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Frankreichs Premierminister eröffnet europäische Industrietechnologie-Konferenz

Lionel Jospin, der französische Primierminister, eröffnete die große europäische Konferenz für Industrie- und Werkstofftechnologien, die vom 27. bis 30. Oktober in Toulouse, Frankreich, stattgefunden hat. Er betonte die Bedeutung der Forschung für Frankreich und für Europa und...
Lionel Jospin, der französische Primierminister, eröffnete die große europäische Konferenz für Industrie- und Werkstofftechnologien, die vom 27. bis 30. Oktober in Toulouse, Frankreich, stattgefunden hat. Er betonte die Bedeutung der Forschung für Frankreich und für Europa und die wichtige Rolle, die sie bei der Arbeitsplatzbeschaffung spielt, und skizzierte seine Gedanken über die nächsten Forschungsprogramme der Gemeinschaft.

Er sagte, daß für Frankreich Forschung sowohl von einem wissenschaftlichen als auch von industriellem Standpunkt aus betrachtet stets eine unerläßliche Rolle gespielt habe und die Erfordernis grenzüberschreitender Kooperation im Forschungssektor für Europa von herausragender Bedeutung sei, wenn es seinen Einfluß behalten will. Das nächste Rahmenprogramm der Gemeinschaft spiele eine erhebliche Rolle bei der Gewährleistung, daß Europa mit seinen wichtigsten Konkurrenten, insbesondere mit den USA, schritthalten könne, führte er aus. Der Premierminister stellte außerdem fest, daß es erforderlich sei, verstärkt pan-europäische Partnerschaften wie bei Airbus und Ariane zu entwickeln, die sich als äußerst erfolgreich erwiesen haben.

Europas größtes Problem ist die Arbeitslosigkeit. Herr Jospin bemerkte, daß in den USA in den vergangenen Jahren dank neuer Technologien eine große Anzahl neuer und qualifizierter Stellen geschaffen wurden. Europa solle bemüht sein, das gleiche zu tun, und Innovation sowie technische Entwicklung am Ziel der Arbeitsplatzbeschaffung ausrichten und von Maßnahmen auf nationaler sowie internationaler Ebene Gebrauch machen. Die Forschungspolitik müsse zusammen mit den Maßnahmen für technologische Innovation auf einer allgemeineren Ebene entwickelt werden, betonte Herr Jospin. Die öffentlichen Maßnahmen in diesem Bereich sollten sowohl flexibler als auch kohärenter gestaltet werden, sagte er, wobei die primäre Pflicht der Regierungen die Entwicklung eines Umfelds und der Bedingungen sei, die die Realisierung innovativer Projekte ermöglichen. Die Entwicklung einer solchen Umwelt habe folgende Schwerpunkte:

- Annäherung der öffentlichen Forschungszentren an die Industrie und die Geschäftswelt;
- Orientierung allgemeiner und beruflicher Bildung an einer wissenschaftlichen und innovativen Kultur;
- Regierungen schaffen die wirtschaftlichen und finanziellen Voraussetzungen zur Unterstützung der technologischen Innovation;
- Anpassung nationaler und europäischer Gesetzesrahmen, Schaffung von Instrumenten zur Förderung und zum Schutz von Innovation.

Anschließend befaßte sich Premierminister Jospin mit dem Fünften Rahmenprogramm der Gemeinschaft und stellte fest, daß die Wirksamkeit der gemeinschaftlichen Forschung in der Vergangenheit durch eine Zersplitterung der Bemühungen eingeschränkt worden sei. Er sagte, daß das Fünfte Rahmenprogramm seine Ressourcen zum Nutzen der wissenschaftlichen Exzellenz, der Bürger Europas und seiner Wettbewerbsfähigkeit konzentrieren solle. Er führte weiter aus, daß es bürgernah, zugänglich und flexibel sein solle.

Abschließend betonte er, daß öffentliche Maßnahmen nicht auf sich allein gestellt sein können, da sie nicht effektiv seien, solange sie nicht von einer Veränderung der Einstellungen begleitet würden. In Frankreich und in Europa sei das Eingehen von Risiken - das bei den Aktivitäten von Forschern und Unternehmern eine zentrale Rolle spielt - nach wie vor nicht erwünscht. Die Herstellung einer innovativen Kultur sei die Aufgabe von Individuen, allerdings müßten die öffentlichen Behörden sicherstellen, daß ihre Initiativen besser erkannt und unterstützt werden, und sie müßten gleichzeitig gewährleisten, daß unausweichliche Fehlschläge nicht diejenigen benachteiligen, die die Risiken auf sich genommen haben.

Im Mittelpunkt der vom Forschungsprogramm der Europäischen Kommission für Industrie- und Werkstofftechnologien (BRITE/EURAM) organisierten Konferenz stand die Entwicklung der Forschungspolitik für das 21. Jahrhundert, insbesondere unter Berücksichtigung der Vorbereitung des Fünften Rahmenprogramms der EU. Sie bot außerdem eine Gelegenheit zur Überprüfung der Leistungen im Bereich der gemeinschaftlichen Forschung in den vergangenen zehn Jahren. Sowohl in Diskussionen als auch anhand von Demonstrationen und Ausstellungen wichtiger Projekte wurden drei Hauptthemen erforscht:

- Eine bessere Lebens- und Arbeitsumwelt;
- Die Fabrik der Zukunft;
- Neue Perspektiven in der Luftfahrt.


Quelle: Europäische Kommission

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