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Kohäsion und die Informationsgesellschaft

Die Europäische Kommission hat eine Kommunikation über Kohäsion und die Informationsgesellschaft verabschiedet, mit der ermittelt werden soll, wie durch EU-politische Maßnahmen verhindert werden kann, daß einzelne Regionen Europas beim Aufgreifen der Möglichkeiten der Informat...
Die Europäische Kommission hat eine Kommunikation über Kohäsion und die Informationsgesellschaft verabschiedet, mit der ermittelt werden soll, wie durch EU-politische Maßnahmen verhindert werden kann, daß einzelne Regionen Europas beim Aufgreifen der Möglichkeiten der Informationsgesellschaft zurückfallen.

Diese Kommunikation ist das Ergebnis einer für die Kommission durchgeführten Studie, aus der hervorging, daß Bürger und Unternehmen in verschiedenen Regionen der EU, z.B. sehr unterschiedliche Möglichkeiten für die Nutzung der Möglichkeiten der Informationsgesellschaft haben. Hierfür gibt es geographische, soziale und wirtschaftliche Gründe. So zeigte die Studie beispielsweise, daß Teilnehmer in bestimmten Regionen hinsichtlich der Möglichkeiten für die Anbindung an die Kommunikationsnetze stark benachteiligt sind. Diese Nachteile beruhen teilweise auf der Zeit für den Netzanschluß, der Qualität des Netzes oder seiner nutzbaren Möglichkeiten, oder auf den Kosten für die Installation der Leitung.

Die Kommission schlägt Maßnahmen auf drei Gebieten vor. Zunächst einmal läßt sich die Kohäsion durch den Regelungsprozeß verbessern, insbesondere durch Abschluß der Liberalisierung der Telekommunikationsdienste und Gewährleistung eines Universaldiensts. Zweitens müssen die Mitgliedstaaten und die Regionen Mittel für die Kapitalinvestition gezielt für den Aufbau der Netz-Infrastruktur in den Kohäsions-Regionen einsetzen. Drittens sollte die Nachfrage auf regionaler Ebene durch Kooperation zwischen Benutzern und Informationsanbietern und mit Kommunikationsmitteln angeregt werden.

Zur Förderung der Entwicklung der Informationsgesellschaft wurden über den gemeinschaftlichen Strukturfonds bereits mehrere Aktionen durchgeführt. Diese Aktivitäten wurden insbesondere aufgrund von Ziffer 10 der Regionalfonds-Vorschriften und Ziffer 5 der Sozialfonds-Vorschriften gefördert, die beide innovierende Aktionen unterstützen. Beispiele für solchen Aktionen sind:

- Interregionale Informationsgesellschaft-Initiativen (IRISI): Pilotmaßnahmen mit dem Ziel der Definition einer Strategie für die Informationsgesellschaft in einer Anzahl von Regionen durch Analyse der Ausgangssituation und Ermittlung der Möglichkeiten zum Aufbau der Informationsgesellschaft durch konzertierte Anstrengungen, durch die alle relevanten regionalen Akteure zusammengebracht werden (Haushalt: 2 Mio. ECU);

- Regionale Informationsgesellschaft-Initiativen (RISI1): Nach einer IRISI beteiligt sich eine weitere Gruppe von Regionen (23) an dem Prozeß der Strategie-Definition und der Erarbeitung eines Aktionsplans über die Informationsgesellschaft für deren Region (Haushalt: 6 Mio. ECU);

- Pluri-regionale Pilot-Anwendungen (RISI2): Das Projekt soll die beste Praxis bei der regionalen Einrichtung der Informationsgesellschaft demonstrieren. Dazu werden Konsortien für die Zusammenarbeit mehrerer Regionen gebildet (Haushalt: 15 Mio. ECU);

- Internet- und WWW-Einsatz für die weniger begünstigten Regionen (WOLF): Ziel ist die Anregung des Anschlusses von KMU an das World Wide Web und die verbundenen Internet-Dienste zur weiteren Förderung der kommerziellen Nutzung von Internet-Anwendungen in diesen Regionen (Haushalt: 530.000 ECU).;

- Netzwerk der europäischen Regionen für die Anwendung von Kommunikationstechnologie (ERNACT): ERNACT soll die Art und Weise verbessern, auf die Kommunikationstechnologien von den Regional- und Kommunalbehörden bei ihrer Arbeit eingesetzt werden und ermitteln, wie diese Technologien zur Verbesserung der Kooperation unter ihnen genutzt werden können (Haushalt: 1,9 Mio. ECU).


Quelle: Europäische Kommission, Dienst des Sprechers
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