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Innovation und Schaffung neuer Unternehmen und Arbeitsplätze

"Europa muß wieder einen Unternehmergeist entdecken", sagte Edith Cresson, das für Forschung, Innovation, allgemeine und berufliche Bildung und Jugend zuständige Kommissionsmitglied, auf einer Gesprächsrunde am 9. Dezember 1997 in Paris, die von der Kommission organisiert wurd...
"Europa muß wieder einen Unternehmergeist entdecken", sagte Edith Cresson, das für Forschung, Innovation, allgemeine und berufliche Bildung und Jugend zuständige Kommissionsmitglied, auf einer Gesprächsrunde am 9. Dezember 1997 in Paris, die von der Kommission organisiert wurde, um zu diskutieren, wie aus Europas Innovationspotential mehr neue Unternehmen und Arbeitsplätze geschaffen werden können.

Sie betonte: "Die erforderlichen Finanzen stehen in Europa zur Verfügung, sie müssen nur in die technologische Innovation geleitet werden.". Oftmals hätten diejenigen, die Geld zum Aufbauen kleiner High-Tech-Unternehmen suchen, und diejenigen, die Geld für Investitionen haben, Schwierigkeiten, jeweils die Welt des anderen zu verstehen.

"Die Haupthindernisse für Innovation in Europa sind kultureller Art," sagte sie. "Wir scheinen ziemlich erfolgreich zu sein, Unternehmen zu gründen, und sogar dabei, sie langfristig am Leben zu erhalten. Wir scheinen aber keinen Erfolg dabei zu haben, sie größer werden zu lassen." Junge High-Tech-Universitätsunternehmen oder die von Technologieinkubatoren getragenen hätten meist eine überdurchschnittlich hohe Überlebensdauer. Sie blieben aber klein. Selbst nach zehnjährigem Bestehen hätten sie im Durchschnitt nur rund zehn Beschäftigte.

Edith Cressons Publikum umfaßte Unternehmer, Industrialisten, Finanziers, Forscher und Anbieter von innovationsbezogenen Unterstützungsdiensten. Die Gesprächsrunde ist die erste Phase einer eingehenden Konsultationsmaßnahme, in der Edith Cresson die Ansichten wesentlicher europäischer Mitwirkender im Bereich der Innovation sammelt. Die Konsultationen werden mit Arbeitsgruppen zur Untersuchung der verschiedenen Phasen der Gründung innovativer neuer Unternehmen und im Mai mit einem Workshop in Luxemburg fortgesetzt werden und im Herbst auf einer wichtigen europäischen Konferenz in Wien zum Abschluß gebracht werden.

Teilnehmer der Gesprächsrunde waren sich einig, daß technologische Innovation von wesentlicher Bedeutung für die Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit Europas und für die Schaffung von Arbeitsplätzen ist. Die Impulse hierfür kämen von jungen Firmen, denen geholfen werden müsse und die zur Schaffung des Reichtums und der Arbeitsplätze der Zukunft angeregt werden müssten. Viele Teilnehmer betonten, daß europäische Regierungen und die EU ein günstigeres administratives, rechtliches und finanzielles Umfeld für die Gründung und Entwicklung kleiner Unternehmen einrichten müssten.

Die Teilnehmer erkannten zwar an, daß dies keine neue Forderung ist, sie sagten aber, daß es immer dringender werde, wenn der von Frau Cresson geforderte neue neue Unternehmergeist aufkommen soll. Redner wiesen auch auf die Notwendigkeit engerer Verbindungen zwischen Industrie, Finanziers und Forschern hin. Einige der Teilnehmer argumentierten, daß diese Kontakte oftmals nicht früh genug angeknüpft würden.

Die Debatten behandelten alle Aspekte der Gründung und Entwicklung eines neuen Unternehmens. Sprecher lieferten Stellungnahmen und Erfahrungen von vielen unterschiedlichen Standpunkten, einschließlich dem von Unternehmern, die Unternehmen von Grund auf aufgebaut haben, Beratern, die junge Unternehmen unterstützen, und Vertretern aus dem administrativen Umfeld. Viele Redner betonten, daß für die verschiedenen Phasen im Leben eines neuen Unternehmens verschiedene Arten der Unterstützung und Ausbildung benötigt würden: Gründung, anfängliche Entwicklung und Wachstum/Expansion.

Eine Anzahl von Rednern wies darauf hin, daß einige Unternehmer gut ein Unternehmen gründen können, aber dann weniger gut sind, wenn es darum geht, es zu einem mittelgroßen Unternehmen auszubauen. Manchmal liege dies daran, daß sie das Unternehmen zu väterlich betrachteten und nicht gewillt seien, die Kontrolle an Außenstehende abzugeben. Andererseits brachten Unternehmer Beispiele vor, die externe Manager anstellten, um ihre Unternehmen in ein erfolgreiches Wachstum zu führen.

Die Gesprächsrunde baute auf die Diagnose von Europas "Innovationsdefizit" im Grünbuch der Kommission von 1995 über Innovation und den nachfolgenden Ersten Aktionsplan für Innovation in Europa auf, der vor einem Jahr von Edith Cresson lanciert wurde und zur Zeit von der Kommission umgesetzt wird. Die auf der Versammlung aufgeworfenen Argumente werden nun von Arbeitsgruppen untersucht werden, die während der Gesprächsrunde eingerichtet wurden, um konkrete Maßnahmen zur Überwindung der diversen Innovationshemmnisse, die identifiziert wurden, zu entwickeln. Die Vorschläge der Arbeitsgruppen werden im Mai während und nach einem Workshop in Luxemburg untersucht und weiter verbessert werden und dann auf einer Konferenz im Herbst in Wien offiziell vorgelegt werden.


Quelle: Europäische Kommission, GD XIII
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