Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Junge Europäer ergreifen die Gelegenheit zur Diskussion der EU-Programme mit Kommissarin Cresson

Am 7. und 8. Oktober 1997 war Frau Edith Cresson, Mitglied der Kommission zuständig für Forschung, Innovation, allgemeine und berufliche Bildung, Gastgeberin einer Diskussion mit etwa 120 jungen Europäer, die als gegenwärtige oder frühere Teilnehmer an Programmen der Gemeinsch...
Am 7. und 8. Oktober 1997 war Frau Edith Cresson, Mitglied der Kommission zuständig für Forschung, Innovation, allgemeine und berufliche Bildung, Gastgeberin einer Diskussion mit etwa 120 jungen Europäer, die als gegenwärtige oder frühere Teilnehmer an Programmen der Gemeinschaft eingeladen waren. Die erfolgreiche Initiative ist die erste ihrer Art und ermöglichte den jungen Teilnehmern, die zwischen 18 und 29 Jahre alt sind, ihre Ansichten - gleich ob zustimmend oder kritisch - zu den Programmen vorzubringen, an denen sie selbst teilgenommen haben.

Die erörterten Programme fallen in drei Kategorien: Forschung und Innovation, allgemeine und berufliche Bildung und Jugendprogramme. Bevor alle Teilnehmer einer offenen Sitzung mit Frau Cresson beiwohnten wurden separate Workshops abgehalten, die Programmteilnehmer aus jedem dieser drei Bereiche zusammenbrachten. Auf dieser Sitzung wurden Frau Cresson die Ergebnisse aller Workshops präsentiert, die diese anschließend mit der Gruppe erörterte.

Allgemein gesehen forderten die Teilnehmer, daß der Öffentlichkeit eine bessere Unterstützung und mehr Informationen über die Teilnahmemöglichkeiten am Programm zur Verfügung gestellt wird, obwohl die Verbreitung der Informationen zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten erheblich variiert. In Verbindung mit der Notwendigkeit zusätzlicher Informationen stand außerdem die Erfordernis, ein weiter gefaßtes Teilnehmerfeld zu unterstützen, da die potentiellen Teilnehmer aus benachteiligten Regionen oder Gruppen oft weniger über die verfügbaren Gelegenheiten informiert sind. Zusammen mit den relativen Informationsmangel gestaltet sich die Teilnahme für diese Gruppen häufig sehr schwierig. Viele Teilnahme forderten außerdem die Eröffnung von Möglichkeiten zur Teilnahme an europäischen Programmen für Schulkinder.

Weitere allgemeine Schlußfolgerungen der Teilnehmer betrafen die Erfordernis des Abbaus der Bürokratie im Zusammenhang mit der Teilnahme an Gemeinschaftsprogrammen, wobei viele insbesondere die Dauer der Anmeldeverfahren kritisierten. Außerdem wurde der Abbau der Hindernisse in bezug auf die Mobilität innerhalb Europas, wie steuerliche und sozialpolitische Maßnahmen und die Verwaltungsbestimmungen in den verschiedenen Mitgliedstaaten als ein Bereich identifiziert, der besonderer Maßnahmen bedürfe.

Als Antwort auf diese Punkte nahm Frau Cresson die Erfordernis einer weiteren Informationsverbreitung zur Kenntnis und kündigte die bevorstehende Einrichtung einer Kontaktstelle an, die jungen Menschen den Zugang zu Informationen über die Programme auf der dem Europa World Wide Web Server der Kommission erleichtern soll. Sie versprach außerdem, so viel wie möglich für die Verbesserung der Antwortzeiten innerhalb der Programmverwaltung zu tun, obwohl hier sehr viel von der Organisation der Mitgliedstaaten innerhalb der Verwaltung abhänge. Was die Mobilitätshindernisse betrifft, berief sie sich auf das Grünbuch von 1996 über grenzüberschreitende Mobilität und die anschließenden Vorschläge, die Hindernisse für Stipendieninhaber und Auszubildende zu beseitigen. Die Lösung dieser Probleme liege allerdings weitgehend in den Händen der Mitgliedstaaten, führte die Kommissarin aus, und sie rief die anwesenden jungen Menschen auf, ihre Erfahrungen zur Einflußnahme auf die Behörden ihrer Länder zu benutzen. Zur Verdeutlichung der Ausmaße des Problems führte Frau Cresson das Beispiel an, daß einige Mitgliedstaaten Stipendien gar nicht besteuern und andere Steuern erheben, die bis zu 60% der Stipendien betragen.

Andere Punkte betrafen spezifische Fragen der Forschung und Innovation, die den Teilnehmern zufolge bei der Formulierung zukünftiger Programme berücksichtigt werden sollten, wie z. B.:

- Forschung kann einen Beitrag zur Lösung der Probleme Europas beitragen, obwohl sie nicht als ein "Allheilmittel" betrachtet werden sollte. Damit sie einen vollständigen Beitrag leisten kann, sollte sie Teil einer integrierten Gesamtpolitik sein, die außerdem einen Beitrag der sozioökonomischen Forschung umfaßt;

- Die EU muß in der Forschung eine Rolle spielen, sie sollte sich allerdings auf Probleme auf europäischer konzentrieren und auf die Erfordernisse und Erwartungen der Nutzer antworten. Die Förderung interdisziplinärer Forschung und die Einrichtung von Netzwerken sollte ein wesentlicher Bestandteil der EU-Aktion sein;

- Die Gruppe, zu der viele frühere Stipendieninhaber gehörten, die in der Gemeinsamen Forschungsstelle ihre Doktorarbeiten vorbereitet haben, forderte außerdem eine deutlichere Definition der Rolle der GFS;

- Einige verwiesen auf die Marie Curie-Vereinigung für ehemalige Stipendieninhaber im Rahmen des TMR (Ausbildung und Mobilität von Forschern) als ein Beispiel für die Einrichtung von Netzen und zum Follow-Up für die Erfahrungen der Stipendieninhaber, und forderten weitere Aktivitäten dieser Art.

Kommissarin Cresson sprach von der Notwendigkeit der Förderung einer innovativen Mentalität in Europa sowie der Beseitigung des Stigmas, das dem Fehlschlagen riskanter Unternehmungen anheftet, das sie als eine nachteiligen Aspekt Europas im Vergleich mit seinen Hauptwettbewerbern, insbesondere der USA, ansah. Was die Einrichtung von Vereinigungen und Förderung von Netzwerken unter ehemaligen Teilnehmern betraf, bot sie ihre Hilfe bei der Einrichtung solcher Netze an.

Zum Abschluß der Diskussionen stellte die Kommissarin fest, daß das Treffen für sie persönlich interessant und aufschlußreich gewesen sei, und daß die Ansichten der Teilnehmer von der Kommission berücksichtigt würden. Auf die Forderungen der jungen Menschen antwortend, das Forum in eine regelmäßig stattfindende Veranstaltung zu verwandeln, machte sie den Vorschlag, daß die Kommission die Organisation eines solchen Forums auf jährlicher Basis berücksichtigen würde.


Quelle: Europäische Kommission,Gemeinsame Forschungsstelle

Verwandte Informationen

Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben