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Innovation in der europäischen Telekom-Ausrüstungsindustrie

Das europäische Beobachtungssystem für Innovation (EIMS) hat einen Bericht unter dem Titel "Strategien für die Zukunft: Innovation in der europäischen Telekom-Ausrüstungsindustrie" veröffentlicht. Dieser von der Europäischen Kommission (GD XIII) von MERIT (Maastricht Economic ...
Das europäische Beobachtungssystem für Innovation (EIMS) hat einen Bericht unter dem Titel "Strategien für die Zukunft: Innovation in der europäischen Telekom-Ausrüstungsindustrie" veröffentlicht. Dieser von der Europäischen Kommission (GD XIII) von MERIT (Maastricht Economic Research Institute on Innovation and Technology) veröffentlichte Bericht untersucht die innovativen Aktivitäten im europäischen Telekom-Ausrüstungssektor (darunter Leitungstelefonie, Funkkommunikation sowie Rundfunk- und Fernsehsendegeräte).

Im ersten Teil untersucht der Bericht öffentlich verfügbare Daten zu Produktion, Handel, Patenten und technologischen Trends, während der zweite Teil die Ergebnisse von Analysen der gemeinschaftlichen Innovationserhebung von 1993 (CIS) darlegt. Die CIS-Erhebung stellt eine Momentaufnahme der Verhältnisse auf dem europäischen Telekom-Ausrüstungssektor zum Zeitpunkt vor der Liberalisierung und Privatisierung der Telekom-Dienste in den meisten europäischen Ländern dar.

Der Bericht läßt erkennen, daß europäische Unternehmen auf dem globalen Telekom-Ausrüstungsmarkt eine außerordentlich starke Stellung haben. 1994 zählten vier EU-Unternehmen, nämlich Alcatel, Siemens, Ericsson und Nokia zu den wichtigsten zehn Telekom-Ausrüstungsherstellern der Welt, während europäische Unternehmen insgesamt 1990 einen Weltmarktanteil von 42% hatten.

Die Gegebenheiten, auf denen der Erfolg des europäischen Telekom-Sektors beruht, befinden sich jedoch zur Zeit im Umbruch. Das verursacht neue Gefahren und Marktturbulenzen. Der Bericht behandelt zwei wichtige Probleme, vor die sich europäische Telekom-Unternehmen angesichts der sich ändernden Marktstrukturen und der technologischen Möglichkeiten gestellt sehen.

- Erstens besteht die Gefahr darin, daß die technischen Möglichkeiten der europäischen Telekom-Ausrüstungshersteller im Telekommunikationsbereich auf netzgebundene Märkte abstellen, was zu Schwächen bei der Verbindung der Telekommunikation mit Computern und Software führt;

- Zum zweiten war gerade die Fähigkeit der europäischen Telekom-Ausrüstungsunternehmen zur Kontrolle des Inhalts und zu Fortschritten bei der Entwicklung von Normen historisch ein wichtiger Unterstützungsmechanismus und in der Vergangenheit eine wichtige Hilfe für die eigene Produktentwicklungsstrategie. Wegen der wachsenden Bedeutung von Computer- und Software-Unternehmen für die Entwicklung von Standards und die damit einhergehende Dezentralisierung greift dieser nicht mehr.

Die veränderten Bedingungen auf dem Telekom-Markt bieten jedoch auch neue Möglichkeiten. Die Verteidigung der Wettbewerbsposition europäischer Unternehmen erfordert eine aggressive Innovationsstrategie bei der Entwicklung von Ausrüstungen, die für einen Erfolg in Märkte mit hohem Wachstum unerläßlich ist.


Quelle: Europäische Kommission, GD XIII

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