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FuE in Europa - Jährliche Statistiken 1997

Von EUROSTAT, dem Europäischen Amt für Statistik, wurden vor kurzem die jährlichen FuE-Statistiken 1997 veröffentlicht. Diese Veröffentlichung enthält Angaben über den Aufwand für FuE in Europa, einschließlich der öffentlichen Ausgaben, sowie über die Anzahl der Arbeitskräfte,...
Von EUROSTAT, dem Europäischen Amt für Statistik, wurden vor kurzem die jährlichen FuE-Statistiken 1997 veröffentlicht. Diese Veröffentlichung enthält Angaben über den Aufwand für FuE in Europa, einschließlich der öffentlichen Ausgaben, sowie über die Anzahl der Arbeitskräfte, die auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung tätig sind und die Anzahl der Patentanmeldungen in Europa.

Die Zahlen für 1995 lassen erkennen, daß sich der Aufwand für Forschung und Entwicklung in der EU im Berichtsjahr auf ca. 123.600 Mio. ECU belief. Das entspricht ca. 1,8% des Bruttoinlandprodukts der EU. Von dem Gesamtaufwand für FuE entfallen ca. 60% auf Geschäftsbetriebe und Unternehmen, während sich der verbleibende Teil gleichmäßig auf höhere Lehranstalten und Regierungsstellen verteilt.

Wie in früheren Jahren werden fast drei Viertel des gesamten FuE-Aufwands von Deutschland, Frankreich und Großbritannien getragen. Die Zahlenwerte für diese Länder zeigen eine geringfügig fallende Tendenz in den letzten Jahren hinsichtlich des FuE-Aufwands der letzten Jahre, sowohl hinsichtlich des tatsächlichen Aufwands als auch hinsichtlich des Prozentsatzes vom Bruttoinlandprodukt. Die Länder, bei denen ein wachsender Aufwand für FuE feststellbar ist, sind Länder, deren Aufwand noch auf einem niedrigen Niveau liegt (Portugal und Griechenland), sowie die Nordländer.

Der EUROSTAT-Jahresbericht illustriert die unterschiedlichen Tendenzen in den einzelnen Mitgliedsländern und besonders auf drei Sektoren (Unternehmer/Geschäftsbetriebe, höhere Bildungsanstalten und Regierungen). Von Interesse sind des weiteren auch Unterschiede in den Regionen hinsichtlich des FuE-Aufwands. Die Daten zeigen, daß - abgesehen von Deutschland und Italien - in den meisten Ländern ein hoher Prozentsatz des FuE-Aufwands auf Gebiete in der Nähe der Landeshauptstadt entfällt. Ca. 50% des FuE-Aufwands wird im Umkreis der Hauptstädte von Griechenland, Österreich, Portugal und Großbritannien aufgewendet. In Dänemark entfallen sogar zwei Drittel auf die Region Kopenhagen.

Die Zahl der Mitarbeiter auf dem Gebiet von Forschung und Entwicklung ist leicht angestiegen und umfaßt jetzt 2,21 Millionen Wissenschaftler, Techniker und anderes FuE-Personal in der EU. Das entspricht 1,26% der Werktätigen. Etwa 60% der FuE-Werktätigen werden vom geschäftlichen/unternehmerischen Sektor beschäftigt, obwohl wesentliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern bestehen. Der Sektor höhere Lehranstalten ist beispielsweise in Portugal, Griechenland und Österreich für einen viel höheren Prozentsatz verantwortlich. Die Unterschiede in der Beschäftigung von FuE-Personal in einzelnen Regionen ersieht man ebenfalls aus diesem Bericht.

l995 wurden in Europa 33.651 Erfindungen zum Patent angemeldet, bei denen wenigstens ein Erfinder in der EU wohnhaft war. Das entspricht einer Steigerung von 12% gegenüber den Angaben für 1989. Die höchste Zahl von Patentanmeldungen je Million Bürger wird aus Schweden (195), Deutschland (169) und Finnland (166) gemeldet. Der europäische Durchschnitt liegt bei 90 Anmeldungen je Million Bürger. Der Bericht betrachtet auch die Zahl der Patentanmeldungen aus regionaler Sicht.

Abschließend untersucht der Bericht den geplanten FuE-Aufwand der EU-Regierungen für 1996 unter Nutzung der Haushaltsziffern für 1996. Für FuE haben die EU-Regierungen für 1996 insgesamt 56.000 Mio. ECU eingestellt. Dazu kommen weitere 2.500 Mio. ECU von der Europäischen Kommission. Auf den gegenwärtigen Stand umgerechnet bedeutet das eine Reduzierung gegenüber dem Aufwand der letzten fünf Jahre. Es ist jedoch auf die erheblichen Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten hinzuweisen.


Quelle: Europäische Kommission, EUROSTAT

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