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Die Kommission skizziert die Strategie für Europas Rolle bei der GNSS Entwicklung

Die Europäische Kommission hat eine Mitteilung verabschiedet, durch die sichergestellt werden soll, daß Europa eine vollwertige Rolle bei der Entwicklung des Global Navigation Satellite Systems (GNSS) spielt. In Anbetracht des sich schnell entwickelnden Markts ist die Kommissi...
Die Europäische Kommission hat eine Mitteilung verabschiedet, durch die sichergestellt werden soll, daß Europa eine vollwertige Rolle bei der Entwicklung des Global Navigation Satellite Systems (GNSS) spielt. In Anbetracht des sich schnell entwickelnden Markts ist die Kommission der Meinung, daß Europa unbedingt jetzt handeln muß, um nicht nachzuhinken und womöglich ganz aus einem Markt ausgeschlossen zu werden, dessen Wert bis 2005 auf US$ 50 Mrd. ansteigen soll.

Laut Stellungnahme von Transportkommissar Neil Kinnock müssen wir entscheiden, ob wir allein unseren Weg machen oder mit unseren internationalen Partnern zusammenarbeiten wollen. Wir würden eine Zusammenarbeit durchaus vorziehen, aber nur unter den richtigen Bedingungen." Das bedeutet vollwertige europäische Beteiligung an Systementwicklung und -betrieb, Garantien in Bezug auf angemessene Kontrolle über Satellitensignale und Teilnahmechancen für die europäische Industrie am Wettbewerb unter gleichen Bedingungen.

Die Kommission ist der Ansicht, daß GNSS im Laufe der nächsten Jahre eine Marktumwälzung hervorrufen wird, die ebenso weite Kreise ziehen wird wie die neuesten Fortschritte in der Telekommunikation, wobei GNSS ebenso weit verbreitet sein wird wie heutzutage GSM. Allerdings untersteht die heutige GNSS Infrastruktur der militärischen Kontrolle der USA und Rußlands, was den Handlungsspielraum Europas einschränkt. Um sich von dieser Position zu befreien, hat die Kommission einen zweistufigen Ansatz vorgeschlagen.

Zunächst setzt sich Europa zum Ziel, den European Geostationary Navigation Overlay Service (EGNOS) bis zum Jahre 2000 in Betrieb zu setzen. Auf diese Weise wird der grundlegende Service der amerikanischen und russischen Systeme durch eine europäische Komponente erweitert. Das zweite Stadium - GNSS-2 - betrifft die Entwicklung eines satellitengestützten Systems der zweiten Generation mit verbessertem/erweitertem Service bei uneingeschränkter Erfüllung der Erfordernisse im zivilen Bereich. Die Erfüllung von GNSS-2 würde parallel zu der Arbeit an EGNOS beginnen.

Die Kommission skizziert zwei mögliche Optionen für die Entwicklung von GNSS Diensten der zweiten Generation: gemeinsame Entwicklung von GNSS durch alle Hauptakteure, wobei die EU ein GNSS mit einem oder mehreren internationalen Partnern entwickelt, sowie unabhängige Entwicklung eines EU-eigenen Systems. Die Kommission befürwortet die Intensivierung von Kontakten mit den wichtigsten internationalen Partnern im Hinblick auf gemeinsame Entwicklungsarbeit. Sie stellt allerdings einige Bedingungen, die zur Sicherung der Interessen der EU erfüllt werden müßten. Falls diese Bedingungen nicht erfüllt werden können, schlägt die Kommission vor, daß die EU unabhängig ihr eigenes System entwickelt.


Quelle: Europäische Kommission, Dienst des Sprechers
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