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Ein nachhaltiges Europa schaffen - Kommunikation der Kommission über Umwelt und Beschäftigung

Die Europäische Kommission hat eine Kommunikation über Umwelt und Beschäftigung unter dem Titel "Ein nachhaltiges Europa schaffen" verabschiedet. Die gemeinsam von den Kommissionsmitgliedern Ritt Bjerregaard (Umwelt) und Padraig Flynn (Beschäftigung und soziale Angelegenheiten...
Die Europäische Kommission hat eine Kommunikation über Umwelt und Beschäftigung unter dem Titel "Ein nachhaltiges Europa schaffen" verabschiedet. Die gemeinsam von den Kommissionsmitgliedern Ritt Bjerregaard (Umwelt) und Padraig Flynn (Beschäftigung und soziale Angelegenheiten) vorgestellte Kommunikation soll demonstrieren, wie der Umweltschutz zur Arbeitsplatzbeschaffung beitragen kann, wie der Umwelt- und Beschäftigungspolitik zur gegenseitigen Stärkung verholfen werden kann und wie diese beiden Maßnahmen von gemeinsamem Interesse in die weitere politische Entscheidungsfindung der Europäischen Union (EU) integriert werden können.

Die Kommunikation kündigt eine konkrete Tagesordnung zum Aufbau eines nachhaltigen Europas an, indem sie eine Anzahl von Maßnahmen mit dem Ziel der Schaffung einer Wettbewerbswirtschaft in Verbindung mit weniger Umweltzerstörung, verbesserter Ressourceneffizienz von Energie und Rohstoffen und höheren Erwerbsquoten bestimmt. In ihrem Kommentar über die Verabschiedung der Kommunikation stellte das Kommissionsmitglied Frau Bjerregaard fest: "Es ist nun klar, daß Umwelt und Beschäftigung miteinander in Einklang stehen, und daß wir größere Ergebnisse erzielen, wenn die beiden Politikbereiche einander mehr Aufmerksamkeit schenken".

Die Kommissarin zitierte den "Bericht über Beschäftigung in Europa 1997" und betonte, daß in der EU bereits 3,5 Millionen im Umweltsektor arbeiten. Außerdem zeigte sie konkrete Beispiele für neue Möglichkeiten auf: "Eine stärkere Verwendung erneuerbarer Energie könnte bis 2010 eine halbe Million Arbeitsplätze schaffen, während in urbanen Regionen Tausende von Arbeitsplätzen durch Investitionen in Renovierung von Häusern und in öffentliche Verkehrsmittel geschaffen werden können, die einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Umweltqualität leisten."

Die Kommunikation schlägt eine Anzahl von Bereichen für Maßnahmen vor, die sich insbesondere auf fünf Sektoren beziehen: Industrie, Verkehr, Energie, Landwirtschaft und Konsumgewohnheiten. Diese umfassen die folgenden Schlüsselmaßnahmen:

- Hervorhebung der besten Praxis in bezug auf Beschäftigung und Umwelt und Förderung von Erfolgsgeschichten, die Beispiele abgeben können;

- Förderung der Technologiebewertung und Entwicklung und Erweiterung der Reichweite bestehender Bewertungsverfahren unter Berücksichtigung von Beschäftigungsauswirkungen und eine detaillierte Bewertung der Verwendung von Energie, Ressourcen und Rohstoffen;

- Fortsetzung und Verstärkung der Bemühungen zur Gewährleistung, daß die gemeinschaftlichen Fonds und -instrumente die Beschäftigung und nachhaltige Entwicklung in einer integrierten Art und Weise unter besonderer Berücksichtigung der Stadterneuerung und ländlichen Entwicklung unterstützen;

- Weiterführung der schrittweisen Umstrukturierung der Steuersysteme durch Abbau der Lohnnebenkosten auf der einen Seite und auf der anderen Seite durch Integration der Umwelt- und Ressourcenkosten in die Marktpreise der Waren und Dienstleistungen;

- Förderung der allgemeinen und beruflichen Bildung zur Unterstützung der Implementierung neuer umweltfreundlicher Technologien und Arbeitsverfahren.

Die Kommunikation zeigt einen rapiden Nachfrageanstieg im Ausland für umweltfreundliche Ausrüstung und Dienste auf. Während der europäische Marktwert 1994 etwa 90 Milliarden ECU betrug, wird der globale Wert gegenwärtig auf etwa 280 Milliarden US-Dollar geschätzt und bis 2010 ein Anstieg auf 640 Milliarden US-Dollar erwartet, was einer jährlichen Wachstumsrate von ungefähr 8% entspricht. In seinem Kommentar über die Kommunikation sagte das Kommissionsmitglied Flynn: "Je schneller ein Wechsel zu einer neuen, sauberen Technologie vollzogen wird, desto schneller erhält Europa eine nachhaltige Umwelt und mehr Arbeitsplätze."


Quelle: Europäische Kommission, Dienst des Sprechers
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