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LINGUANET - grenzüberschreitende Bekämpfung von Kriminalität

Das LINGUANET-Projekt ist eines von zwanzig Projekten, die im Rahmen des ersten Aufrufs zur Einreichung von Vorschlägen für das spezifische FTE-Programm im Bereich der Telematik-Anwendungen von gemeinsamem Interesse ausgewählt wurden. Ziel des Projektes ist, den Informationsau...
Das LINGUANET-Projekt ist eines von zwanzig Projekten, die im Rahmen des ersten Aufrufs zur Einreichung von Vorschlägen für das spezifische FTE-Programm im Bereich der Telematik-Anwendungen von gemeinsamem Interesse ausgewählt wurden. Ziel des Projektes ist, den Informationsaustausch zwischen regionalen Polizeistellen in verschiedenen Mitgliedstaaten durch Bereitstellen eines sicheren und effektiven mehrsprachigen Kommunikationssystems zu fördern.

Um die Bewegungen von grenzenüberschreitenden und organisierten Verbrechen zu überwachen, ist die enge Zusammenarbeit zwischen Polizeistellen in Europa erforderlich. Der Schlüssel zum Erreichen dieses Ziels ist klare Kommunikation zwischen Polizeibeamten in verschiedenen Regionen und Ländern. Häufig ist jedoch die Sprache ein wesentliches Hindernis für den schnellen Informationsaustausch zwischen regionalen Polizeistellen verschiedener Mitgliedstaaten.

Das im Oktober 1995 eingeführte LINGUANET-Projekt will diese Sprachlücke überbrücken, indem es sichere grenzüberschreitende Kommunikation einschließlich Merkmalen wie Text, Sprache und Graphik in mehreren Sprachen für Polizeistellen und Notfalldienste bereitstellt. LINGUANET-Kommunikationsendgeräte werden jetzt von 22 Polizeistellen in sechs Mitgliedstaaten (Belgien, Dänemark, Frankreich, Niederlande, Spanien und Großbritannien) verwendet.

Eines der Schlüsselmerkmale von LINGUANET sind seine vorformattierten Mitteilungen, die sofort in der Sprache des Empfängers übertragen werden. Benutzer füllen einfach Felder aus, die wesentliche Informationen, wie Name, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Paß-/Ausweisnummer, Kleidung oder Haarfarbe eines Verdächtigten liefern. Zusätzliche Informationen können u.a. Bilder, wie Fingerabdrücke oder eine Photographie, sein. LINGUANET bietet zudem eine on-line Chat-Funktion in der Muttersprache des Benutzers mit der Unterstützung eines elektronischen Wörterbuchs an.

Das LINGUANET-Projekt wird von der Prolingua Ltd. geleitet, einem auf Sprachtelematik spezialisierten Unternehmen in Cambridge, Großbritannien. Zur Zeit entwickelt Prolingua zusammen mit dem holländischen Elektronikkonzern Philips Aktualisierungen und neue Leistungsmerkmale, darunter Spracherkennung und die Fähigkeit, Text in Sprache zu übersetzen zur Nachrichtenübertragung über Betriebsfunksysteme.

Es wird bereits geplant, das LINGUANET-System an andere Anwendungen anzupassen, z.B. Kommunikationssysteme für die ärztlichen Notfalldienste oder den Zivilschutz oder für das effektive Management transnationaler Krisen (Erdbeben, industrielle Katastrophen, schwere Meeres- oder Flußverschmutzug oder schwere Schiffahrtsunfälle).


Quelle: Projektstelle Informationsgesellschaft

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