Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Ausbildung und Mobilität von Wissenschaftlern - Ausbildung durch Forschung

Die Europäische Kommission, GD XII, hat einen Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen für FTE-Tätigkeiten im Aktionsbereich 3 (Ausbildung durch Forschung) des spezifischen FTE-Programms der Gemeinschaft auf dem Gebiet der Ausbildung und Mobilität von Wissenschaftlern veröffentlicht.

Teilnehmer an diesem Aktionsbereich sind einerseits Wissenschaftler, hauptsächlich mit Doktortitel oder einem gleichwertigen Ausbildungsniveau, die sich außerhalb ihres Herkunftslandes weiterbilden oder spezialisieren möchten, sowie andererseits die Gastinstitute, die sie aufnehmen. Teilnehmer an diesem Aktionsbereich werden künftig als "Marie Curie"-Stipendiaten bezeichnet.

Die Wissenschaftler müssen die Staatsbürgerschaft eines Mitgliedstaats oder eines mit dem Programm assoziierten Staates besitzen. Die Gastinstitute müssen juristische Personen mit Sitz in der Gemeinschaft oder in einem mit dem Programm assoziierten Staat sowie in der Lage sein, eine Ausbildung durch Forschung zu gewährleisten.

Mit dem Programm soll durch die Förderung der Ausbildung und Mobilität von Wissenschaftlern eine quantitative und qualitative Stärkung der Humanressourcen in der Gemeinschaft und in den mit dem Programm assoziierten Staaten erreicht werden.

Das Programm umfaßt alle Bereiche der Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie die Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften, die zur Verwirklichung der Ziele des Vierten Rahmenprogramms beitragen. Um Kreativität und Innovation der Wissenschaftler bei der Konzipierung ihrer Projekte zu fördern, werden in den von dem Programm erfaßten Bereichen keinerlei Zielvorgaben oder Prioritäten festgelegt. Ausschlaggebendes Kriterium bei der Bewertung und Auswahl der Projekte ist die wissenschaftliche Qualität.

Das Auswahlverfahren berücksichtigt, unter Beachtung der wissenschaftlichen Qualität als ausschlaggebendes Kriterium, auch den Beitrag des Projekts zur wissenschaftlichen und technologischen Kohäsion und die Beteiligung von Teilnehmern aus der Industrie und von KMU (Wissenschaftler aus der Industrie, Industrieunternehmen als gastgebende Einrichtungen bzw. industrierelevante Projekte). In diesem Zusammenhang werden Ausbildungsmaßnahmen besonders berücksichtigt, die auf den Umgang mit Veränderungen innerhalb von Unternehmen im Zusammenhang mit neuen Technologien gerichtet sind.

Der Aktionsbereich 3 konzentriert sich vor allem auf die Ausbildung europäischer promovierter Wissenschaftler durch Forschung und durch die Förderung ihrer Mobilität. Drei Stipendienarten sind vorgesehen:

- Ausbildungsstipendien:
Diese Stipendien sind für promovierte Wissenschaftler gedacht, die sich außerhalb des Landes, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzen, und außerhalb des Landes, in dem sie ihren letzten Aufenthalt hatten, weiterbilden oder spezialisieren möchten. Als promovierter Wissenschaftler gilt ein Wissenschaftler mit einem Doktortitel oder einem entsprechenden Abschluß bzw. ein Forscher mit mindestens vier Jahren Vollzeittätigkeit in der Forschung nach einem Hochschulabschluß.

Ausbildungsstipendien können auch an Wissenschaftler mit Hochschulabschluß ohne Promotion vergeben werden. Als Wissenschaftler mit Hochschulabschluß gilt der Inhaber eines Abschlußzeugnisses einer Universität oder gleichwertigen Hochschuleinrichtung, das den Inhaber dazu befähigt, unmittelbar, d. h. ohne Zwischenprüfung, eine Promotion zu beginnen oder einen entsprechenden Abschluß zu erwerben.

Die Gemeinschaftsförderung wird bei promovierten Wissenschaftlern zwischen sechs Monaten und zwei Jahren, bei Wissenschaftlern mit Hochschulabschluß zwischen sechs Monaten und drei Jahren betragen; sie umfaßt einen Zuschuß für den Wissenschaftler und einen Beitrag zu den Forschungs- und Verwaltungskosten des Gastinstituts;

- Rückkehrstipendien:
Rückkehrstipendien sind vorgesehen für Wissenschaftler aus benachteiligten Regionen, die in benachteiligte Region des Landes, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzen, zurückkehren und dort Forschung durchführen möchten und die mindestens zwei volle Jahre ein Stipendium für promovierte Wissenschaftler aus dem vorliegenden Programm erhalten haben oder als promovierte Wissenschaftler ein Stipendium von mindesten zwanzig Monaten aus dem Programm "Humankapital und Mobilität" erhalten haben.

Die Gemeinschaftsförderung wird für bis zu 12 Monaten einen Zuschuß für den Wissenschaftler und einen Beitrag zu den Forschungs- und Verwaltungskosten des Gastinstituts umfassen;

- Mobilitätsstipendien für erfahrene Wissenschaftler:
Diese Stipendien sind für erfahrene Wissenschaftler vorgesehen, die sich in ein Forschungsteam in einer benachteiligten Region außerhalb des Landes, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzen, eingliedern möchten, um dort ihr Wissen und ihre Forschungserfahrungen weiterzugeben. Antragsteller für diese Stipendien müssen mindestens acht Jahre Vollzeittätigkeit in der Forschung im Anschluß an einen Hochschulabschluß nachweisen.

Die Gemeinschaftsförderung wird für einen Zeitraum von drei Monaten bis zu einem Jahr einen Zuschuß für den Wissenschaftler und einen Beitrag zu den Forschungs- und Verwaltungskosten des Gastinstituts umfassen.

EN FR

Verwandte Informationen

Programme

Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben