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Gefahrenstoffverbrennung - Beschränkung der Immission in Gewässer

Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag über eine Änderung der Richtlinie des Rats von 1994 über die Gefahrenstoffverbrennung unterbreitet. Die gegenwärtigen gesetzlichen Bestimmungen legen strenge Grenzen für die Emission von Schwermetallen und Dioxin in die Luft fest....
Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag über eine Änderung der Richtlinie des Rats von 1994 über die Gefahrenstoffverbrennung unterbreitet. Die gegenwärtigen gesetzlichen Bestimmungen legen strenge Grenzen für die Emission von Schwermetallen und Dioxin in die Luft fest. Die vorgeschlagene Änderung sieht die Beschränkung der Immission dieser Gefahrenstoffe in Gewässer vor. Nach dem Vorschlag soll zum Schutz der Gesundheit des Menschen und der Umwelt insbesondere die Immission von Kadmium- und Quecksilberverbindungen und Dioxinen auf das technisch mögliche Mindestmaß beschränkt werden.

Der Vorschlag der Kommission legt spezifische Emmissionsgrenzen für diese Schadstoffe in Abwässern von Rauchgas-Reinigungsanlagen für die Verbrennung von Gefahrenstoffen fest. Die Einleitung von Abwasser in die Gewässer soll so weit wie möglich eingeschränkt werden, und der Vorschlag legt strenge Bedingungen für eine solche Einleitung fest. Außerdem berücksichtigt der Vorschlag die erforderlichen Maßnahmen für die Überwachung der Emissionen durch Probenahme und Analysen, sowie zur Gewährleistung, daß die Immission von Schadstoffen von der Luft in Gewässer grundsätzlich verhindert wird.

Die vorgeschlagenen Grenzwerte (Monatsdurchschnittswerte) liegen wie folgt: Quecksilberverbindungen - 0,01 mg/l; Kadmiumverbindungen - 0,02 mg/l; Dioxine - 0,5 mg/l. Für zehn weitere Schwermetalle und deren Verbindungen wurde eine Gesamtgrenze von 5 mg/l festgelegt.
Kadmium- und Quecksilberverbindungen sowie Dioxine zählen zu den giftigsten Substanzen für Ökosysteme und den Menschen überhaupt. Die Wirkungen von Dioxinen sind (insbesondere seit dem Seveso-Unfall im Juli 19796) allgemein bekannt. Diese Stoffe beeinträchtigen das zentrale Nervensystem, verursachen Leberschäden und Chlorakne.

Schwermetalle wie Quecksilber und Kadmium sammeln sich in der Biosphäre, sowie in den Nieren und der Leber an und können dort schwere Schäden verursachen. Die schädliche Wirkung des Quecksilbers ist aufgrund der sog. "Minimata-Krankheit" ebenfalls gut bekannt (Minimata ist ein Fischerdorf in Japan). Diese Krankheit wurde durch Verzehr von Fisch durch die Bevölkerung verursacht, in dem eine Quecksilberanreicherung stattgefunden hatte. Sie verursacht Lähmungen und schwere Sehstörungen.

Die vorgeschlagene Änderung ist somit ein wichtiger Schritt für den Schutz der menschlichen Gesundheit und des Wasserschutzes.


Quelle: Europäische Kommission, Dienst des Sprechers

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