialprojekte wie CRAFT einzuschränken. Zu Sondervorkehrungen für KMU müßten fortlaufende Ausschreibungen, kurze Auswahlverfahren und die Vereinfachung der Verfahrensabläufe durch eine einzige Empfangsstelle gehören. Außerdem wäre die Rolle kooperativer Forschungszentren zu verstärken.


Quelle: CORDIS Information Collection Unit
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