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MLIS - Förderung mehrsprachiger Dienstleistungen in der Geschäftswelt

Die Europäische Kommission, GD XIII, hat einen Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen zur Förderung mehrsprachiger Dienstleistungen in der Geschäftswelt veröffentlicht. Der Aufruf - einer der ersten, die im Rahmen des mehrjährigen Programms der Gemeinschaft zur Förderung der sprachlichen Vielfalt der Gemeinschaft in der Informationsgesellschaft (MLIS) veröffentlicht werden - bezieht sich auf Aktionslinie 2.1 des MLIS Arbeitsprogramms.

Durch die zu finanzierenden Projekte sollen die Chancen mehrsprachiger Geschäftstätigkeit - insbesondere von KMU - im Umgang mit ihren Handelspartnern in Europa und dem Weltmarkt schlechthin verbessert werden, indem die besten Verfahrensweisen zur Überwindung von Sprachbarrieren in Handels- und Geschäftsbeziehungen demonstriert werden. Diese Verbesserung soll dadurch vorangetrieben werden, daß Unternehmen zu einem besseren Verständnis der Thematik und der Auswirkungen von Sprache und Kultur auf Handelsleistungen verholfen wird, wie auch durch konkrete Beratung, Dienstleistungen und Methoden zur Verbesserung mehrsprachiger Geschäftsmethoden.

Durch die Projekte sollen alle Arten von sprachlicher Unterstützung für die Geschäftswelt erfaßt werden, einschließlich Sprachunterricht, Übersetzung, Dolmetschen, Bereitstellung mehrsprachiger Informationen und Unterlagen. Die Projektvorschläge werden nach folgenden Kriterien untersucht:

- Einbindung der linguistischen und kulturellen Thematik in Marketing-Strategien;
- Entwicklung mehrsprachiger Informations- und Dokumentationsdienste;
- Verschmelzung hochentwickelter Methoden und Technologien wie u.a. gelenkte Sprach-, Verfassungs- und maschinengestützte Übersetzungsmethoden zu mehrsprachigen Dokument-Management-Systemen;
- Nutzung vernetzter Infrastrukturen und Ressourcen.

Aufbauend auf bestehender Erfahrung - wie z. B. lokale, sektorspezifische oder einzelstaatliche Praktiken - sollen die Auftragnehmer erfolgreiche Ansätze zur mehrsprachigen Kommunikation identifizieren und weiterentwickeln, und ferner einen wirksamen Sprachdienst ausarbeiten bzw. umstrukturieren, umsetzen und demonstrieren, der sich auf andere Unternehmen und Organisationen in ihrem jeweiligen geographischen Bereich oder Geschäftssektor übertragen lassen.

Darüber hinaus sollen sie Informations- und Verkaufsförderungs-Material erstellen, wie u.a. Handbücher, Broschüren, CDs, Web-Seiten, Videos oder Fernsehprogramme.

In den einzelnen Projekten sollen Kriterien definiert werden, an denen Errungenschaften und Leistungen gemessen werden sollen, und über die Sprachprodukte und -dienstleistungen berichtet werden, die zur Erfüllung der Erfordernisse der Unternehmen, Organisationen und ihre jeweiligen Sektoren entwickelt werden.

Um einen Multiplikatoreffekt und spürbare Auswirkungen auf den öffentlichen und privaten Sektor sicherzustellen, sollen durch die Projekte - in enger Zusammenarbeit mit den betreffenden Organisationen und Netzwerken, wie z. B. den Handelskammern, dem MIDAS Netzwerk und den Euro Info Centres - ein Programm und eine Infrastruktur zur Verbreitung der Ergebnisse und Lösungen eingerichtet werden, die für die effiziente mehrsprachige Kommunikation in Handels-und Geschäftsbeziehungen vorgeschlagen werden.

Dieser Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen richtet sich in erster Linie an kleine und mittlere Unternehmen bzw. Unternehmensgruppen, die über nachweisliche Erfahrung in Handels- und Geschäftsbeziehungen mit ausländischen Kunden und Partnern und deren Sprachen verfügen. Zu den Konsortien wird mindestens eine repräsentative Organisation gehören, die insbesondere für organisatorische und verbreitungstechnische Fragen zuständig ist.

Die allgemeinen Auswahlkriterien beziehen sich auf die Notwendigkeit, daß die Partner ihre Exportbemühungen in linguistischer Hinsicht besonders sorgfältig betreiben sowie auf ihr Engagement zur Investition in diesem Bereich, den innovativen Charakter des Ansatzes und der Anwendung sowie der Bereitschaft zum Erfahrungsaustausch mit anderen Organisation in demselben Sektor und/oder demselben geographischen Bereich.

Im allgemeinen werden die Projekte auf Kostenteilungsbasis umgesetzt, wobei die Gemeinschaft nicht mehr als 33% der Projektgesamtkosten trägt. Detaillierte Auswahlkriterien sind dem Informationspaket zu entnehmen, das diesen Aufruf begleitet.

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