Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Kommission bestätigt Opposition gegen Forschung über das Klonen von Menschen

Im Namen der Europäischen Kommission bestätigte Frau Edith Cresson, das für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung zuständige Kommissionsmitglied, in einer Rede vor dem Europäischen Parlament die Opposition der Kommission in bezug auf die Forschung über das Klonen von Mensche...
Im Namen der Europäischen Kommission bestätigte Frau Edith Cresson, das für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung zuständige Kommissionsmitglied, in einer Rede vor dem Europäischen Parlament die Opposition der Kommission in bezug auf die Forschung über das Klonen von Menschen. Die gegenwärtigen europäischen Forschungsprogramme schließen diese Art Forschung explizit aus, die außerdem in einer Anzahl von Mitgliedstaaten verboten ist.

Die Kommission hat sofort auf die jüngsten Entwicklungen in Zusammenhang mit dem Experimentieren betreffend das in Schottland durchgeführte Klonen reagiert, indem sie die Beratergruppe über Ethik in der Biotechnologie, ein unabhängiger Beraterausschuß der Europäischen Kommission, einberief. Es wird erwartet, daß die Gruppe im Anschluß an die Organisation eines Runden Tisches im Mai eine Stellungnahme zu dem Thema abgibt. Die Teilnehmer am Runden Tisch umfassen u. a. Mitglieder des Europäischen Parlaments und Vertreter der Kommissionsdienste sowie hochangesehene Wissenschaftler und andere interessierte Parteien.

Frau Cresson betonte, daß "die neuen Entwicklungen in Zusammenhang mit dem in Schottland stattgefundenen Experimentieren mit Klonen sowohl vom rechtlichen als auch ethischen Standpunkt Fragen mit einer neuen Dimension aufwerfen, die sehr sorgfältig betrachtet werden müssen." Sie stellte jedoch fest, daß eine klare Unterscheidung zwischen dem Klonen von Tieren und dem möglichen Experimentieren mit dem Klonen von Menschen getroffen werden müssen.

Aus den offensichtlichen ethischen Gründen besteht gegenwärtig ein Konsens innerhalb der internationalen Wissenschaftsgemeinde, die Forschung über das Klonen von Menschen zu verbieten. Der Überraschungseffekt der letzten Entdeckung bedeutet jedoch, daß man sich jetzt Zeit nehmen muß, um zu beraten, in welchem Ausmaß die sowohl auf gemeinschaftlicher als auch auf nationaler Ebene bestehende Gesetzgebung diese Art Praktiken abdeckt, oder ob gesetzliche Lücken deutlich werden.

Die Kommissionsdienste prüfen gegenwärtig die möglichen Auswirkungen für die Gemeinschaftspolitik. Im Licht dieses Verfahrens und der Schlußfolgerungen der Beratergruppe übernimmt die Kommission eine klare Position zu diesem Thema und führt entsprechende Maßnahmen in ihrem Verantwortungsbereich durch. Frau Cresson stellte fest, daß das Fünfte Rahmenprogramm der Gemeinschaft für Forschung und technologische Entwicklung offensichtlich die Schlußfolgerungen der gegenwärtigen Debatte berücksichtigt, und daß jede Forschung, die nicht den ethischen Prinzipien entspricht, ausgeschlossen wird.

Die Kommissarin betonte jedoch, daß es vorläufig wichtig sei, sich für eine gründliche Analyse der möglichen Auswirkungen dieser Entdeckung Zeit zu nehmen, und trotz der durch diese Fragen aufgeworfenen berechtigten Emotionen die Debatte über zuverlässige und objektive Information zu strukturieren.


Quelle: Europäische Kommission, Dienst des Sprechers
EN FR
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben