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Stellungnahme der Schweiz zum Fünften Rahmenprogramm

Die Regierung der Schweiz hat ihre Stellungnahme zu den Vorläufigen Leitlinien zum Fünften Rahmenprogram für Forschung und technologische Entwicklung' vorgelegt.

Die Stellungnahme der Schweiz, die sich auf eine ausführliche Konsultation von Wissenschaftlern, Vertretern aus wi...
Die Regierung der Schweiz hat ihre Stellungnahme zu den Vorläufigen Leitlinien zum Fünften Rahmenprogram für Forschung und technologische Entwicklung' vorgelegt.

Die Stellungnahme der Schweiz, die sich auf eine ausführliche Konsultation von Wissenschaftlern, Vertretern aus wissenschaftspolitischen Kreisen sowie FTE Managern aus der Privatindustrie und der öffentlichen Verwaltung stützt, respektiert den Drittländerstatus der Schweiz in bezug auf die EU Rahmenprogramme und nimmt daher nicht zu politischen Aspekten Stellung, die sich auf die inneren Angelegenheiten der EU beziehen (schweizerische Organisationen nehmen seit 1986 an den europäischen FTE Rahmenprogrammen teil, allerdings unter Berücksichtigung bestimmter Einschränkungen hinsichtlich ihrer Teilnahme).

Die Schweiz erachtet die Analyse und die Anhaltspunkte als äußerst relevant, die in den Vorläufigen Leitlinien' aufgeführt sind. Sie stimmt zu, daß im heutigen politischen und wirtschaftlichen Umfeld die wichtigsten allgemeinen Ziele der europäischen Gesellschaft in der weltweiten Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Staaten, dem weltweiten Wohl des Menschen und in nachhaltiger Entwicklung bestehen. Die Forschung muß und kann zur Lösung von Problemen in allen diesen Bereichen beitragen.

Das Dokument legt die drei Hauptkriterien dar, die nach Ansicht der Schweiz zur Verwirklichung dieser Ziele unablässig sind. FTE in Europa muß folgende Erwartungen erfüllen:

- weltweite Wettbewerbsfähigkeit;
- Überbrückung der Innovationskluft zwischen wissenschaftlichen Ergebnissen und Kommerzialisierung;
- Einrichtung eines Forschungssystems auf der Basis von Prinzipien der Subsidiarität und Komplementarität.

Besondere Bedeutung wird der Notwendigkeit der Zusammenarbeit auf allen Ebenen beigemessen, um maximale Wirksamkeit zu erzielen. Koordination mit spezialisierten Forschungsorganisationen (CERN, ESA, ESO, ESRF usw.), mit anderen europäischen Kooperations-Rahmenwerken wie z.B. COST und EUREKA sowie mit einzelstaatlichen Forschungsprogrammen wird stark befürwortet. Im allgemeinen ist die Schweiz für einen Ansatz folgender Art:

- Konzertierungsmaßnahmen für einzelstaatliche Programme werden auf COST konzentriert (wobei dieses Rahmenwerk auch als Prüffeld für neue Ideen dienen kann);
- generische technologische Forschung in FTE Progammen, die allen EU-und assoziierten Staaten offenstehen, wird innerhalb der EU Rahmenprogramme durchgeführt;
- gemeinsame Entwicklung von Produkten und Verfahren durch eine begrenzte Anzahl von Kooperationspartnern in kurz- und mittelfristigen Programmen ist die Aufgabe einzelstaatlich finanzierter EUREKA Projekte.

Im Hinblick auf die thematischen Schwerpunkte in EU Programmen unterstützt die Schweiz die Integration von Forschungsgebieten/Schwerpunktthemen und die Verfolgung eines problem- und ergebnisorientierten Ansatzes, der auf erhöhte Flexibilität abzielt. In diesem Zusammenhang schlägt das schweizerische Dokument vor, die folgenden Bereiche unter- bzw. miteinander zu verbinden, die derzeit in separaten Programmen angegangen werden:

- Informatik, Telekommunikation und Telematik (einschl. Multimedia und Verkehrsbereich);
- Entwicklung von Werkstoffen, industriellen Verfahren, Fertigung/Produktion und Prüfung;
- Umwelt, Verkehr und Energie (müßten durch gemeinsame Ziele miteinander verknüpft sein);
- Biowissenschaften und damit verbundene Technologien, Landwirtschaft/Nahrungsmittel und medizinische Forschung.

Zu den von der Schweiz als äußerst wichtig betrachteten horizontalen Maßnahmen gehören folgende Aspekte:

- verstärkte Finanzierung für Mobilitätshilfen, insbesondere durch die Finanzierung von Netzwerken;
- eine zunehmende Rolle der EU hinsichtlich Koordination und Entwicklung von Meßgerätausrüstung in großen einzelstaatlichen Forschungsstätten;
- eine Vereinfachung der Informationsstruktur durch die Einrichtung eines Netzwerks von "First Stop Shops" (einer Art Supermarkt) in erreichbarer Entfernung vom Benutzer;
- Förderung des Technologietransfers durch Einbindung in Projekte von potentiellen Benutzern und Organisationen, die Anwendungen an den Markt bringen können;
- Vereinfachung des Antragstellungsverfahrens für KMU.

Im Hinblick auf die Verwaltung und Gesamtstruktur des Rahmenprogramms wird von der Schweiz die Bedeutung der Dezentralisierung hervorgehoben. Darüber hinaus wird die Notwendigkeit betont, Antragstellungsverfahren zu rationalisieren, die Ablehnungsquote herabzusetzen und die Transparenz der Auswertungsverfahren zu verstärken.


Quelle: CORDIS Information Collection Unit
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