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Verkehrsforschung trägt zum Aufbau europäischer Verkehrsnetze bei

Kooperation auf dem Gebiet der Verkehrsforschung und -entwicklung, sowie Koordinierung bei der Entwicklung und beim Einsatz von intelligenten Verkehrssystemen sind zwei der Hauptprioritäten der EU bei ihrem Streben nach Erweiterung der Verkehrsnetze auf die Nachbarländer in de...
Kooperation auf dem Gebiet der Verkehrsforschung und -entwicklung, sowie Koordinierung bei der Entwicklung und beim Einsatz von intelligenten Verkehrssystemen sind zwei der Hauptprioritäten der EU bei ihrem Streben nach Erweiterung der Verkehrsnetze auf die Nachbarländer in den kommenden zwanzig Jahren.

Der "Aktionsplan für ein paneuropäisches Partnerschaftsnetz" der Kommission (COM(97)172), der anläßlich der paneuropäischen Verkehrskonferenz in Helsinki am 23. Juni 1997 vorgelegt werden soll, nennt fünf prioritäre Aktionsbereiche. Es handelt sich um:

- Einrichtung und Entwicklung der paneuropäischen Verkehrswege und -gebiete als Rahmen zur Anbindung aller EU-Nachbarn;
- Vorbereitung der Erweiterung der transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN) auf die antragstellenden Länder;
- Förderung der Interoperabilität und der Standardisierung der Anwendung von Technologie bei der Entwicklung von Verkehrsnetzen;
- Förderung der Nutzung intelligenter Verkehrsnetze;
- Entwicklun der paneuropäischen Kooperation im Bereich der Verkehrsforschung und -entwicklung.

Diese Prioritäten entsprechen den Prioritäten der Union hinsichtlich des Binnenverkehrs auf einer Reihe von Gebieten und verfolgen insbesondere die Ziele der Entwicklung sichererer, effizienter und umweltfreundlicherer Systeme für den Personen- und Güterverkehr. Die zu entwickelnden Netze dienen nicht nur der Verbindung der EU mit ihren direkten Nachbarn in Mittel- und Osteuropa: sie verbinden die EU auch mit den Ländern der früheren Sowjetunion und dem Mittelmeer.

Hinsichtlich der Interoperabilität will die Kommission die Mitwirkung der benachbarten Drittländer bei der Entwicklung der technischen Standards sicherstellen, die für die Maximierung der Interoperabilität erforderlich sind. Dazu wird ihre Mitarbeit in den zuständigen, die Regelwerke ausarbeitenden Organen gefördert. Gegenseitige Verbindungen und Interoperabilität sind die obersten Prioritäten, insbesondere für die antragstellenden Länder.

Die Entwicklung intelligenter Verkehrssysteme gewährleistet eine deutliche Steigerung der Wertschöpfung durch intensivere Nutzung der vorhandenen Netzkapazität bei einem Aufwand, der wesentlich geringer ist, als der Aufwand zur Erweiterung der physikalischen Infrastruktur. Die Kommission unterstützt die Erweiterung einer Reihe von Systemen auf die Nachbarländer. Bestimmte Systeme sind sogar global und nicht auf die EU beschränkt. Gewisse solche Systeme bestehen bereits oder befinden sich in der Entwicklung, so z.B. Fracht-Managementsysteme und Anwendungen, die für individuelle Verkehrsarten spezifisch sind.

Die Verkehrsforschung auf EU-Ebene im Rahmen des Vierten Rahmenprogramms konzentriert sich im wesentlichen auf zwei spezifische Programme: dasVerkehrs-FTE-Programm und den Sektor Verkehr des Telematik-Anwendungsprogramms. Das Verkehrsprogramm mit seinem Hausahlt von 256 Mio. ECU über die Jahre 1994-1998 erfüllt die allgemeinen Ziele strategischeer Forschung zur Entwicklung eines transeuropäischen, multimodalen Netzes mit Netzwerkoptimierug. Der Verkehrssektor des Telematik-Anwendungsprogramms hat einen Haushalt von 219 Mio. ECU für den gleichen Zeitraum. Hier liegt die Aufgabenstellung in der Entwicklung, Demonstration und Validierung von Telematik-Anwendungen zur Verbreiterung des dem Verkehrsteilnehmer angebotenen Dienste-Programms durch gesteigerte Effizienz, Sicherheit und Umweltqualität. Die Forschungsarbeiten im Rahmen beider dieser Programme können sich mit einer oder mehreren Verkehrsmittelarten befassen.

Mehrere der 1995 von der Kommission eingerichteten Forschung/Industrie-Task Forces streben nach einer umfassenderen Koordinierung der Forschungsanstrengungen auf dem Verkehrssektor. Die Tätigkeit der Task Forces für intermodalen Verkehr, Bahnen und Schienenbahnsysteme der Zukunft, Schiffahrtsysteme, das Auto der Zukunft und die Luftfahrt hat einen allen gemeinsames Ziel: Schaffung effizienterer, umweltfreundlicherer Verkehrsmittel.

Bis jetzt waren Organe der Mittel- und Osteuropäischen Länder und der Länder der früheren Sowjetunion nur beschränkt an Projekten der obigen Programme beteiligt, auch wenn bei jeder neu veröffentlichen Aufforderung zur Unterbreitung von Vorschlägen ein stärkeres Interesse zu verzeichnen ist. Teilnehmer aus diesen Ländern sind an mehreren Verkehrsprogramm-Projekten beteiligt, die durch das Internationale Kooperationsprogramm (INCO) finanziert werden.

Verkehrsforschung soll ein wichtiger Teil des Fünften FTE-Rahmenprogramms werden, das Ende 1998 beginnen soll. Die Vorschläge der Kommission für dieses Programm, das zur Zeit dem Rat und dem Europäiscen Parlament vorliegt, konzentrieren sich speziell auf zwei Aspekte der Verkehrsforschung, die als "Schlüsselaktionen" aufgefaßt werden: Informationsgesellschaft-Systeme und Dienstleistungen für den Bürger, sowie nachhaltige Mobilität und Intermodalität. Zwei weitere Schlüsselaktionen beziehen sich auf die Entwicklung neuer Technologien für die Luftfahrt bzw. die Seeschiffahrt. Einige der Mitgliedstaaten schlagen die Einrichtung eines gesonderten Programms für Verkehrsforschung vor. Dies würde eine noch stärkere Konzentration des Fünften Rahmenprogramms auf Verkehrsforschung bedeuten.


Quelle: Europäische Kommission, GD VII

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