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EU-Strategie für mobile Kommunikation in Europa

Auf Initiative des Kommissionsmitglieds Martin Bangemann hat die Europäische Kommission heute eine Mitteilung angenommen, in der strategische und politische Leitlinien dargelegt werden, auf deren Grundlage günstige Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung der Mobilkommuni...
Auf Initiative des Kommissionsmitglieds Martin Bangemann hat die Europäische Kommission heute eine Mitteilung angenommen, in der strategische und politische Leitlinien dargelegt werden, auf deren Grundlage günstige Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung der Mobilkommunikation in Europa geschaffen werden sollen. Ziel ist ein Universelles Mobiles Telekommunikationssystem (UMTS), das allen Benutzern einen drahtlosen Zugriff auf das Internet und andere Multimedia-Dienste ermöglicht.

Als Bereiche, in denen Maßnahmen dringend erforderlich sind, werden die Klärung des zu verwendenden System für die Erteilung von Genehmigungen und die Bestätigung, daß das Funkfrequenzenspektrum rechtzeitig verfügbar werden wird, genannt. Die Kommission vertritt die Auffassung, daß grundlegende Verbraucherinteressen auf gebührende Weise zu berücksichtigen sind und daß ein europaweites Roaming für zukünftige mobile Multimedia-Dienste zu gewährleisten ist, wie dies heute bereits im Bereich der Sprachtelefonie der Fall ist.

Die Mitteilung enthält eine Zusammenfassung der Stellungnahmen und Beiträge von Mitgliedstaaten und Unternehmen zu einer früheren Mitteilung der Kommission über die weitere Entwicklung der Drahtlos- und Mobilkommunikation (RCN 8370). Auf dieser Grundlage wird deutlich, daß Maßnahmen von seiten der Behörden dringend erforderlich sind. Vorgeschlagene Maßnahmen sind:

- Mit der Erteilung von UMTS-Genehmigungen sollte versucht werden, die Entwicklung europaweiter Dienste zu gewährleisten (d.h. zugelassene Systeme sollten das Roaming unterstützen). In diesem Zusammenhang ist die Ausarbeitung einer gemeinsamen, offenen und internationalen wettbewerbsfähigen Luftschnittstellennorm durch das ETSI von herausragender Bedeutung, um die Interoperabilität von Benutzer zu Benutzer ("End-to-end") in einer europaweiten UMTS-Umgebung zu gewährleisten. Es ist zu beachten, daß der gegenwärtige Rahmen für die Erteilung von Genehmigungen (Richtlinie 97/13/EG und 90/388/EG) uneingeschränkt auch für das UMTS gilt.

- Die Kommission nimmt die Bedenken der Industrie zur Kenntnis, wonach das reservierte Spektrum zu gering ist, und unterstützt die Aufnahme dieses Punktes in die Tagesordnung für die WRC-Tagung im Jahr 1999.

- Die Kommission beabsichtigt, Anfang 1998 einen Vorschlag für eine Entscheidung des Europäischen Parlaments und des Rates über Roaming, Frequenzen und Normen vorzulegen.

- Die Kommission nimmt den weiteren Bedarf für Forschungsaktivitäten im Hinblick auf das UMTS zur Kenntnis. Die bereits eingeleiteten Arbeiten werden innerhalb des Fünften EG-Rahmenprogramms für Forschung und Entwicklung weitergeführt werden.

- Die Kommission ist der Auffassung, daß die künftige Entwicklung des UMTS auf die Schaffung einer weltweit gültigen Norm abzielen sollte. Dazu appelliert sie an die Mitgliedstaaten und die Industrie, sich dafür einzusetzen, daß das UMTS ein Schlüsselelement der gegenwärtig innerhalb der ITU in Vorbereitung befindlichen IMT-2000-Empfehlung wird.


Quelle: Europäische Kommission, Dienst des Sprechers

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